Discover interior ideas » Gemütlichkeit

Freistil und Dawid Tomaszewski:
Interior meets Fashion

Foto: freistil

Mit seiner ausgeprägten Liebe zum Detail ist der Danziger Modeschöpfer Dawid Tomaszewski bekannt für sein avantgardistisches Design und kompromisslose Passformen. Als Inspirationsquelle für seine Entwürfe gelten Kunst, Architektur und Musik. Jetzt hat Tomaszewski einen Ohrensessel des Sofalabels freistil Rolf Benz neu eingekleidet. Das Ergebnis wird im kommenden Januar auf der imm cologne zu sehen sein.

Magazin Architektur & Wohnen versammelt Top-Adressen für textiles Wohnen

Die 120 Top-Adressen + Trends & Neuheiten + Die schönsten Stil-Beispiele

Was gehört zu einer richtigen Wohlfühl-Oase im eigenen Zuhause? Sind es wirklich Laminat, Raufasertapete und weiße Halbgardinen? Oder ist es doch eine Einrichtung mit unterschiedlichen Textilien, wie sie etwa in England oder Frankreich üblich ist? Diese Frage stellt sich auch Barbara Friedrich, Chefredakteurin der Zeitschrift Architektur & Wohnen, in ihrem neuen Special für textiles Wohnen und spekuliert, „dass unsere Vorstellung von modernem Wohnen das Praktische dem Dekorativen vorgezogen hat – und sich diese ‚Tradition‘ unbewusst fortsetzt.“ Dabei prägten noch vor drei bis vier Dekaden dicke Teppichböden, geräumige Sofalandschaften mit Stoffbezügen und schwere Vorhänge das Bild der deutschen Gemütlichkeit.

Furnier im Wohnbereich: langlebig, attraktiv und individuell von Natur aus

Holzfurnier wertet den Wohnbereich auf. (Foto: Initiative Furnier + Natur)
Holzfurnier wertet den Wohnbereich auf. (Foto: Initiative Furnier + Natur)

Furnier – als Oberflächenmaterial für exklusive Möbel, Türen und den gesamten Innenausbaubereich – ist Holz in seiner schönsten Form. „Furnierblätter sind keine Reproduktion, sondern Natur pur. Die Farbe des Holzes, seine Maserung und die gesamte Struktur unterscheiden sich je nach den verschiedenen bei der Herstellung verwendeten Holzarten und des von Baum zu Baum andersartigen Wuchses“, erklärt Alexandra Kiefer, Vorsitzende der Initiative Furnier + Natur (IFN) e.V.

Dirk-Uwe Klaas (VDM): „Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen wieder absehen vom schnellen Konsum.”

1moebel_umsatz_exportIn Deutschland wird das Sofa im Durchschnitt nur alle 8-12 Jahre gegen ein neues ausgetauscht. Träumen Sie da nicht auch manchmal von einer Abwrackprämie?
Wir fordern keine Subventionen für uns Möbler – aber die Gleichbehandlung aller Branchen. Statt Autos sollte die Politik lieber die Steuer für Bürger und Mittelstand abwracken, damit wieder mehr Geld in den Portemonnaies und Kassen verbleibt, das dann nach freier Entscheidung eines jeden Einzelnen verwendet werden kann.

Das Trendboard der imm cologne erwartet eine Rückkehr zu mehr Qualitätsbewusstsein als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Kann man „echte” Qualität heute eigentlich noch bezahlen?
Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen wieder absehen vom schnellen Konsum. Ja, es ist eine Art Mentalitätswandel in Gang gekommen. Die Menschen werden wieder sensibler für die Ressourcen dieser Welt und für die Dinge, die Wert und Beständigkeit haben. Die Nachfrage auch in unserer Branche nach Nachhaltigkeit und Wertigkeit nimmt daher zu. Nachhaltigkeit wird in unserer Branche im Zusammenhang mit den verwendeten Materialien und Rohstoffen diskutiert. Wir haben Glück, denn Holz, aus dem die meisten Möbel nun mal sind, ist ein nachwachsender Rohstoff. Auch bei den anderen Materialien fragen die Konsumenten immer mehr nach der Trennbarkeit und damit Recyclebarkeit am Ende des Lebenszyklus. Auffällig ist außerdem die Hinwendung zu langlebiger Qualität und damit zur neuen Wertigkeit. Für frühere Generationen war es normal, nicht mit jeder Mode zu gehen und von Bekleidung bis Möblierung nicht jedes Angebot mitzumachen. Dann kam die Zeit des schnellen und wechselnden Konsums. Die Freude war oft kurz und die Produkte austauschbar.

Studio Vertijet, Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll: „’Gemütlichkeit’ umschreibt die menschlichen Aspekte des Wohnens.“

1studio_vertijetSeit 1998 firmieren die Innenarchitektin Kirsten Antje Hoppert und der Produktdesigner Steffen Kroll unter dem Label Studio Vertijet. Beide studierten an der Designhochschule Burg Giebichenstein in Halle. Ihr Aufgabenspektrum definieren sie vom Esslöffel bis zur Architektur.

Über ihre gemeinsamen Ideale und ihre Begeisterung für »das Schöne mit ebenso hohem, funktionalem Wert« fanden sie zu dieser Konstellation zusammen. »Wenn unsere Produkte einmal dazu beitragen, die Menschen zu sensibilisieren, hätten wir eines unserer Ideale erreicht …«, so sagen sie. Aus dieser Überzeugung und Leidenschaft heraus entwickeln sie ihre Ideen.

Hierbei sind »das Träumen« und »die fantastischen Vorstellungen vom Leben« ein wichtiger Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses – den sie am liebsten als »geplante Intuition« bezeichnen. Nach der Philosophie des Gestaltungsduos bewegt die Menschheit sich definitiv wieder in Richtung Erdboden – allerdings mit einigen Lagen Polsterstoff zwischen sich und dem Teppich.

Denn das Problem für den Entspannung Suchenden, so Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll, werde weder mit komfortablen Bürositzmöbeln noch mit dem klassischen Sofa gelöst – die prinzipielle Ergonomie des Sitzens ist die gleiche. Der Mensch kommt vom Sitzen und geht zum Sitzen. Damit also wieder etwas Bewegung ins Leben kommt, führt „Lava“ von Cor eine neue Ergonomie des Liegens ein. Damit hat die Welt erstmalig ein Sofa, das nicht primär zum Sitzen da ist. Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll leben und arbeiten zusammen in Halle/Saale in Deutschland.

Professor Stefan Heiliger: „Die Moderne lässt offensichtlich zu wenig Emotionalität zu.“

prof_heiligerStefan Heiliger, geboren 1941 in Berlin, studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und bei Wilhelm Wagenfeld in Stuttgart. Von 1964 bis 1977 arbeitete er als Designer bei Mercedes-Benz. Einer der wichtigsten Entwürfe aus Heiligers Autophase ist der Mercedes-Kastenwagen 207 D, der millionenfach gebaut wurde.

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zeigte im Jahre 2007 in einer Retrospektive vor allem die bekannten Relax-Möbel des Designers aus der Zeit nach seiner Tätigkeit als Automobildesigner. Als Professor an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und als Inhaber eines Designstudios spezialisierte sich Stefan Heiliger auf das Entwerfen von Möbeln.