Einrichtungstrends und Design-Highlights der imm cologne 2012: ein Interview mit Dick Spierenburg

„Wir werden auf der imm cologne 2012 einen Einrichtungsstil und Produkte sehen, die ihrer Zeit weit voraus sind.“ (Dick Spierenburg, Creative Director Pure Village)
„Wir werden auf der imm cologne 2012 einen Einrichtungsstil und Produkte sehen, die ihrer Zeit weit voraus sind.“ (Dick Spierenburg, Creative Director Pure Village)

Dick Spierenburg ist der Director des neuen Design-Highlights der imm cologne: „Das Haus – Interiors on Stage“. Als erste Designer hat er das Londoner Designstudio Doshi Levien eingeladen, mitten in der Halle Pure Village so etwas wie eine schlĂŒsselfertige Vision von den Möglichkeiten des Wohnens zu bauen.

Welche Einrichtungstrends werden Ihrer Meinung nach die nÀchsten Jahre bestimmen?
Man kann viele Entwicklungen wahrnehmen, aber daraus gleich einen Trend abzuleiten 
 das ist mir zu krĂ€ftig. Es war schon schwierig, sich bei der KomplexitĂ€t der Entwicklungen auf jeweils vier Trends zu fokussieren, die wir jĂ€hrlich im Trendbook abgebildet haben. Es gibt immer auch mehrere Richtungen, die konstant bleiben: eher ruhigere, auf Schlichtheit zielende und eher lebhafte, die viele Farben und viel Material benutzen. Das wird es immer geben, weil es so viele unterschiedliche Menschen als Auftraggeber oder als Einrichter gibt. Aber es ist nicht möglich, jedes Jahr völlig neue und ganz unterschiedliche Trends zu benennen.

imm cologne und LivingKitchen eröffnen das Einrichtungsjahr 2011

Das Einrichtungsjahr 2011 beginnt mit einem doppelten Paukenschlag. Denn parallel zur internationalen Einrichtungsmesse imm cologne öffnet vom 18. bis 23. Januar auch die neue internationale KĂŒchenmesse LivingKitchen in komplett ausgebuchten Hallen ihre Tore. Damit wird Köln in der dritten Januarwoche 2011 nicht nur zur Design-, sondern auch zur Genussmetropole Europas. Auf der imm cologne 2011 und der LivingKitchen werden auf ca. 300.000 qm ĂŒber 1.200 Unternehmen aus 49 LĂ€ndern ĂŒber 100.000 Möbel und noch mehr EinrichtungsgegenstĂ€nde prĂ€sentieren. Davon sind ungefĂ€hr ein Drittel absolute Neuheiten.

„Köln ist bei der internationalen Einrichtungsbranche wieder gesetzt“, so Gerald Böse, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Koelnmesse. „Das enorme Interesse der Fachwelt und der Medien sowie die alle Erwartungen ĂŒbersteigenden Anmeldezahlen der Aussteller lassen schon jetzt folgenden Schluss zu: Das Doppelevent imm cologne und LivingKitchen, mit dem wir das komplette Interior-Design-Angebot an einem Ort erlebbar machen, wird ein voller Erfolg.“

Warum im Januar 2011 die imm cologne in Köln besuchen? Aus vielen guten Gründen…

2011 spricht mehr denn je dafür, im Januar nach Köln zu kommen.

Nur hier wird die ganze Bandbreite des internationalen Möbel- und Interior-Design-Angebots konzentriert zusammengeführt – inklusive Küche.

imm cologne: Auf der ersten Einrichtungsmesse des Jahres erfahren Sie, welche Trends die kommenden Monate beherrschen werden. Die wichtigen Anbieter aus Deutschland, Europa, der Welt sind prĂ€sent: über 1000 Aussteller aus mehr als 50 LĂ€ndern.

LivingKitchen: Das neue internationale Küchenevent prĂ€sentiert parallel dazu neue Ideen und Konzepte für die Küche. Über 150 Aussteller setzen die neuen Küchenwelten ganzheitlich in Szene.

Defne Koz ĂŒber die Trends von Morgen: „Ich will meine Zukunft zurück haben!”

Ob Vase, Glasserie, Fliese, Autoreifen, Leuchte, Sofa oder Waschbecken – ihre Objekte sind schlichtweg schön und sinnlich. Ihre Erscheinung passt dazu. Doch im GesprĂ€ch zeigt sich die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Produkt- und Interior Designerin Defne Koz nicht nur charmant und sensibel, sondern auch hart und kompromisslos, wenn es um QualitĂ€tsfragen im Design geht.

