Nostalgie/nostalgisch

Die Erinnerung an die gute alte Zeit: Gefühle unbestimmter, rückwärts gewandter Sehnsucht, die zur Verklärung und/oder zum Wiederbeleben vergangener (Stil-)Erscheinungen in Kunst, Musik, Mode u.a. motivieren. Dies kann sich in designten Welten im Landhausstil oder in klassischer Manier genauso verwirklichen wie im Zitieren von Flower-Power-Stilelementen der 60er- Jahre oder 80er-Jahre-Musik. Dabei geht es um die möglichst genaue Rekonstruktion von etwas Vergangenem, ohne etwas Neues hinzuzufügen oder durch die Kombination von Altem und Modernem einen neuen Gestaltungsansatz zu finden (vgl. „retro“).

Neues Design

Sammelbegriff für diverse theoretische, experimentelle und praktische Neuansätze im Design der späten 70er- und 80er- Jahre, die in Abkehr vom klassischen Funktionalismus und zunächst außerhalb der industriellen Fertigung nach neuen Lösungen suchten. Damit sind stilistisch gänzlich verschiedene formale Äußerungen zwischen Anarcho-Design, Neobarock und Minimalismus umfasst. Ironie, Provokation, Stil- und Materialmix waren die angesagten gestalterischen Mittel. Eine typische Organisationsform des Neuen Designs sind Gestalter- und Produzentengruppen, in denen Unikate und Arbeiten von nahezu kunsthandwerklichem Charakter realisiert werden konnten — ein Prinzip, das heute noch von einzelnen Designern wie Michele de Lucchi betrieben und von anderen Designern neu entdeckt wird, die ihre Entwürfe als Unikate fertigen und von Galerien auf Kunstmessen verkaufen lassen. Im Neuen Deutschen Design, vertreten von Gruppen wie Kunstflug und Gingbande sowie von Einzelpersonen wie Stiletto, entwickelte sich aus der Philosophie des Neuen Designs eine Kombination von künstlerischem Elitebewusstsein und Individualismus, dem folgerichtig Breitenwirksamkeit verwehrt blieb.

Neue Bescheidenheit

Auch als „Neue Einfachheit“ bekannt gewordene, in der englischen Avantgarde formulierte „back to basic“-Designphilsophie, die in den 90er-Jahren in Ablehnung des Trends zum Luxus und Konsumkult der 80er-Jahre eine betont schlichte Ästhetik und Produktanmutung entwickelte. Als Hauptvertreter neben Ron Arad, Tom Dixon u.a. gilt vor allem Jasper Morrison. Rauhe Materialien wie unbehandelter Stahl, Schichtholz oder Beton, eine experimentell oder minimalistische Formgebung und die Verarbeitung vorgefundenen Materials zu Ready-mades sind charakteristische Elemente dieses sich aus dem Neuen Design entwickelnden Stils. Seine Motivation liegt wohl weniger im Konsumverzicht als in der Aufforderung zu Konsumselektion und einer konsequenteren Qualitätsorientierung.

natürlich

Das Adjektiv hat im Allgemeinen die Bedeutung von „echt“, „authentisch“, „ursprünglich“ und „naturgemäß“. Diese Bedeutungsebene ist in der Aufklärung durch die Philosophie Rousseaus geprägt worden und betont den Unterschied zwischen einer natürlichen und einer zivilisierten Lebensweise. Erst mit der industriellen Entwicklung, der Einführung von künstlichen Werkstoffen und künstlich hergestellten Lebensmitteln ist die Bedeutungsebene „biologisch“, „in der Natur vorkommend“ und „rein“ dominant geworden. Mit der zunehmenden Technisierung unseres Lebensumfelds und der Entfremdung von Natur und Traditionen erhält die Vorstellung eines natürlichen Umfelds immer stärker idealen oder gar utopischen Charakter.

naturhaft

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort meist als Synonym für „natürlich“ im Sinne von „unverbindlich“ gebraucht — also um einen natürlichen Zustand zu beschreiben, der noch nicht durch Zivilisation und Bildung verändert wurde. In Bezug auf Design und Architektur hat sich der Begriff als geeignet erwiesen, um ein Gestaltungsprinzip zu beschreiben, das auf biologische Prinzipien verweist und naturhafte Assoziationen erlaubt. In diesem Sinne bedeutet naturhaft: der Natur nachempfunden, mit dem Ziel, einen der Natur ähnlichen/ihr adäquaten Gesamteindruck zu erzielen, um das Wohlbefinden zu erhöhen. Dazu werden beim formalen Entwurf und bei der Wahl der Materialien alle Faktoren berücksichtigt, die die menschlichen Sinne ansprechen — visuelle Wahrnehmung, taktiles Erleben, räumliche Wahrnehmung, Geruchs-, Wärme- und Kälteempfinden sowie kulturelle Konnotationen.

naturalistisch

So realitätsgetreu dargestellt wie technisch möglich, täuschend echt, perspektivisch überzeugend, detailgetreu und nichts beschönigend. Dabei bietet die äußere Richtigkeit, die der Photorealismus auf die Spitze trieb, allerdings keine Garantie für innere Wahrheit. Der Begriff geht auf den Naturalismus zurück, eine Strömung in Literatur, Kunst und Theater von ca. 1880 bis 1900.