Kultur

In unserer Gesellschaft steht der Begriff zunächst einmal für kulturelle Einrichtungen und Aktivitäten wie Theater, Musik, Bildende Kunst und Literatur sowie in zweiter Linie für Bildung und Wissenschaft. Doch das sind nur die sichtbarsten Äußerungen einer innerhalb einer Gemeinschaft entwickelten Kultur, die von Sprache, Politik und Rechtswesen, von Familienstrukturen, Wertvorstellungen, Religion und Konventionen, von Erziehung und Kommunikationskompetenz, von Konsumgewohnheiten, Wohnkultur und Gesundheitspflege sowie von sozialem Verhalten und verantwortlichem Handeln gegenüber dem Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt und von vielen weiteren Faktoren bestimmt wird. Das komplexe Phänomen kultureller Identität ist in unserer europäischen Kultur eng mit dem Konzept der Zivilisation (als theoretischer Gegenpol zu Naturzustand, Triebverhalten und Machtmissbrauch) verknüpft, das mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert zu einem neuen Bild von Gesellschaft und Staat führte. Kultur kann jedoch auch als ein Konzept begriffen werden, das im Kleinen genauso wie im Großen funktioniert. So entwickelt nicht nur jedes Individuum seine eigene Kultur, sondern jede Gemeinschaft auf Basis von familiären, sozialen und religiösen Strukturen. Was für den Einzelnen vielleicht nur eine besondere Art körperlicher Identität und Gesundheitspflege oder der Wohnkultur ist, stellt sich in den etwas größeren Strukturen als Subkultur dar. Auch auf Unternehmensebene führen Wertvorstellungen, Historie, markenspezifische Einstellungen zu Qualität und Nachhaltigkeit sowie sozialverantwortliches Verhalten zu einer Kultur, die eine bestimmte Identität formt (vgl. „Corporate Identity“).

Kult

Mit Kult werden zumeist Gegenstände der Massenkultur assoziiert, die wohl eine große Anziehungskraft ausüben und begeisterte Anhängerschaft auslösen, die aber kaum Anspruch darauf erheben, im Kulturbetrieb als hohe und herausragende kulturelle und kulturtragende Leistungen wertgeschätzt zu werden. Kennzeichnend für ein Kult-Phänomen ist die starke Identifikation einer bestimmten Gruppe von Konsumenten oder Fans mit einem Kult-Produkt bzw. einer Kultmarke.

kubisch

Synonym für würfelförmig. Ein Würfel oder Hexaeder (von griech. „hexáedron“ = „Sechsflächner“, oder Kubus, von lat. „cubus“ = Würfel) ist ein geometrischer Körper mit sechs gleichen Seiten. Er zählt zu den fünf platonischen Körpern (besonders regelmäßige „Vielflächner“). Als kubisch werden aber auch Formen bezeichnet, die nicht in diesem mathematischen Sinne perfekt gleiche Flächen aufweisen, sondern annähernd kubisch gestaltet sind — d.h. mehr oder weniger quaderförmig, betont geometrisch, würfelförmig geschichtet etc.

Konzept/konzeptionell

Ein Konzept ist ein Plan, ein Programm für ein Vorhaben, das vor jeder materiellen Umsetzung bereits einen künstlerischen oder gestalterischen Wert darstellen kann. Dabei stellt ein Konzept schon die Weiterentwicklung einer Idee dar und berücksichtigt bereits viele Faktoren, die bei der Umsetzung, dem Erfolg und der Wirkung etwa eines neuen Produkts eine Rolle spielen. Der konkrete Entwurf ist dann der letzte Schritt eines Konzepts. Das Konzept ist aber auch noch im fertigen Produkt erkennbar, und zwar als zugrunde liegende formale Idee sowie als Funktion. Die konzeptionelle Qualität eines Produkts zeigt sich in der Langlebigkeit des Designs genauso wie in der guten Nutzbarkeit. Konzeptdesign hingegen, in den 70er- Jahren von der Konzeptkunst inspiriert, will eine Reaktion provozieren. Die Funktion wird dabei entweder ironisiert, konterkariert oder übertrieben. Es geht also mehr um die geistige Auseinandersetzung mit einem Gegenstand als um den praktischen Wert für den Nutzer. Tendenzen des Konzeptdesigns finden sich im Radical und Antidesign, etwa bei italienischen Gruppen wie Alchimia sowie bei Gaetano Pesce u.a.m., sowie im Neuen Deutschen Design (vgl. „Neues Design“). Besonders bei visionären Produktkonzepten spielen Integration und Einfluss der Mikroelektronik eine immer größere Rolle. In Zeiten virtueller Welten und hochtechnisierter Entwicklungs- und Entwurfsmethoden ist der Wert eines Konzepts oder einer Konzeption aber auch an sich schon fast so viel wert wie das reale Ergebnis. Das zeigt sich etwa an dem anscheinend erfolgreichen Versuch des red dot award, im asiatischen Raum einen eigenen „design concept“-Wettbewerb mit Produktkonzepten zu etablieren.

