Weniger ist mehr: Die neue Kollektion 1.3 von Zeitraum

Die Zeitraum-Kollektion 1.3 von Kihyun Kim. (Foto: Zeitraum)
Die Zeitraum-Kollektion 1.3 von Kihyun Kim. (Foto: Zeitraum)

Bewusst wenig und dafür besser – mit wenigen Worten definiert das Möbelunternehmen Zeitraum den Begriff Luxus für sich. Persönlich bedeutet diese Definition ein freies, unabhängiges Lebensgefühl, Luxus als Sehnsuchtskonzept. Gesellschaftlich ist Luxus der Antrieb für Wissenserwerb, Weiterentwicklung sowie Innovation schlechthin und damit ein Garant für Werthaltigkeit – ein Kulturgut also. Und das ist die Basis für die Entwicklung der neuen Zeitraum-Kollektion 1.3 von Kihyun Kim.

Das Ensemble besteht aus Stuhl, Hocker und Barhocker. Prägnantestes Merkmal des zierlichen, leichten 1.3 Chair ist die hauchdünne Anmutung des Sitz- und Rückenteils durch seine feine Konturlinie, die der Sitzfläche einen schwebenden Eindruck verleihen soll. Durch die Pad-Optik wird ihr zudem eine optische Weichheit verliehen.

Erstmals vorgestellt wurde der 1.3 Chair auf einer Ausstellung im Rahmen der Abschussarbeit des Designers Kihyun Kim, Absolvent des Royal College of Art in London.

Ökorausch verbindet Design mit Bewusstsein

(Foto: Ökorausch)
(Foto: Ökorausch)

Am 24. und 25. September 2011 findet zum vierten Mal die Ausstellung „Ökorausch“ in Köln statt. Wie groß das Interesse an der Verbindung der Themen Design und Umweltbewusstsein ist, zeigt der Umzug in die ehemalige 4711-Seifenfabrik im Barthonia Forum in Ehrenfeld. Das Gelände von Jack in the Box auf dem ehemaligen Ehrenfelder Bahnhof ist für die Fülle an Teilnehmern zu klein geworden.

Über 50 Designlabels wollen zeigen, dass nachhaltiges Design auch innovativ und ästhetisch sein kann. Präsentiert werden unter anderem Produkte aus den Bereichen Mode, Möbel und Accessoires, die unterstreichen sollen, dass ökologisches Bewusstsein und Fair Trade für die Hersteller kein Trend, sondern Selbstverständlichkeit ist. So entstehen etwa Modeartikel, die sich hektischen Kollektionsrhythmen entziehen. Aus Wellpappe werden dekorative Lampenschirme oder Einkaufswagen werden zu Sitzmöbeln upgecycelt.

interzum 2011: Heute schon sehen, womit morgen Möbel und Küchen gebaut werden

Möbel gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, Stilrichtungen und Farben. Wenn der Endkonsument ein Möbelstück im Ganzen betrachtet, macht er sich selten Gedanken über die einzelnen Komponenten. Und doch ist es so, dass ein Möbelproduzent sich unterschiedlicher Zulieferkomponenten bedient und daraus gemeinsam mit seinen Designern das formt, was der Verbraucher am Ende im Möbelhandel erwirbt. Dadurch erklärt es sich auch, dass die gesamte Zulieferindustrie für die Möbelbranche so wichtig ist: Jedes einzelne Produkt trägt dazu bei, das Möbelstück von morgen wahr werden zu lassen. Und die Plattform, auf der die Zulieferer ihre aktuellsten Innovationen präsentieren, ist die internationale Weltleitmesse interzum.

Die interzum, die vom 25. bis zum 28. Mai in Köln stattfindet, ist die Weltleitmesse, auf der echte Neuheiten erstmalig dem Fachpublikum gezeigt werden. Sie ist der Gradmesser für die Qualität von Prototypen sowie marktreifen Entwicklungen und vor allem die Veranstaltung, auf der neue Trends gesetzt werden. Trends, die die Möbelherstellung von morgen entscheidend bestimmen und dafür sorgen, dass das Endprodukt beispielsweise durch seine Funktionalität oder natürliche Optik besser ist als eben jenes, was es bereits heute zu kaufen gibt. Besonders im Küchenbereich profitieren die Hersteller von der Innovationskraft ihrer Zulieferer und können sich mit exklusiven oder auch gemeinschaftlichen Entwicklungen von ihren Mitbewerbern am Markt absetzen.

