Architektur und Design in Köln (I): Kolumba – Peter Zumthors Kunstmuseum in Köln

Die Ruine der gotischen Kolumba-Kirche ist im wieder aufgebauten Köln das vielleicht eindrucksvollste Bild für den fast vollstĂ€ndigen Untergang der Stadt im Zweiten Weltkrieg. In ihrer Mitte entstand 1949 die Kapelle der »Madonna in den Trümmern« (Architekt Gottfried Böhm) als nahezu improvisiertes GehĂ€use einer unversehrt gebliebenen gotischen Marienfigur.

Kolumba soll ein Ort der Nachdenklichkeit sein. Die Kapelle wurde in den 2007 eröffneten Neubau für das 1853 gegründete Diözesanmuseum Köln integriert, dessen umfangreiche Sammlung vom frühen Christentum bis zur zeitgenössischen Kunst reicht. Bauherr ist Joachim Kardinal Meisner für das Erzbistum Köln.

Der sehr massiv wirkende Entwurf des Architekten Peter Zumthor überführt die Summe der vorhandenen Fragmente in die KomplexitĂ€t eines ganzen GebĂ€udes. Die schlichten Lichtöffnungen im rohen Beton beleuchten stimmungsvoll das Innere.

Kolumba
Kolumbastraße 4
D – 50667 Köln
Öffnungszeiten: tĂ€glich außer dienstags 12-17 Uhr
www.kolumba.de

Möbelindustrie sieht Chancen trotz Finanzkrise

Die deutsche Möbelindustrie sieht trotz der Finanzkrise und ihren aktuellen Auswirkungen auf die Wirtschaft die Chance, in schwierigen Zeiten den Stellenwert von Wohnen und Einrichten zu erhöhen. Immer dann, wenn die Menschen grĂ¶ĂŸere Unsicherheit verspĂŒren, bekommt das eigene Zuhause und die damit verbundene Geborgenheit und Sicherheit in den eigenen vier WĂ€nden einen höheren Stellenwert. Nur die Möbelbranche kann dieses BedĂŒrfnis jetzt befriedigen und damit Möbel im Ranking der persönlichen Begehrlichkeiten weiter nach oben bringen. Hinzu kommt, dass Möbel als wertige und langlebige KonsumgĂŒter eine dauerhafte und verlĂ€ssliche Wertanlage darstellen.

Nachwuchsdesign aus Köln lÀdt zum Shopping ein

Köln genießt als UniversitĂ€tsstadt vor allem ein junges Publikum mit visionĂ€ren Ambitionen und kreativen Ideen. Gerade Nachwuchsdesigner versuchen, hier ihre TrĂ€ume in ein eigenes GeschĂ€ft zu verwandeln. Ein Angelpunkt für NachwuchsdesignerlĂ€den ist das innenstadtnahe Belgische Viertel (www.chicbelgique.de).

Das ModegeschĂ€ft „Labude“ verkauft Nachwuchs-Designermode aus ganz Deutschland und ist von den 20er bis 60er Jahren inspiriert. Die futuristische Boutique „Chang 13“ hingegen prĂ€sentiert jeden Monat ein neues selbstentworfenes Kleid. Die Kollektion sei eine Mischung aus leise-elegantem Understatement mit schrill-lauter Pop-Couture.

Oder doch lieber heimatlich? Im „fraukayser“ wird bei Kaffee und Schokolade gestöbert: Neben selbst bestickten Kindershirts, LĂ€tzchen, Geschirrtüchern und Schürzen werden auch Stickereien in Auftrag gegeben. Nicht nur Kleidung, sondern auch handgefertigtes Alltagsdesign, darunter Kissen, Möbel und Wandobjekte produziert das Engelelf.

Nachwuchsdesigner mit kleinem Budget bekommen auch eine Chance: Im Fachvermietungs-Shop Jawohl mieten die Designer einzelne RegalfÀcher und stellen dort ihre Ware aus.

Wirtschaftsfaktor Design: Design de cologne

Einmal im Jahr macht Köln als Designhauptstadt von sich reden. WÀhrend der internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse imm cologne erlebt ein das Fachpublikum aus aller Welt eine dem Januar-Wetter trotzende, von Design, Installationen und Designprominenz vibrierende Stadt.

