Symmetrie

In der griechischen Antike wurde das ästhetische Prinzip der Symmetrie erstmals beschrieben als die Ausgewogenheit, die sich im Verhältnis des Ganzen zu seinen Teilen zeigt. Später — insbesondere im Barock — stand die Spiegelbildlichkeit aller entlang einer Mittellinie angeordneten Teile eines Ganzen im Vordergrund. In der Gestaltung bedeutet Symmetrie soviel wie Ebenmaß — zwei oder mehr Elemente sind proportional und formal gleich angelegt und stehen räumlich in einem eindeutigen Bezug zueinander. Ein symmetrischer Aufbau arbeitet meistens mit geometrischen Grundformen; dadurch wird ein klassischer Eindruck erzielt. Bewegung innerhalb eines symmetrischen Aufbaus hat immer eine klare Ausrichtung. Spiegelbildliche Anordnung, Axialität und wiederkehrende Formen ergeben dann einen gerichteten Bild- oder Raumeindruck. Wahrnehmungspsychologisch kommt die Symmetrie dem menschlichen Bedürfnis nach Ordnung entgegen. So galt die symmetrische Gliederung des menschlichen Körpers in der Renaissance als ultimativer Maßstab für die Kunst. Wo sich in der Natur Symmetrie zeigt — bei einer Muschel, kristallinen Strukturen, einem See oder einem regelmäßig ändernder Flusslauf — fällt dem Menschen das Wiedererkennen bzw. die Orientierung leichter, und er empfindet den Anblick als angenehm. Die Verhaltensforschung hat gezeigt, dass symmetrische Gesichtszüge von den meisten Menschen als attraktiv empfunden werden. In der Architektur ist die Symmetrie unter statischen Gesichtspunkten wichtig. Aber auch ästhetisch bewirkt ein symmetrischer Aufbau immer einen Spannungsausgleich.

Symbol

Symbol (lat./griechischen Ursprungs) ist ein Bild für etwas anderes, ein über Konventionen definierter Bedeutungsträger, der als Kennzeichen, Emblem oder Sinnbild fungiert. Seine Funktion als Zeichen erhält es dadurch, dass es stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares steht. Symbolisch meint also zunächst einmal „stellvertretend“ oder „auf einen tieferen/verborgenen Sinn hinweisend“. Im Designkontext sind Symbole weniger direkte oder unmittelbare Zeichen (als die sie etwa in der Sprachtheorie gelten und auf Verkehrsschildern auftauchen) als indirekte bzw. mittelbare Zeichen. Es steht für etwas anderes als der Gegenstand selbst und weist über ihn hinaus. Symbole, wie sie in Religion, Mythos oder Kunst vorkommen, lassen sich in ihrer Bedeutung oft nicht rational übersetzen oder interpretieren. Ähnliche Bedeutungstiefe lässt sich zwar auch im Design finden, doch haben Symbole hier eher eine emotionale Funktion. Entweder die Form selbst repräsentiert eine vertraute, konventionelle Welt oder einzelne Gestaltungselemente stehen für etwas außerhalb Liegendes — etwa die Farbe Gold für Luxus oder Orient und Chrom für Hightech oder die Blattform einer Liege für Natur. Die symbolische Funktion von Design (im Unterschied zur Anzeichenfunktion, mit dem Verwendungszweck und Bedienung angezeigt werden) zeigt sich im Verweis auf gesellschaftliche Kontexte. So symbolisierte der Bauhausstil Avantgarde- Denken, der Funktionalismus den industriellen Fortschritt, der Landhausstil das einfache Leben und Minimalismus Kultiviertheit und Hightech-Komfort.

Styling

Styling bedeutet die formalästhetische Überarbeitung eines Produkts im Sinne einer Verschönerung der Hülle mit dem Ziel besserer Verkäuflichkeit. Styling bezeichnet einen meist geringfügigen, rein äußerlichen Feinschliff. Hiermit wird die Wahl des Kunden durch den hohen optischen Reiz beeinflusst. Styling wird in verschiedensten Bereichen angewendet, z.B. Essen, Blumen, menschlicher Körper, Innenraumausstattung. Dies gilt auch für Ausstellungen, die mithilfe angemessener Dekoration (vgl. Accessoires) an Attraktivität für den Endkunden gewinnen. Durch die Auswahl an Styling-Elementen (Formen, Materialien, Farben, Licht) können verschiedene Zielgruppen angesprochen werden. Styling am einzelnen funktionalen Produkt hat sich in den 30er- bis 50er-Jahren in den USA zum dominanten Stilprinzip entwickelt. Eine Form wird nicht aufgrund einer funktionalen Anforderungen gewählt, sondern weil sie einen hohen optischen Reiz bietet. Styling bedeutet die formalästhetische Überarbeitung eines Produkts im Sinne einer Verschönerung der Hülle mit dem Ziel besserer Verkäuflichkeit. Als Begründer des Stylings gilt Raymond Loewy. Seine berühmtesten Produkte neben diversen Kühlschränken oder dem Greyhound-Bus sind wohl die Lucky-Strike-Zigarettenpackung und das Shell-Logo. Das Styling entwickelte sich aus der Werbung und wurde als Ausdruck des Fortschrittglaubens zum Inbegriff des American Way of Life. Hier galt Design in erster Linie als Marketingfaktor, während die europäische Schule (William Morris, Werkbund, Bauhaus, HfG Ulm) Design immer mit moralischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Ambitionen verknüpfte. Charakteristisches formales Merkmal des Stylings ist die Stromlinienform (vgl. Stromlinienform).

strukturiert

Unter Struktur (von lat.: „structura“ = ordentliche Zusammenfügung, Bauwerk) versteht man den (inneren) Aufbau einer Sache oder eines Systems. Im Design ist diese Struktur nicht immer erkennbar, wenn etwa die konstruktiven Teile eines mehrschichtig aufgebauten Körpers durch eine äußere Schicht oder Polsterung ergänzt oder kaschiert werden, die entweder eine Nutzungsfunktion (wie ein Polster) oder eine formale Aussage tragen (plastische Form, Hülle, Verbindungen und Verblendungen).

