rustikal

Die traditionelle Bedeutung ist „ländlich“, „schlicht“, „bäurisch“. Im Design werden rustikale Stilelemente gerne zitathaft verwandt, um eine traditionelle Formgebung zu betonen und gleichzeitig einen Verfremdungseffekt zu erzielen. Dabei werden einzelne konstruktive oder rein dekorative Formelemente sowie Oberflächen größer oder grober ausgeführt, als es notwendig oder technisch machbar wäre, um einen ursprünglichen, handwerklich anmutenden Charakter zu erzielen. Aus dem gleichen Grund werden natürliche Materialien wie Holz (oder deren Imitationen) verwandt. Als Stilebene verweist ein rustikales, ländlich anmutendes Design auf das Ideal eines „einfachen Lebens“.

retro

Retro (von lat. „retro“ = rückwärts) ist ein Trendphänomen bzw. ein kulturelles Phänomen der Neuzeit, bei dem kulturelle Erinnerungsstücke zurückliegender Jahrzehnte vom Alltagsgegenstand bis zum Musikstück auf unterschiedliche Weise wieder aufgenommen und neu verarbeitet werden. Da es sich eher um ein Stilprinzip als um einen speziellen Stil (etwa den der 70er-Jahre) handelt, ist ein Retro-Stil nicht an eine bestimmte Epoche gebunden. Im Design äußert sich dies durch formale Anlehnung an traditionelle Vorbilder, ohne dass sich der Designer dabei an das Original gebunden fühlt. Auch wenn es im Retro-Design durchaus nostalgische Anklänge gibt, so steht doch das Interesse an formaler Variation im Vordergrund. Bei den hochwertigen Retro-Beispielen geht es daher eher um eine sinngemäße Nachahmung, bzw. um eine formale Assoziationen anwendende Neuschöpfung als um eine reine Kopie.

Raumkonzept

Ein konkretes Raumkonzept umfasst diverse architektonische und innenarchitektonische Faktoren. Ein gutes Raumkonzept berücksichtigt die Raumnutzung in Anbetracht verschiedener Lebensszenarien und ermöglicht somit bestimmte Nutzungsstrukturen. Die Raumwahrnehmung wird insbesondere durch die Beziehung der Raumteile (Sichtachsen und Nischenbildung, Lufträume durch Galerien oder halbhohe Wände, etc.), Licht und Materialien und sowie durch die Formgebung und das Farbklima bestimmt.

Radical Design

In den späten 60er- bis zu den späten 70er-Jahren aktive italienische Gegenbewegung zum trist-funktionalistischen wie auch zum leicht-komsumierbaren und fetischistischen Design. Ihre Vertreter waren gesellschaftskritisch motiviert, drückten sich aber weniger durch konkrete Produkte als durch Zeichnungen, Fotomontagen und Projektionen aus. Die dem Radical Design zugehörigen Gruppen Superstudio, Archizoom, Alchimia u.a. vertraten anti-industrielle Tendenzen. Als geistiger Vater gilt Ettore Sottsass, der in der Alchimia-Nachfolgegruppe Memphis u.a. zusammen mit Michele De Lucchi eine Werbung, Industrie und Konsum bejahende Gestaltungsphilosophie vertrat.