Das Erfolgsgeheimnis von Walter Knoll: Gemeinsam mit Designern nach noch nicht Dagewesenem suchen

MYchair; Design: Ben van Berkel; Foto: Walter KnollDas Unternehmen Walter Knoll (Aussteller auf der imm cologne 2010 vom 19.-24.01.2010) lebt eine enge Partnerschaft mit Designern und Architekten. Und das ist auch das Erfolgsgeheimnis eines der ältesten deutschen Polstermöbelhersteller. „Denn Neues entsteht aus einer gründlichen Kommunikation, aus dem Vertiefen in Prozesse und dem Verdeutlichen von Ideen.

Gemeinsam beginnt die Suche nach der Leerstelle, der Lücke für noch nicht Dagewesenes”, meint Vorstand Markus Benz. Markus Benz, der das Herrenberger Unternehmen seit 1993 leitet, setzt auf Kommunikation. Das immer wiederkehrende Thema spiegelt sich auch in den Produkten wieder.

Konstantin Grcic: „Ohne gewisse Regeln kommen wir zu keiner Veränderung.”

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Konstantin Grcic (Foto: Andreas Körner)

Konstantin Grcic (*1965) lernte Möbelschreiner an der John Makepeace School for Craftsmen in Dorset (1985 bis 1987), bevor er am Royal College of Art in London Möbeldesign studierte. Nach einem Jahr als Assistent bei Jasper Morrison gründete er 1991 das Büro „Konstantin Grcic Industrial Design“ in München.

In den 90er-Jahren begann sein Erfolg mit Wäschekörben und anderen Kunststoffartikeln für Authentics; es folgten Stil-Ikonen wie die Lampe Mayday für Flos (1999), das schwankende Regal Es für Nils Holger Moormann (1999), der Sessel Chaos für ClassiCon (2001) und das Sitzelement Osorom für Moroso (2002).

Der Stuhl chair_ONE aus Druckguss- Aluminium (Magis, 2004) war mit seinem konischen Betonfuß eigentlich für den öffentlichen Raum gedacht, verkaufte sich dann aber als skulpturale Gitterstruktur mit Sitzfunktion zig-tausendfach für den privaten Loft. Es folgte der Barstuhl Miura für Plank (2005).

Oliver Holy und die Möbeltrends 2009: „Leise Qualität statt lauter Luxus.“

oliver_holy1Welche Trends prägen in diesem Jahr das Einrichtungs- und Möbeldesign? Wir fragten Designer, Hersteller, Händler und Journalisten nach ihren Einschätzungen und Beobachtungen.

Oliver Holy, CEO ClassiCon, München:
Auf der Messe ist mir immer wieder der neue Begriff des „Homing“ begegnet. Auch wenn es mir widerstrebt, den Veränderungen der Bedürfnisse immer gleich ein Label zu verpassen, kann ich doch nachvollziehen, was hiermit erfasst werden soll. Auch ich glaube, dass die Verunsicherung durch die aktuellen wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen zu dem Wunsch nach Konzentration auf Wesentliches führt. Übertragen auf Wohnen und Materialien heißt das für mich, dass natürliche, „geerdete“ und auch patinafähige Möbel bevorzugt werden, dass Lautes, Schrilles verdrängt wird durch haptisch angenehme Formen und Materialien.

Harald Gründl (EOOS) im Interview: „Es steht ein Paradigmenwechsel bevor.”

