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imm cologne 2013: Pure Editions bietet kreativen Marken und den Textil-Editeuren eine exklusive BĂĽhne

Pure Editions bietet den Ausstellern jetzt eine dritte Dimension der Darstellung an: eine ebenfalls einheitlich gestaltete, aber völlig offene Architektur als Bühne für ein starkes Statement visionärer Marken. (Foto: Koelnmesse GmbH)
Pure Editions bietet den Ausstellern jetzt eine dritte Dimension der Darstellung an: eine ebenfalls einheitlich gestaltete, aber völlig offene Architektur als Bühne für ein starkes Statement visionärer Marken. (Foto: Koelnmesse GmbH)

Exklusive Designmarken haben sich in Köln schon immer gerne zu inspirierenden Nachbarschaften zusammengeschlossen. Dabei mussten die Stil-Ikonen so mancher Aussteller während der letzten internationalen Einrichtungsmesse imm cologne schon mal etwas enger in den legendären Design-Hallen 11 zusammenrĂĽcken. Köln will diesem Segment daher in Zukunft noch mehr Platz einräumen – mit einer neuen Ebene in Halle 3, einem neuen Format und neuen Ausstellungskonzepten. Denn es geht Messemachern und Ausstellern nicht nur um Fläche, sondern auch um Flächenqualität.

Beim Publikum genieĂźen die Präsentationen der Designmarken ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Hier bĂĽndeln sich Innovationen, auĂźergewöhnliche Inszenierungen und Lifestyle. Wegen ihrer kompromisslosen Designorientierung hat diese Ausstellergruppe von den Kölnern den Namen „Pure“ erhalten. Wer sich in dem umfänglichen Angebotsspektrum der imm cologne einen Ăśberblick ĂĽber die neuesten originellen Einrichtungsideen und avantgardistischen Designobjekte verschaffen will, findet seit dem Umzug in die neuen Messehallen unter diesem Namen in den drei Hallen 11.1, 11.2 und 11.3, was er sucht.

Vor drei Jahren haben die Pure-Hallen mit dem Pure Village noch eine Dependance in der benachbarten Halle 3.2 erhalten, in dem kleine und große, junge und etablierte Designanbieter mit ganz unterschiedlichen Interior Design-Sortimenten nebeneinander eine vorgegebene Messearchitektur beziehen. Pure Village hat sich als eine ideale Ergänzung der großen Markenauftritte in den Hallen 11 erwiesen. Der Erfolg dieses innovativen Formats bestätigt sowohl das Pure-Konzept als auch die Attraktivität einer geplanten Messearchitektur für dieses Segment.

Grundsteinlegung in Pure Village: „Das Haus – Interiors on Stage“ wird gebaut

(Foto: FAR Consulting)

Die meisten Kuben stehen bereits, die Struktur, die Pure Village 2012 zeigen wird, ist bereits zu erkennen. Nur eine große Freifläche mitten in Halle 3.2 deutet darauf hin, dass hier noch etwas Besonderes passieren wird. Und genau hier soll der Grundstein für das neue Design-Event der koelnmesse, „Das Haus – Interiors on Stage“, gelegt werden. Wenige Tage vor Heiligabend machte sich Dick Spierenburg, Kreativ-Direktor der imm cologne, persönlich ein Bild von der Lage und klärte letzte Details mit der Bauleitung.

D3 Contest: Möbel und Designobjekte wie aus dem Labor

Mitte Januar ist es wieder soweit. Möbelhersteller, Designer und Inneneinrichter verwandeln die Messehallen der imm cologne in eine riesige Ausstellungsfläche. Die Designplattform D3 Talents gilt dabei schon lange nicht mehr als Geheimtipp, sondern als ein „Must“ fĂĽr alle Designinteressierten. Denn auf dem Talentforum D3 findet man vor allem Produkte, die noch auf ihre Zukunft warten: experimentelle EntwĂĽrfe, originelle Kreationen und clevere neue Konstruktionsprinzipien der vielversprechendsten Newcomer der Designszene.

„Mit D3 bieten wir bewuĂźt jungen Designern eine einzigartige Möglichkeit, sich der internationalen Fachwelt, den Medien und den Unternehmen zu präsentieren“, so Gerald Böse, Vorsitzender der GeschäftsfĂĽhrung der Koelnmesse. „Unser Engagement kommt gut an, auch bei der internationalen Designerszene. SchlieĂźlich ist es genau dieses Aufeinandertreffen von experimentellem Design und dem marktkonformen Angebot der Möbelindustrie, der Gegensatz zwischen Kommerziellem und Experimentellem, der fĂĽr viele den besonderen Reiz der imm cologne ausmacht“, ergänzt Dick Spierenburg, Creativ Director der imm cologne.

