D3-Contest-Teilnehmer KIMU: „Wir lassen Objekte miteinander kommunizieren.”

Foto: Kimu

Obwohl sie meist von unterschiedlichen Ländern aus arbeiten, sehen sich Lin Yi Hsien, Shih Hsiao Chun und Yeh Ting Wei vom Designstudio KIMU aus Taiwan als Team. Sie sind Perfektionisten, zerstreute Chaoten, Künstler und Forscher – anscheinend liegt ihre Kreativität im Spannungsfeld ihrer Charaktere. Es macht ihnen einfach mehr Spaß, zusammen zu arbeiten als alleine. Kommuniziert und „gelebt“ wird übers Internet. Denn „drei Köpfe sind immer besser als nur einer“, lautet ihr gemeinsames Statement.

D3 Contest-Teilnehmerin Tina Schmidt: „Manche Freunde denken, ich mache das Innere von Ü-Eiern.“

Foto: Tina Schmidt

Die besten Ideen kommen Tina Schmidt in ihrer Werkstatt oder im Schlaf. Gut möglich, dass ihr der Einfall zu ihren Objekten „Tilt“, die sie im Rahmen des D3 Contests auf der imm cologne präsentiert hat, auch im Traum erschienen sind. Die perspektivischen Grafiken ihrer Entwürfe verwandeln sich zu dreidimensionalen Objekten im Raum. Die Würfelgrafik lässt sich zu einem temporären Tisch ausklappen, der Quader zu einem stummen Diener.

D3 Contest-Teilnehmerin Ellen Heilmann: „Würden wir nicht weiter gestalten, würde kulturell viel fehlen.“

Foto: Ellen Heilmann

„Die Dinge, die ich gestalte, sind oft solche, die ich selbst gerne hätte oder die mir fehlen.“ Wenn viele andere Menschen ihren Wunsch teilen, ist das nicht der schlechteste Antrieb, um Designerin zu werden. Die D3-Contest-Teilnehmerin Ellen Heilmann hat Spaß daran, kreativ zu arbeiten und Ideen umzusetzen. Ein erster Erfolg ist die Realisierung und Markteinführung eines Sport- und Spielgerätes, das sie als Diplomarbeit entwickelt hat und das sich gut für therapeutische Zwecke einsetzen lässt. Den Großteil ihres Lebensunterhalts verdient die ausgebildete Ergotherapeutin und selbständige Designerin allerdings noch in ihrem alten Beruf. Das könnte sich durch die Teilnahme am D3 Contest der imm cologne aber bald ändern.

D3 Contest-Teilnehmer Lex Pott: „Der Designer ist sekundär.“

Foto: Lex Pott und David DerksenFoto: Lex Pott und David Derksen

Lex Pott arbeitet in einem Studio in der NDSM-Werft, einem Kreativzentrum im Norden Amsterdams, das auf einem ehemaligen Werftgelände entstanden ist. Zu dem D3 Contest hat sich der Niederländische Designer Lex Pott gemeinsam mit David Derksen angemeldet. Die beiden Absolventen der Design Academy Eindhoven haben sich mit einem Objekt beworben, das sich mit der Ästhetik der Vergänglichkeit auseinandersetzt. Mit dem Transience Mirror kamen sie denn auch unter die Finalisten des D3 Contest, die auf der Kölner Einrichtungsmesse ausstellen durften.

Jenny Ekdahl, D3 Contest: „Design zu hinterfragen, ist wie die Dinge aussehen und funktionieren.“

Foto: Jenny Ekdahl

Den Stellenwert von Design in Schweden schätzt die junge Designerin Jenny Ekdahl nicht so hoch ein, wie oft angenommen. „Es ist ziemlich schwer, die Öffentlichkeit für neues Design zu erreichen“, erklärt sie. Daher freut sie sich umso mehr über ihre Teilnahme am D3 Contest, bei dem sie mit ihrer Arbeit ein breites Publikum in einem weiten Kontext neuen Designs erreicht hat. Vorgestellt hat sie den „Dear disaster“, einen Schrank mit beweglicher Oberflächenstruktur. Die 2.000 kleinen hölzernen Schuppen an seiner Front können einzeln zu unterschiedlichen Mustern umgedreht werden.

D3-Teilnehmer Rasmus Fex: „Es wird Zeit, dass eine neue Generation übernimmt.”

Foto: Rasmus Fex

Rasmus Fex bezeichnet die Umstände, die ihn zum Möbeldesign geführt haben, als Unfall. Bevor der Däne über das Interior Design zum Produktdesign kam, war er im Bereich Bühnenbildgestaltung künstlerisch aktiv. Die Ideen für seine Kreationen kommen ihm oft während der Sauna oder wenn er im Bett liegt: „Oft hat man die besten Ideen, wenn man etwas ganz anderes macht.” Inspirieren lässt er sich von konzeptioneller Kunst, Dadaismus und Designern wie Marcel Duchamp, De Stijl oder auch Gerrit Rietveld, über den er sagt: „Seine Möbel sind Kunst und Design zugleich. Sie sind skulptural und funktional.”

D3-Contest-Teilnehmer Julian Sterz: „Ich wollte immer schon mal was zersägen.“

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Der Weg zum Design kam fĂĽr Julian Sterz ĂĽber Umwege. Bei seiner Ausbildung zum Industriemechaniker hat er nach einer Verbindung zwischen Technik und seinem Interesse an Graffiti und Kunst gesucht. Industrial Design schien ihm da der beste Weg. Den kĂĽnstlerisch-konzeptionellen Ansatz sieht man seinen EntwĂĽrfen allerdings auf den ersten Blick an. Auf der imm cologne hat der Nachwuchsdesigner dem Messepublikum seinen Entwurf des Âľ-Platzhalter-Stuhls vorgestellt.

D3-Contest-Teilnehmerin Hanna Krüger: „Dinge spiegeln auch immer einen Zeitgeist wider“

Foto: Hannah KrĂĽger

Für Hanna Krüger ist Zeichnen und Entwerfen eine andere Form des Denkens, eine Arbeit, die sie glücklich macht. Besonders gefallen der Perfektionisten die Arbeiten der berühmten Designer Ettore Sottsass und Tapio Wirkkala. Nicht so sehr, „weil ich alle Objekte bedingungslos schön finde, sondern viel mehr aufgrund Ihrer starken Eigenwilligkeit. Diese beeindruckt mich, daran kann man sich reiben“, erklärt Krüger. Ihre eigenen Stärken sieht die gebürtige Berlinerin gerade darin, die Gedanken ihres künstlerisch-konzeptionellen Schaffens mit dem direkten Tun, auch mit den eigenen Händen, zu verbinden.

Interview Dick Spierenburg: „Pure ist ein Format für Designqualität“

Foto: Koelnmesse; Andreas KörnerFotos: Andreas Körner, Koelnmesse

Auf dem Weg von einer Möbelmesse zu einer Einrichtungsmesse mit ganzheitlichem Anspruch verändert die imm cologne immer mehr ihr Gesicht – auch in Bezug auf die Architektur des Segments Pure, in dem traditionell die primär designorientierten Markenunternehmen ausstellen. Ablesbar ist dies an der Etablierung von Pure-Ablegern, die das Segment für weitere Interior Design-Sortimente öffnen (Pure Village) oder Spezialsortimenten eine exklusive Plattform bieten (Pure Textile). Als externer Berater und Creative Director entwickelte Dick Spierenburg bereits die Messearchitektur des vor drei Jahren eingeführten Formats Pure Village.