EOOS: Gernot Bohmann, Harald Gründl (Mitte) und Martin Bergman. Foto: Udo Titz
EOOS: Gernot Bohmann, Harald Gründl (Mitte) und Martin Bergman. Foto: Udo Titz

EOOS, das sind Martin Bergmann (*1963 in Lienz/Osttirol), Gernot Bohmann (*1968, Krieglach/Steiermark) und Harald Gründl (*1967, Wien). Nach ihrem Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien gründeten sie 1995 das Gemeinschaftsbüro EOOS. EOOS arbeitet in den Bereichen Möbel- und Produktdesign sowie im Shopdesign für Kunden wie Giorgio Armani, Adidas, Alessi, Bulthaup, Bene, Duravit, Walter Knoll, Keilhauer, Matteograssi und Zumtobel.

Für EOOS ist Design eine poetische Disziplin und eine kulturelle Dienstleistung an der Gesellschaft. EOOS basic research erforscht Rituale, Mythen und intuitive Bilder im Rahmen der „Poetischen Analyse”. Ihre ersten Bücher „The Death of Fashion” und „The Cooked Kitchen“ sind im Springer Verlag Wien New York erschienen. Bis heute erhielt EOOS über 40 internationale Auszeichnungen, darunter 2004 den italienischen Designpreis Compasso d’Oro für Kube, produziert von Matteograssi. 2007 wurden EOOS vom Österreichischen Rundfunk (ORF) und der Tageszeitung Die Presse zu den „Österreichern des Jahres” im Bereich Creative Industries gewählt.

Architektur und Design in Köln (IV): „Cologne Oval Offices“ verbinden moderne Architektur und Ökologie

Am Kölner Rheinufer, zwischen Rheinauhafen und Bayenthal, entsteht 2009 eines der architektonisch interessantesten Bauprojekte der Domstadt. Im Spannungsfeld zwischen dem hypermodernen, einst industriell geprägten Hafengelände und dem eher beschaulichen, parkähnlichen Villenviertel im Süden der Metropole behaupten sich die „Cologne Oval Offices“ aus der Feder des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton auf besonders eindrucksvolle Weise.

„Wenn ich zu wählen hätte, würde ich vermutlich intuitiv rund wählen“, antwortete Matthias Sauerbruch jüngst auf die Frage nach seiner bevorzugten Gebäudeform. Und tatsächlich dominiert die organische Form in den Arbeiten aus der Feder des Architektenduos Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton. Ihre geschwungenen, gleichsam „bewegten“ Baukörper in der Tradition der Architekturgrößen Hans Scharoun und Alvar Aalto setzen international Maßstäbe – und sind doch nur ein Merkmal jener besonderen Architektur, für die der Name Sauerbruch Hutton steht.

Green Design: Der ökologische Fußabdruck des Designers

Möglichst leicht soll er sein, der Abdruck, den unsere Füße auf unserem Planeten hinterlassen – das ist das Ziel von Green Design. Auch die Produktdesigner wollen nicht mehr nur ästhetische Zeichen setzen, sondern sich mit unkonventionellen Ideen und nachhaltigen Produktkonzepten für eine bessere Umweltverträglichkeit unseres Lebensstils einsetzen.

Green Design, das ist der Traum vom „guten” Design, von Dingen, die niemandem weh tun – nicht der Natur, der das Material entnommen und der die Überreste zugemutet werden, nicht dem Planeten, dem die Energie entzogen und in dessen Atmosphäre sie gepustet wird, und schließlich auch nicht dem Menschen, der den Gegenstand herstellt oder ihn nutzt.

Die Composite Lounge – ein aufsehenerregendes Projekt von Stephen Burks

Eines der Highlights der imm cologne 2009 ist die von Stephen Burks konzipierte Composite Lounge in Halle 11. Dem berühmten New Yorker Designer ist der ökologische und kunsthandwerkliche Aspekt seiner Arbeit besonders wichtig.

Mit seinem neuesten Projekt, der Composite Lounge, wirft Burks die Frage auf, ob die ungeheure Menge an industriell hergestellten Massenmöbeln mit den Forderungen nachhaltigen Wirtschaftens vereinbar ist. Die wie eine große Installation anmutende Lounge erinnert an eine Straßenszenerie.

Urbane Elemente wie eine Straßenlaterne und riesige Müllcontainer kombiniert Burks mit zusammengewürfelt wirkenden, aufgetürmten neuen Sofas und Sesseln, die mit knallbunten Spannriemen verbunden sind.

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