konvex

Als konvex (von lat.: „convexus“ = gewölbt, gerundet) bezeichnet man u.a. in der Mathematik und in der Optik Formen (Flächenteile, Linien), die nach außen gewölbt sind und sich dem Betrachter verwölbt und erhaben zeigen, wie etwa ein Erker etc. Im Gegensatz dazu erscheint eine konvkave Form ausgehöhlt und nach innen gewölbt.

Kontrast

Als Kontrast wird klassischerweise ein Helligkeitsunterschied bezeichnet, der sich durch Farb- und Lichtunterschiede (etwa in der Malerei) manifestiert, insbesondere natürlich durch Schwarz-Weiß- Abfolgen (in der Fotografie stilprägend). Aber auch Inhalte können im Falle starker Abweichungen im Kontrast zueinander stehen bzw. ein „Kontrastprogramm“ bilden. Das Gleiche gilt für Design (formale Kontraste wie von unterschiedlichen Volumen oder Materialien, Kontrast von Form und Inhalt etc., vgl. „Polarisierung“) sowie für das Interior Design.

Konstruktivismus

Stilbegriff, der die Beschränkung auf reine Harmonien einfacher geometrischer Formen bezeichnet; gegenständliche Motive werden dabei ausgeschlossen. Geht auf die 1915 von Wladimir Tatlin in Moskau gegründete Kunstphilosophie zurück, die weitere Kunstbewegungen der Moderne wie De Stijl und Bauhaus beeinflusste. Unter dem Eindruck der dynamischen Ästhetik des Maschinenzeitalters wurden Künstler zu Ingenieuren, Architekten, Designern, Typographen. Konstruktion und Materialeigenschaften bestimmten die Gestaltung. Diese „konstruktivistischen“ Gestaltungsprinzipien förderten die Entstehung einer funktionalen Ästhetik in Kunst und Design. Die wichtigsten Impulse kamen aus der Kunst und prägen noch heute mit einfachen geometrischen Formen und einer auf die Grundfarben reduzierten Palette, die von Weiß, Grau und Schwarz dominiert wird, das Verständnis von modernem Design.

konstruktiv

Im Design und in der Architektur sind konstruktive Elemente diejenigen Teile eines Möbels oder Gebäudes, die das tragende, die Gestalt auf funktionale Weise vorgebende Gerüst bzw. die statische Struktur ausmachen — also etwa die belastbaren Rahmen eines Sessels oder das Stahlskelett eines Bürogebäudes.

Konsistenz/konsistent

Das Wort Konsistenz (von lat.: „con“ = zusammen + „sistere“ = halten) bedeutet Bestand, Zusammenhalt, Geschlossenheit und In-sich-Ruhen. Es wird meist verwendet, um den Zustand eines Stoffes oder Werkstoffes zu beschreiben, und zwar in Bezug auf seine Struktur, Verarbeitbarkeit und Formbeständigkeit. So kann ein Stoff starr, flexibel, teigig, spröde oder flüssig, dehnbar und flexibel sein, er kann seine Konsistenz ändern, brüchig werden oder versteifen etc. Von einer konsistenten Gestaltung kann aber auch gesprochen werden, wenn ein widerspruchsfreies, logisches Konzept oder ein durchgängiges, zusammenhängendes Design gemeint ist — etwa bei ganzheitlicher Raumgestaltung, Übereinstimmung von Form und Inhalt bzw. Aussage, formaler Logik oder besonders harmonischen Kollektionen.

12