D3 Contest-Teilnehmer Lex Pott: „Der Designer ist sekundär.“

Foto: Lex Pott und David DerksenFoto: Lex Pott und David Derksen

Lex Pott arbeitet in einem Studio in der NDSM-Werft, einem Kreativzentrum im Norden Amsterdams, das auf einem ehemaligen Werftgelände entstanden ist. Zu dem D3 Contest hat sich der Niederländische Designer Lex Pott gemeinsam mit David Derksen angemeldet. Die beiden Absolventen der Design Academy Eindhoven haben sich mit einem Objekt beworben, das sich mit der Ästhetik der Vergänglichkeit auseinandersetzt. Mit dem Transience Mirror kamen sie denn auch unter die Finalisten des D3 Contest, die auf der Kölner Einrichtungsmesse ausstellen durften.

Jenny Ekdahl, D3 Contest: „Design zu hinterfragen, ist wie die Dinge aussehen und funktionieren.“

Foto: Jenny Ekdahl

Den Stellenwert von Design in Schweden schätzt die junge Designerin Jenny Ekdahl nicht so hoch ein, wie oft angenommen. „Es ist ziemlich schwer, die Öffentlichkeit für neues Design zu erreichen“, erklärt sie. Daher freut sie sich umso mehr über ihre Teilnahme am D3 Contest, bei dem sie mit ihrer Arbeit ein breites Publikum in einem weiten Kontext neuen Designs erreicht hat. Vorgestellt hat sie den „Dear disaster“, einen Schrank mit beweglicher Oberflächenstruktur. Die 2.000 kleinen hölzernen Schuppen an seiner Front können einzeln zu unterschiedlichen Mustern umgedreht werden.

D3-Teilnehmer Rasmus Fex: „Es wird Zeit, dass eine neue Generation übernimmt.”

Foto: Rasmus Fex

Rasmus Fex bezeichnet die Umstände, die ihn zum Möbeldesign geführt haben, als Unfall. Bevor der Däne über das Interior Design zum Produktdesign kam, war er im Bereich Bühnenbildgestaltung künstlerisch aktiv. Die Ideen für seine Kreationen kommen ihm oft während der Sauna oder wenn er im Bett liegt: „Oft hat man die besten Ideen, wenn man etwas ganz anderes macht.” Inspirieren lässt er sich von konzeptioneller Kunst, Dadaismus und Designern wie Marcel Duchamp, De Stijl oder auch Gerrit Rietveld, über den er sagt: „Seine Möbel sind Kunst und Design zugleich. Sie sind skulptural und funktional.”

D3-Contest-Teilnehmer Julian Sterz: „Ich wollte immer schon mal was zersägen.“

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Der Weg zum Design kam für Julian Sterz über Umwege. Bei seiner Ausbildung zum Industriemechaniker hat er nach einer Verbindung zwischen Technik und seinem Interesse an Graffiti und Kunst gesucht. Industrial Design schien ihm da der beste Weg. Den künstlerisch-konzeptionellen Ansatz sieht man seinen Entwürfen allerdings auf den ersten Blick an. Auf der imm cologne hat der Nachwuchsdesigner dem Messepublikum seinen Entwurf des ¾-Platzhalter-Stuhls vorgestellt.

D3-Contest-Teilnehmerin Hanna Krüger: „Dinge spiegeln auch immer einen Zeitgeist wider“

Foto: Hannah Krüger

Für Hanna Krüger ist Zeichnen und Entwerfen eine andere Form des Denkens, eine Arbeit, die sie glücklich macht. Besonders gefallen der Perfektionisten die Arbeiten der berühmten Designer Ettore Sottsass und Tapio Wirkkala. Nicht so sehr, „weil ich alle Objekte bedingungslos schön finde, sondern viel mehr aufgrund Ihrer starken Eigenwilligkeit. Diese beeindruckt mich, daran kann man sich reiben“, erklärt Krüger. Ihre eigenen Stärken sieht die gebürtige Berlinerin gerade darin, die Gedanken ihres künstlerisch-konzeptionellen Schaffens mit dem direkten Tun, auch mit den eigenen Händen, zu verbinden.

Interview Dick Spierenburg: „Pure ist ein Format für Designqualität“

Foto: Koelnmesse; Andreas KörnerFotos: Andreas Körner, Koelnmesse

Auf dem Weg von einer Möbelmesse zu einer Einrichtungsmesse mit ganzheitlichem Anspruch verändert die imm cologne immer mehr ihr Gesicht – auch in Bezug auf die Architektur des Segments Pure, in dem traditionell die primär designorientierten Markenunternehmen ausstellen. Ablesbar ist dies an der Etablierung von Pure-Ablegern, die das Segment für weitere Interior Design-Sortimente öffnen (Pure Village) oder Spezialsortimenten eine exklusive Plattform bieten (Pure Textile). Als externer Berater und Creative Director entwickelte Dick Spierenburg bereits die Messearchitektur des vor drei Jahren eingeführten Formats Pure Village.

Interview Dick Spierenburg: „In ‚Das Haus‘ sehen wir Einrichtungsstile, die ihrer Zeit weit voraus sind.“

Dick Spierenburg ist der Creative Director des neuen Design-Highlights der imm colgogne: „Das Haus – Interiors on Stage“. Als erste Designer hat er das Londoner Designstudio Doshi Levien eingeladen, mitten in Pure Village so etwas wie eine schlüsselfertige Vision von den Möglichkeiten des Wohnens zu bauen. Im Interview spricht er über die Entscheidung für das Designerpaar und die Grundidee des neuen Projektes.

Interview mit Doshi Levien über
„Das Haus – Interiors on Stage“ (Teil 2)

Wie sind Sie bei dem Entwurf für die imm cologne vorgegangen?

Nipa Doshi: Wir haben mit ineinandergreifenden Volumen gearbeitet, wie man sie unter anderem in Industriebauten findet, und erhalten so fragmentierte Räume. Als strukturierende Elemente stellen wir uns Wände in unterschiedlicher Transparenz und Rahmen mit Netz-ähnlicher Bespannung vor, die der Idee indischer Jalis entlehnt sind. Räume werden durch Fenster verbunden, und von unterschiedlichen Wohnebenen führen Stufen zu einem zentralen Hof hinunter.

Interview Doshi Levien:
„Das perfekte Haus ist eines, das niemals fertig ist.“

Das indisch-britische Designer-Paar Nipa Doshi und Jonathan Levien gestaltet eine große Wohn-Installation auf der imm cologne 2012. Noch mitten in der Planungsphase für „Das Haus – Interiors on Stage“ sprechen Sie in Ihrem Londoner Studio über ihre Vision von individuellen Wohnformen, verschmelzenden Räumen und organisch gewachsenen Häusern. Ihr aus ineinander geschachtelten Funktionszonen bestehender Entwurf erinnert an eine Collage von Bildern realer Architektur, unterschiedlichen Kulturen und originellen Traumbildern. Eine Innenansicht.