Pure Village: Design-Gipfeltreffen der Extraklasse

Erstklassiges Design sowie neuartige, interdisziplinär arrangierte Marken- und Produktinszenierungen, die gelungen miteinander verflochten werden – dafĂĽr steht Pure Village auf der imm cologne. Im nächsten Jahr treffen hier ĂĽber 50 Einrichtungsmarken, darunter Thonet, Gandia Blasco, Mocoba oder E15 auf Badeinrichter wie Kaldewei, Burgbad und Grohe, Textil-Editeure wie Creation Baumann, Bodenspezialisten wie Parador und Carpet Concept sowie Home-Entertainment-Vorreiter wie Loewe. Inspirationen en masse sind garantiert.

Mit Pure Village hat Dick Spierenburg als Artdirector der imm cologne einen Ort fĂĽr Design und Wohnvisionen geschaffen. Pure Village ist anders, weil es keine riesigen, hinter hohen Mauern versteckten Markenwelten ausbreitet, sondern die besten Ideen und Visionen der groĂźen wie der kleinen Labels in der Intimität des dörflichen Rahmens präsentiert. „Unser Ziel ist es, viele EindrĂĽcke, viele unterschiedliche Ansätze, viele Diskussionen, viele Nachbarschaften zwischen verschiedenen Wohnbereichen sowie zwischen Produkten zu vermitteln und so die Spannung fĂĽr den Besucher zu erzeugen“, skizziert der Artdirector sein Konzept.

Dick Spierenburg: „Es ist nicht möglich, jedes Jahr völlig neue Trends zu benennen.“

Dick Spierenburg studierte an der TU Delft Architektur und ist seit Ende der 70er-Jahre als Designer tätig. Als Mitbegründer des Nederlands Interieur Collectief unterstützt er die Zusammenarbeit von niederländischen Designherstellern und -importeuren. Nach seiner Mitarbeit beim Architektur- und Städtebaubüro Bo.2 betrieb er von 2001 bis 2008 zusammen mit Karel Boonzaaijer ein eigenes Designstudio. Er entwirft Möbel für den Wohnbereich und das Büro, etwa für Artifort, Arco oder Moroso und ist als Art Direktor für die Koelnmesse tätig. Im Interview spricht Spierenburg über die Begriffe Trends und Entwicklungen in der Interior Design-Szene.

Einrichtungstrends und Design-Highlights der imm cologne 2012: ein Interview mit Dick Spierenburg

„Wir werden auf der imm cologne 2012 einen Einrichtungsstil und Produkte sehen, die ihrer Zeit weit voraus sind.“ (Dick Spierenburg, Creative Director Pure Village)
„Wir werden auf der imm cologne 2012 einen Einrichtungsstil und Produkte sehen, die ihrer Zeit weit voraus sind.“ (Dick Spierenburg, Creative Director Pure Village)

Dick Spierenburg ist der Director des neuen Design-Highlights der imm cologne: „Das Haus – Interiors on Stage“. Als erste Designer hat er das Londoner Designstudio Doshi Levien eingeladen, mitten in der Halle Pure Village so etwas wie eine schlüsselfertige Vision von den Möglichkeiten des Wohnens zu bauen.

Welche Einrichtungstrends werden Ihrer Meinung nach die nächsten Jahre bestimmen?
Man kann viele Entwicklungen wahrnehmen, aber daraus gleich einen Trend abzuleiten … das ist mir zu kräftig. Es war schon schwierig, sich bei der Komplexität der Entwicklungen auf jeweils vier Trends zu fokussieren, die wir jährlich im Trendbook abgebildet haben. Es gibt immer auch mehrere Richtungen, die konstant bleiben: eher ruhigere, auf Schlichtheit zielende und eher lebhafte, die viele Farben und viel Material benutzen. Das wird es immer geben, weil es so viele unterschiedliche Menschen als Auftraggeber oder als Einrichter gibt. Aber es ist nicht möglich, jedes Jahr völlig neue und ganz unterschiedliche Trends zu benennen.

„Das Haus – Interiors on Stage“ 2012: Londoner Designstudio Doshi Levien gestaltet imm cologne-Highlight für Publikum und Designszene

Nipa Doshi und Jonathan Levien. (Foto: Doshi Levien)
Nipa Doshi und Jonathan Levien. (Foto: Doshi Levien)

Die internationale Einrichtungsmesse imm cologne hat ab 2012 wieder ein groĂźes Design-Event: „Das Haus – Interiors on Stage“. Das Projekt richtet den Fokus auf die Gestaltung einer kĂĽnstlichen Wohnsituation innerhalb der Messe – ein öffentlicher und doch ganz persönlicher Wohnraum, gestaltet von Nipa Doshi und Jonathan Levien. Das Londoner Designerteam wird das neue Format im Januar 2012 eröffnen.

„Das Haus – Interiors on Stage“ zeigt einen ganz nach den Vorstellungen des eingeladenen Designers gestalteten Aufbau – architektonische Elemente, Innenraum und Outdoorfläche – sowie Arrangements aus Möbeln und Ausstattungselementen fĂĽr ein individuell konfiguriertes Interior Design. Die Messe errichtet dafĂĽr inmitten der Halle Pure Village ein rund 180 m2 groĂźes Podest als offene BĂĽhne. „Das Haus – Interiors on Stage“ ist damit sowohl Designerportrait als auch visionärer Entwurf, ein Beispiel dafĂĽr, wie man eine eigene Welt erschaffen kann, die zum Ausdruck der eigenen Persönlichkeit wird.