Köln wird mit Design vor allem ĂŒber die Möbelmesse in Verbindung gebracht. Außer dem ist in der Designwelt ĂŒber Köln wenig bekannt, abgesehen natĂŒrlich von dem Offensichtlichen: dem gotischen Dom und anderen architektonischen KunstschĂ€tzen, Museen zur modernen Kunst und dem Reiz Kölner Wohnkultur. Und vor allem natĂŒrlich dem tendenziell rustikalen Charme der Rheinstadt mit ihren BrauhĂ€usern und Kölsch-Kneipen.

Dabei sollte es bei der kommunikativen und kommerziellen Bedeutung der imm cologne fĂŒr die internationale Designwelt nicht verwundern, dass sich in der Stadt ĂŒber die Jahre eine kreative Szene entwickelt hat, die ĂŒber Institutionen, Bildungseinrichtungen, Studios, Galerien, diverse Veranstaltungsformate und den Einzelhandel eine beeindruckende Wirtschaftskraft fĂŒr die Region entfaltet, die von einer ungewöhnlichen Vielfalt geprĂ€gt ist. Die Branche ist hier unter anderem mit Industrie- und Produktdesign, Corporate- und Kommunikationsdesign, Medien- und Modedesign, Eventdesign oder Architektur und Interior Design vertreten.

[dÂł] design talents – junge Kreative sorgen fĂŒr Aufbruchsstimmung in der Möbelwelt

„Es herrscht ein neuer Geist unter den Jungdesignern“, freute sich der schwedische Architekt Eero Koivisto kĂŒrzlich anlĂ€sslich einer PrĂ€sentation des imm trendbook 2009. „Sie trĂ€umen nicht mehr so sehr davon, ruhmreiche Starobjekte zu entwerfen, sondern es geht ihnen um die Sache. Sie arbeiten oft im Team und streben danach, GegenstĂ€nde von nachhaltigem Wert zu schaffen.“ Wer diese Aufbruchsstimmung spĂŒren möchte, kommt in der Zeit vom 19. bis 25. Januar zur imm cologne.

In Halle 3.1 ist den jungen Kreativen unter dem Namen [d³] design talents eine ganze Etage gewidmet. VisionÀre und Newcomer prÀsentieren sich dort in drei Bereichen: [d³] contest, [d³] professionals und [d³] schools.

Was ist Deutsches Design? Aktuelle Konzepte jenseits des rechten Winkels

Möbeldesign aus Deutschland ist nicht nur bequem, sondern auch unbequem, nicht nur geradlinig, sondern auch mal schrĂ€g. Seine Ästhetik erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick, hĂ€lt dafĂŒr aber ein ganzes Leben. Ein Blick unter die OberflĂ€che verrĂ€t, warum.

Designlegenden der Bauhaus-Bewegung wie Marcel Breuer, Marcel Breuer und Mies van der Rohe wĂŒrden die Welt nicht mehr verstehen: Dem deutschen Design geht die Luft aus. Regale verlieren ihre Struktur, Sofas mĂŒssen ausgestopft werden, merkwĂŒrdig geknickte Tischbeine halten die Platte scheinbar zufĂ€llig in der Waage, und Lampen sehen aus wie ein durch StoffbĂ€nder zusammengehaltenes Drahtskelett.

Europas erstes DesignCamp findet im Rahmen der imm cologne statt

„Kreativ, mutig, visionĂ€r“ – das ist das Motto von Europas erstem BarCamps zum Thema „Design“. Parallel zur weltweit fĂŒhrenden Einrichtungsmesse, der imm cologne 2009, veranstaltet ein mehr als zehnköpfiges Orga-Team rund um Ideengeber Frank Huber am 24. und 25. Januar 2009 in Köln mit dem DesignCamp Cologne eine „nutzergenerierte“ Unkonferenz zum Thema „Design“.

„Let a thousand flowers bloom“ – Vielfalt der Themen und Teilnehmer als kreativer NĂ€hrboden
Im Rahmen selbstinitiierter Sessions können sich Designer auf dem DesignCamp Cologne austauschen, gegenseitig ĂŒber neue Entwicklungen informieren, inspirieren lassen und interessante Projekte vorstellen. Um Grenzen zu ĂŒberschreiten, sind Designer aller Fachrichtungen angesprochen. Egal ob Architekt, Web-, Interieur-, Produkt-, 3D-, Industrie-, Foto-, Grafik-, oder Multimediadesigner, jeder Teilnehmer kann seine Themen aktiv einbringen und gemeinsam mit anderen völlig neue, interdisziplinĂ€re Ideen entwickeln.