Da fehlt es ihr derzeit an Sorgfalt bei der Forschung, an ernsthaftem Design, an Leidenschaft und mutigen Zukunftsvisionen. Im Anschluss an ihre Teilnahme am diesjĂ€hrigen imm cologne Trendboard Workshop gibt sie uns in einem CafĂ© am Rheinufer ein ausführliches Interview über Trends und die Zukunft des Wohnens, die Kraft der Designtradition und die Hierarchie von Visionen.

Designer’s Voice: Harald GrĂŒndl ĂŒber Designtrends, Schnelllebigkeit und Greenwashing

Harald GrĂŒndl (EOOS)
Harald GrĂŒndl (EOOS), Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

1967 in Wien geboren, studierte Harald Gründl Industriedesign an der UniversitĂ€t für angewandte Kunst Wien. ZusĂ€tzlich promovierte er in Philosophie. 1995 gründete er zusammen mit Martin Bergmann und Gernot Bohmann das Designbüro EOOS, welches sich mittlerweile als eines der führenden Büros für Möbeldesign, MarkenplĂ€tze und Designforschung etabliert hat.

Harald Gründl ist Mitglied des imm cologne Trendboards – zu seinen Kunden gehören Alessi, Armani, Bulthaup, Dedon, Duravit, Matteo Grassi, Walter Knoll und Zumtobel. Harald Gründl ist seit 2008 Vorsitzender des Institute of Design Research Vienna (Institut für Designforschung Wien) und ist bei EOOS-Design, dessen ForschungsaktivitĂ€ten er leitet, als Partner eingestiegen.

Was war fĂŒr Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Ich fand es sehr interessant zu sehen, dass die Wahrnehmung des Designbereiches unter den Trendboard-Mitgliedern sehr Àhnlich war, dass uns Àhnliche PhÀnomene aufgefallen sind. Das Interessanteste ist immer, neue Menschen kennen zu lernen!

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stĂ€rksten EinflĂŒsse auf das Produkt- und Interior Design?
Die Nachhaltigkeitsdiskussion ist fĂŒr mich derzeit der wichtigste Einfluss auf das Design. Wie reagieren wir intelligent auf diese Entwicklung, und wie beeinflusst das die Trends der Zukunft? Wir haben fĂŒr alle vier Interior Trends diesen Aspekt diskutiert und unterschiedliche Artikulationen festmachen können.

Designer’s Voice: Patricia Urquiola ĂŒber Innovation, Nachhaltigkeit und Interior Trends

Patricia Urquiola, Mitglied des imm cologne Trendboards. (Foto: Koelnmesse)
Patricia Urquiola, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Patricia Urquiola ist Mitglied des imm cologne Trendboards und wurde in Oviedo, Spanien, geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Mailand. Ihr Studium absolvierte sie an der FakultĂ€t für Architektur an der Polytechnischen UniversitĂ€t Madrid und der Polytechnischen UniversitĂ€t Mailand, wo sie 1989 bei Achille Castiglioni ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit fertiggestellt hat.

2001 eröffnete sie ihr eigenes Studio und spezialisiert sich seitdem auf die Bereiche Produktdesign, Architektur, Installation und Konzepterstellung. 2006 wurde Patricia Urquiola von der Koelnmesse eingeladen, eines der ideal houses für die imm cologne zu bauen. Urquiola zĂ€hlt Agape, Alessi, Artelano, Axor, B&B Italia, Bisazza, BMW, Bosa, De Padova, Driade, Salvatore Ferragamo, Flos, Foscarini, Kartell, Kvadrat, MDF Italia, Molteni, Moroso und Panasonic zu ihren Kunden.

WĂ€hrend des Trendboard Workshops der imm cologne haben Sie nicht nur vier der einflussreichsten Tendencen fĂŒr das Interior Design benannt, sondern auch andere Trends in der Designszene diskutiert. Was davon ist Ihrer Meinung nach wirklich wichtig?
Ich glaube, es gibt einen neuen Trend bezĂŒglich der Vorstellung davon, was innovativ ist. Innovation war immer vorrangig mit dem Gedanken von industriellem Fortschritt verknĂŒpft, also mit einem eher traditionellen Gedanken. Der Innovationsbegriff wird aber immer mehr mit Werten wie Nachhaltigkeit verbunden und damit, was die Menschen wirklich als innovativ empfinden – wenn zum Beispiel etwas ĂŒberraschend intelligent ist oder neue Nutzungsmöglichkeiten erschließt. Es wird mehr darauf geachtet, wie etwas gemacht wird und warum es ĂŒberhaupt gemacht wird. Es wird mehr Wert auf das Konzept gelegt.

Designer’s Voice: Martin Leuthold ĂŒber Mode, Trends und die imm cologne

Martin Leuthold, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)
Martin Leuthold, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Martin Leuthold, geboren 1952 in Hegi-Winden (Schweiz), absolvierte eine Lehre als Stickereientwerfer. Seit 1973 ist er als Textilgestalter beim Unternehmen Jakob Schlaepfer in St. Gallen beschĂ€ftigt, einem Hersteller innovativer Textilien für Mode und Innendekoration.