Pure Village: lebendige Design-Plattform auch in 2012

Pure Village, so hat der Erfolg auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne 2011 gezeigt, ist nicht nur ein innovatives, zukunftsweisendes Messeformat, sondern auch ein Zeichen der Zeit. Einrichtung ist heute eine ganzheitliche Aufgabe, in die Möbelsysteme und Einzelmöbel, Farbkonzepte, Lichtführung und Leuchtobjekte, durchgängige Materialien für Böden und Wände sowie technische Ausstattung mit einbezogen werden. Doch Ganzheitlichkeit und einheitliche Gestaltungskonzepte bedeuten nicht automatisch Langeweile.

Das kompakte Format von Pure Village, in dem sich wie in einer Innenstadt exklusive Nachbarschaft und kulturelle Vielfalt zu einer inspirierenden Mischung verdichten, spricht dabei sowohl die Aussteller als auch das Publikum an. Und so konnte die im letzten Jahr eingeführte Präsentationsform auch in Runde zwei wieder punkten: Wieder war die Halle 3.2 der koelnmesse ausgebucht und zahlreiche Aussteller aus allen Bereichen des Interior Designs vertreten. Eine bunte Mischung aus Möbeln für alle Wohnbereiche, für Schlafzimmer, Outdoor und Bad in Kombination mit Accessoires, Home Entertainment, Leuchten, Farben, Tapeten und Bodenbelägen sorgte für reichlich Abwechslung und eine heterogene Nachbarschaft.

Hohe Designerdichte auf der imm cologne 2011: Martin Bergmann, Oliver Conrad, Cuno Frommherz, Harald Gründl, Giulio Ridolfo und Patricia Urquiola zu Gast in Köln

Harald Gründl (EOOS) auf der imm cologne 2011 (Halle 3.1 - Pure Village). (Foto: Andreas Körner)
Harald Gründl (EOOS) auf der imm cologne 2011 (Halle 3.1 - Pure Village). (Foto: Andreas Körner)

Nennen wir es ein Experiment. Als Journalist auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne – ohne Plan. Einmal nicht mit Terminkalender durch die Hallen hetzen, sondern sich treiben lassen. Einmal sämtliche Pressetermine verpassen und nur kucken, wen man so trifft. Was dabei herauskommt? Unerwartet gute Gespräche und unverhoffte Begegnungen. Dank einer offensichtlich hohen Designerdichte sahen wir viele kreative Menschen auf „eigenen“ und „fremden“ Messeständen.

Harald Gründl und Martin Bergmann vom Wiener Designbüro EOOS begegneten wir dabei einmal auf getrennten Pfaden, Oliver Conrad blieb nach dem ersten Treffen gleich noch zur Jury-Sitzung für die Prämierung von D3 Schools, und Patricia Urquiola war einmal das scheue Reh und dann wieder die überwältigend freundliche und sprühende Frau, die wir von Mailand kannten.

imm cologne geht mit Pure Village erfolgreich in die Offensive

Dem Namen nach hätte es ein idyllisches Plätzchen inmitten des Messetrubels sein mĂĽssen – war es aber nicht. DafĂĽr war hier einfach zu viel los. Eher erinnerte das Pure Village an eine schummerig beleuchtete Piazza am Abend, wenn Reisende aus aller Welt die StraĂźen bevölkern, einen inspirierenden Schaufensterbummel genieĂźen und es sich fĂĽr einen Espresso auf den Treppenstufen in der Mitte des Platzes gemĂĽtlich machen. Fremd waren dabei eigentlich weniger die Besucher als die Umgebung, die den in der Regel lichtĂĽberfluteten, hermetisch umschlossenen und entlang schnurgerader Gänge aufgereihten Ständen konventioneller Messearchitektur eine ganz eigene, intime Ă„sthetik und offene Struktur entgegensetzte.

Die Präsentationsform und Sortimentsvielfalt waren für viele Besucher zunächst ungewohnt. Pure Village sollte für Irritation sorgen und Sehgewohnheiten ändern. Das Konzept ging auf. Der von der Koelnmesse und dem Ausstellungsgestalter Dick Spierenburg erhoffte Effekt war für Aussteller und Publikum eine positive Überraschung: Die Konzentration auf wenige Highlights in exklusivem Rahmen führte zu einer an Kunstgalerien erinnernden Verdichtung zum Teil faszinierender Wohnideen. Zudem rückte das Fehlen der üblichen Schubladen die gestalterische Qualität des Gezeigten als das entscheidende Verbindungsglied in den Vordergrund. Und die Inszenierung im Kontext unterschiedlichster Einrichtungslösungen sorgte für reichlich Gesprächsstoff auch jenseits der Messeroutine, sodass sich für die Aussteller ganz neue Kontakte zu interessanten Zielgruppen erschlossen.