„Fair Design“: internationale Messearchitektur von Karim Rashid, Luigi Colani und Francesc RifĂ©

fair-designDie Bedeutung von Messeauftritten ist trotz der Konkurrenz durch das Internet nach wie vor immens. Der direkte Kontakt zum Hersteller bleibt für Kunden weiterhin ein zentrales Thema, und so bilden MessestĂ€nde immer noch einen wichtigen Teil der Markenpositionierung.

Wie unterschiedlich sich die Auftritte für verschiedene Auftrageber gestalten können, zeigt Sibylle Kramer in „Fair Design“ mit insgesamt 60 Projekten internationaler Messearchitektur von der Kölner Orgatec bis zur Expo im japanischen Aichi, darunter Projekte von Karim Rashid, Luigi Colani und Francesc RifĂ©.

Oliver Holy und die Möbeltrends 2009: „Leise QualitĂ€t statt lauter Luxus.“

oliver_holy1Welche Trends prÀgen in diesem Jahr das Einrichtungs- und Möbeldesign? Wir fragten Designer, Hersteller, HÀndler und Journalisten nach ihren EinschÀtzungen und Beobachtungen.

Oliver Holy, CEO ClassiCon, München:
Auf der Messe ist mir immer wieder der neue Begriff des „Homing“ begegnet. Auch wenn es mir widerstrebt, den VerĂ€nderungen der Bedürfnisse immer gleich ein Label zu verpassen, kann ich doch nachvollziehen, was hiermit erfasst werden soll. Auch ich glaube, dass die Verunsicherung durch die aktuellen wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen zu dem Wunsch nach Konzentration auf Wesentliches führt. Übertragen auf Wohnen und Materialien heißt das für mich, dass natürliche, „geerdete“ und auch patinafĂ€hige Möbel bevorzugt werden, dass Lautes, Schrilles verdrĂ€ngt wird durch haptisch angenehme Formen und Materialien.

Professor Stefan Heiliger: „Die Moderne lĂ€sst offensichtlich zu wenig EmotionalitĂ€t zu.“

prof_heiligerStefan Heiliger, geboren 1941 in Berlin, studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und bei Wilhelm Wagenfeld in Stuttgart. Von 1964 bis 1977 arbeitete er als Designer bei Mercedes-Benz. Einer der wichtigsten Entwürfe aus Heiligers Autophase ist der Mercedes-Kastenwagen 207 D, der millionenfach gebaut wurde.

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zeigte im Jahre 2007 in einer Retrospektive vor allem die bekannten Relax-Möbel des Designers aus der Zeit nach seiner TĂ€tigkeit als Automobildesigner. Als Professor an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und als Inhaber eines Designstudios spezialisierte sich Stefan Heiliger auf das Entwerfen von Möbeln.

Architektur und Design: Ein Plan für die Wohnung von morgen

wohnung_von_morgenWohnschablonen sind nicht mehr angesagt. FlexibilitĂ€t und IndividualitĂ€t zeichnen eine zeitgemĂ€ĂŸe Wohnungsarchitektur und -einrichtung aus. Oder gibt es nur einfach neue Schablonen? Zumindest lassen sich allgemeine Strukturen skizzieren, die den Grundriss der Wohnung von morgen bestimmen.

Handlungsbedarf zeichnet sich ab – vor allem bei der Standardwohnung. Die eigenen vier WĂ€nde, das Haus im Grünen: Alterssitz und Erbgroschen. Aber auch ohne Besitzurkunde ist der „Ikea-Nestbauinstinkt“ (Chuck Palahniuk: Fight Club) so stark verbreitet wie nie zuvor.

Philipp Mainzer, e15: „Die Küche wird endlich als soziales Zentrum im Wohnbereich wahrgenommen“

e15_kuecheE15 ist eine internationale Einrichtungsmarke im oberen Marktsegment. Modernes und zeitloses Design, ausgewĂ€hlte Materialien und ManufakturqualitĂ€t sind die wichtigsten Merkmale der Marke. GegrĂŒndet wurde das Unternehmen von dem Architekten Philipp Mainzer und dem Designer Florian Asche 1995 in London.

Heute hat es seinen Sitz in Deutschland, Oberursel, in der NĂ€he von Frankfurt am Main. Die Möbel werden überwiegend im Rhein-Main-Gebiet gefertigt und weltweit an über 500 Partner in den wichtigen MĂ€rkten in Europa, USA, Asien Australien vertrieben. ZusĂ€tzlich zu der Möbelkollektion ist e15 in den Bereichen Design Services und Architektur tĂ€tig und realisiert Projekte mit Schwerpunkten in Europa und Asien.

Home Office: Wenn der Job es sich auf dem Sofa gemütlich macht

IntimsphĂ€re ist der Luxus des 21. Jahrhunderts. Die Wohnung öffnet sich zunehmend der Außenwelt, wird zur Bühne, zur ArbeitsstĂ€tte. Und wĂ€hrend die WĂ€nde des Kokons dünner werden und die Grenzen verwischen, vermischt sich auch der Formenkanon privater und öffentlicher Ästhetik.