Seit 1989 ist Martin Leuthold Mitglied der GeschĂ€ftsführung von Jakob Schlaepfer und verantwortet als Art Director die Sparte Kreation. In dieser Funktion war und ist er u. a. an der Entstehung zahlreicher neuer Verfahren zur Gestaltung von Textilien und an der Entwicklung des Laser- und Inkjet-Verfahrens zur Bedruckung von Textilien beteiligt.

Was war fĂŒr Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Schon die verschiedenen PrĂ€sentationen der zusammen gefundenen Persönlichkeiten waren interessant. Bereichernd waren die verschiedenen Ansichten und Interpretationen der neuen Trends. Ein wichtiger Aspekt von diesem Meeting war auch, dass wir fĂŒr unsere Zukunft Sorge tragen möchten.

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stĂ€rksten EinflĂŒsse auf das Produkt- und Interior Design?
Durch das globales Erscheinungsbild und die Information durch Internet und elektronische Medien. Aber im Prinzip kommen die EinflĂŒsse von ĂŒberall her: aus Kunst, Theater, Mode sowie weiteren Kulturdisziplinen, aber auch aus Politik- und Umweltbereichen.

Designer’s Voice: Defne Koz ĂŒber Trends, QualitĂ€t, Design und neue Ideen

Defne Koz. (Foto: Koelnmesse)
Defne Koz, Mitglied des Trendboards der imm cologne 2011 im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Was war fĂŒr Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Es ist immer interessant und wichtig, ĂŒber das zu reflektieren, was wir tun, und uns ĂŒber unsere Designideen auszutauschen. Mir gefĂ€llt auch, dass die Trendboard-Initiative unseren gemeinsamen Gedanken eine Struktur zu geben vermag, die fĂŒr andere Designer brauchbar und hilfreich sein könnte.

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stĂ€rksten EinflĂŒsse auf das Produkt- und Interior Design?
FĂŒr einen Designer gibt es immer vielfĂ€ltige EinflĂŒsse. Ich persönlich bin neugierig auf Kunst und Architektur, aber meine Inspiration beziehe ich hauptsĂ€chlich aus dem VerstĂ€ndnis der Menschen, aus der Art, wie sie leben und wie ihr Verhalten sich Ă€ndert. Das ist die Wurzel neuer Ästhetik.

Aktuelle Einrichtungstrends: die vier imm cologne Interior Trends 2011 im Überblick

Die Designerinnen Patricia Urquiola (Mailand) und Defne Koz (Chicago/ Mailand/Ankara) trafen sich Anfang Juni mit Designer Harald GrĂŒndl (EOOS, Wien), Textildesigner Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, St. Gallen) und Redakteur Marco Velardi („apartamento“, Mailand/Barcelona) zu dem zweitĂ€gigen imm cologne Trendboard Workshop in Köln.

Hier wurden vier der wichtigsten Trends im Möbel- und Interior Design herausgefiltert, die fĂŒr die unterschiedlichen Stilebenen und LebensentwĂŒrfe reprĂ€sentativ sein sollen. Mit sprechenden Namen, Produktbeispielen und aufwĂ€ndig fotografierten Inszenierungen werden diese vier Interior Trends auch dieses Jahr wieder fĂŒr die imm cologne in einem Trendbook „Interior Trends 2011“ auf den Punkt gebracht.

Im Januar 2011 sollen die vier Interior Trends auf der imm cologne in Form von Installationen fĂŒr das Publikum Gestalt annehmen. Sie werden von Trendboard-Mitglieder in vier Ausstellungs-Kuben des noch jungen Messeformats Pure Village in Szene gesetzt.

imm cologne Live-Stream zum Thema „Interior Trends 2011“

Die Einrichtungsmesse imm cologne gibt jedes Jahr im Herbst eine Trendprognose zu den wichtigsten Entwicklungen im Interior Design heraus. In dem so genannten Trendbook werden die aktuell die Designszene bestimmenden Themen in vier Richtungen weiterentwickelt, die stellvertretend für die unterschiedlichen GeschmĂ€cker und Lebensstile stehen.

Das Trendboard der imm cologne benennt die Interior Trends für 2011: „Emotional Austerity“, „Surprising Empathy“, „Re-Balancing“ und „Transforming Perspectives“.

Die Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Interior Trends wird am Donnerstag, 9.9.2010 ab 09.30h (CEST – Central European Summer Time / Berlin) live im Internet gesendet. Der Live-Stream kann kostenlos unter http://bit.ly/cNFC9w abgerufen werden und steht auch nach dem Live-Sendetermin weiter fĂŒr den Abruf jederzeit zur VerfĂŒgung.