Stromlinienform

Als Stromlinienform bezeichnet man allgemein die tropfenförmige Idealform eines Körpers oder Gegenstandes, die sich durch einen geringen Strömungswiderstand gegenüber dem umströmenden Medium, zumeist Luft oder Wasser, auszeichnet. Vorbilder finden sich häufig in der Natur. Im Transportdesign ist sie meist das Ergebnis aerodynamischer Studien im Flugzeug- und Automobilbau etc. Typisch sind die spitz auslaufenden Formen, wie sie etwa ein Rennhelm im Radsport aufweist. In der Designgeschichte spielt die Stromlinienform vor allem in den USA der 30er bis 50er Jahre eine große Rolle, von wo aus sie sich als dekoratives Gestaltungselement auch im Wirtschaftswunder-Deutschland verbreitete. Die „streamline“ wurde hier als Zeichen für Fortschritt und Dynamik auf beliebige Alltagsgegenstände übertragen. Nicht nur Autos und Busse, sondern auch Gebäude, Kinderwagen, Kaffeemaschinen und Bleistiftanspitzer dieser Zeit wiesen turbinenähnliche Formen und spitz auslaufende Zierleisten auf.

stringent

Bündig, zwingend, streng sowohl im logischen als auch im ästhetischen Sinn. Ein stringenter Aufbau in der Gestaltung bezeichnet einen konsequenten, logischen oder sich notwendig ergebenden Zusammenhang, der sowohl ästhetisch als auch funktional begründet sein kann (vgl. auch „durchgängiges Design“).

stilvoll

In angemessenem Stil; einen charakteristischen Stil aufweisend. Eine stimmige Gestaltung, die durch Harmonie der einzelnen Elemente wie durch das einheitliche Gesamtbild ĂĽberzeugt, erweckt zumeist auch den Eindruck einer stilvollen Hand.

Stilmix

Kombination von Stilelementen unterschiedlicher Herkunft — etwa verschiedener historischer Zusammenhänge (vgl. „Eklektizismus“) oder ästhetischer Gestaltungsrichtungen. In der Regel werden hierbei jeweils Produkte unterschiedlichen Designs eingesetzt, und nicht etwa verschiedene Stile innerhalb eines Produkts/einer Kollektion vermischt, sodass die Stile erkennbar bleiben. Im Interior Design ist es eine gängige Methode; hierbei werden die Stilelemente meist sparsam dosiert, um Akzente und Kontraste zu setzen, um so eine Spannung aufzubauen und gewohnte Sichtweisen aufzulockern, wodurch einem minimalistischen oder puristischen Ambiente ein individuelles Gepräge gegeben werden kann. Eine Motivation ist, eine frische Sicht auf Dinge zu provozieren, die aufgrund ihrer glatten Perfektion als ästhetische Norm gelten.

Stil

Stil ist in erster Linie der Ausdruck von Persönlichkeit. Er kann aber nicht nur eine individuelle Ausdrucksweise bezeichnen, sondern auch die typische Darstellungs- und Ausdrucksweise einer Epoche (wie der Jugendstil), einer Region (etwa das italienische „Bel Design“) oder eines Künstlers/einer Gruppe von Künstlern oder Designern (Bauhaus, Memphis etc.). Ein Stil ist gekennzeichnet durch wiederkehrende, charakteristische Merkmale, durch die Auswahl und die Anwendung von Formen. Bilden diese Merkmale ein einheitliches, bei vielen Individuen nachzuweisendes Muster, spricht man in der bildenden Kunst von einer Stilrichtung. Bilden diese Ausdrucksmittel sich zu einem persönlichen Stil aus, spricht man von einem Individualstil, der in der Kunst, im Design oder in der Mode wieder zu finden ist. Ein Stil kann aber auch unabhängig von Persönlichkeiten und Zeiten als „archaisch“, „ideal“ oder als „naturalistisch“ bezeichnet werden. Im Design sind besonders die stilistischen Kategorien funktionalistisch, minimalistisch, organisch und klassisch verbreitet.

Statik/statisch

Statik (von altgriech. „statike“ (techne) = (Kunst des) Wägens, „statikos“ = zum Stillstand bringend) bezeichnet allgemein Ruhendes oder Unbewegliches sowie die physikalischen und bautechnischen Mechanismen, die zum Ruhen der Kräfte führen. Das enstsprechende Adjektiv steht darüber hinaus für eine gewisse Unbeweglichkeit im Leben, und in gestalterischen Fragen für einen ruhenden, ja starren Zustand (im Gegensatz zu flexibel, beweglich, dynamisch). Negativ kann damit eine spannungslose, uninspirierte Komposition beschrieben werden, positiv eine in sich ruhende Zusammenfügung von Elementen zu einer ausdrucksstarken (monumentalen) Einheit.

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