Von Natur aus ist der Mensch ein Nomade. Eigentlich. Jahrtausende lang beschrĂ€nkte sich sein Nestbautrieb auf Höhlen und das, was wir heute „temporĂ€re Architektur” nennen würden – mehr oder weniger provisorische Schutzhütten. Man trat hinein oder hinaus, innen war innen und außen außen. Fensterlöcher wurden verrammelt, und das Zimmer mit Aussicht ist eine romantische Erfindung. Die Wohnung als Lebensmittelpunkt mit individueller Ästhetik und privatem Charakter ist nicht nur ein neuzeitliches, sondern geradezu modernes PhĂ€nomen.

Harald Gründl (EOOS) im Interview: „Es steht ein Paradigmenwechsel bevor.”

EOOS: Gernot Bohmann, Harald Gründl (Mitte) und Martin Bergman. Foto: Udo Titz
EOOS: Gernot Bohmann, Harald Gründl (Mitte) und Martin Bergman. Foto: Udo Titz

EOOS, das sind Martin Bergmann (*1963 in Lienz/Osttirol), Gernot Bohmann (*1968, Krieglach/Steiermark) und Harald Gründl (*1967, Wien). Nach ihrem Studium an der UniversitĂ€t für angewandte Kunst in Wien gründeten sie 1995 das Gemeinschaftsbüro EOOS. EOOS arbeitet in den Bereichen Möbel- und Produktdesign sowie im Shopdesign für Kunden wie Giorgio Armani, Adidas, Alessi, Bulthaup, Bene, Duravit, Walter Knoll, Keilhauer, Matteograssi und Zumtobel.

Für EOOS ist Design eine poetische Disziplin und eine kulturelle Dienstleistung an der Gesellschaft. EOOS basic research erforscht Rituale, Mythen und intuitive Bilder im Rahmen der „Poetischen Analyse”. Ihre ersten Bücher „The Death of Fashion” und „The Cooked Kitchen“ sind im Springer Verlag Wien New York erschienen. Bis heute erhielt EOOS über 40 internationale Auszeichnungen, darunter 2004 den italienischen Designpreis Compasso d’Oro für Kube, produziert von Matteograssi. 2007 wurden EOOS vom Österreichischen Rundfunk (ORF) und der Tageszeitung Die Presse zu den „Österreichern des Jahres” im Bereich Creative Industries gewĂ€hlt.

imm cologne 2010 – die internationale Einrichtungsmesse generiert Business im stĂ€rksten Markt Europas

„Ausstellen, wo die Kaufkraft sitzt“ lautet das Motto fĂŒr die imm cologne 2010 (19.-24.01.2010). Denn die internationale Einrichtungsmesse generiert Business im stĂ€rksten Markt Europas. Das Konsumklima in diesem Markt ist robust und soll stabil bleiben, das prognostizieren jedenfalls fĂŒhrende Marktforschungsinstitute wie z.B. die Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung (GfK) in NĂŒrnberg.

Eine erfreuliche Nachricht konnte kĂŒrzlich auch der EuropĂ€ische Wirtschaftsdienst fĂŒr Möbel (EUWID) mit Sitz in Gernsbach vermelden: Die Kaufabsichten der Deutschen fĂŒr Möbel und HaushaltsgerĂ€te bleiben weitgehend stabil. Rund 28 % der Konsumenten planen demnach, im Jahr 2009 Möbel zu kaufen – nur ein Prozentpunkt weniger als 2008.

Green Design: Der ökologische Fußabdruck des Designers

Möglichst leicht soll er sein, der Abdruck, den unsere FĂŒĂŸe auf unserem Planeten hinterlassen – das ist das Ziel von Green Design. Auch die Produktdesigner wollen nicht mehr nur Ă€sthetische Zeichen setzen, sondern sich mit unkonventionellen Ideen und nachhaltigen Produktkonzepten fĂŒr eine bessere UmweltvertrĂ€glichkeit unseres Lebensstils einsetzen.

Green Design, das ist der Traum vom „guten” Design, von Dingen, die niemandem weh tun – nicht der Natur, der das Material entnommen und der die Überreste zugemutet werden, nicht dem Planeten, dem die Energie entzogen und in dessen AtmosphĂ€re sie gepustet wird, und schließlich auch nicht dem Menschen, der den Gegenstand herstellt oder ihn nutzt.

imm cologne lÀsst die Branche optimistisch in die Zukunft schauen

Gerald Böse, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Koelnmesse GmbH
Gerald Böse, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Koelnmesse GmbH

Konzentriertes Business auf hohem Niveau sorgte fĂŒr eine positive Bilanz der imm cologne 2009. Rund 100.000 Besucher hatten sich in der letzten Woche ĂŒber das Angebot von 1.057 Unternehmen aus 49 LĂ€ndern informiert. Die emotionale Inszenierung in den Hallen der Koelnmesse machte den Besuchern geradezu Lust auf das Thema Einrichten und sorgt so fĂŒr nachhaltige wirtschaftliche Impulse in der Branche.

Entsprechend zeigten sich die Aussteller mit den getĂ€tigten AbschlĂŒssen „zufrieden bis sehr zufrieden“. „Ich bin der Überzeugung, dass wir innerhalb der herrschenden Rahmenbedingungen eine gute Möbelmesse erlebt haben. Der realistische Optimismus der Branche spiegelte sich sieben Tage in den Hallen wider“, so Gerald Böse, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Koelnmesse.