Funktionalismus

Eine wichtige Strömung in Architektur und Design im 20. Jahrhundert (mit Höhepunkten in der Klassischen Moderne und wĂ€hrend des sog. „Internationalen Stils“ nach dem Zweiten Weltkrieg bis Ende der 70er-Jahre), in der die EigenstĂ€ndigkeit der Form als rein Ă€sthetischer Wert zurĂŒckgedrĂ€ngt wird. Im Vordergrund steht die aus dem Verwendungszweck des GebĂ€udes oder des GerĂ€ts sich notwendig ergebende Form. Die Funktionalisten beriefen sich dabei auf die berĂŒhmte, gleichwohl weitgehend fehlinterpretierte Maxime von Louis Henry Sullivan, „form follows function“. Abgrenzungspunkte zu anderen Richtungen der Moderne ist die Ablehnung einer emotionalisierenden Dynamik. Typisch ist eine betont sachliche, geradlinige, nĂŒchterne Gestaltung. In der Architektur ist das Organisationsprinzip die Rasterung komplexer Konstruktionen in kleine Einheiten und deren VervielfĂ€ltigung. Stahlskelettbau, grazile StĂŒtzenkonstruktionen mit flexiblem Grundriss, die scheinbare Aufhebung der Schwerkraft und der modulare Aufbau sind Kennzeichen des funktionalistischen Bauens. Ziel ist nicht nur eine Ă€sthetische, sondern auch eine geistige Ausgewogenheit und Klarheit. Dementsprechend wirken funktionalistische Bauten und Produktarrangements hĂ€ufig nicht nur rational, sondern auch unterkĂŒhlt. Die Suche nach der „reinen Form“ steht dabei oftmals im Konflikt mit IndividualitĂ€t und Vielfalt. Das Ideal der Ordnung wird im Funktionalismus gegen das Chaos und die KomplexitĂ€t der Erscheinungen gesetzt. WĂ€hrend die funktionalistische Architektur mit den KĂŒnstlern des Bauhaus emigrierte und sich als „Internationale Moderne“ mit zum Teil nĂŒchterner, zum Teil organisch gestalteter Ausrichtung weiterentwickelte, setzte sich der Funktionalismus im Produktdesign nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in Deutschland durch. An der Hochschule fĂŒr Gestaltung in Ulm (HfG Ulm) wurde die so genannte „Gute Form“ zum Gestaltungsideal erklĂ€rt, das in der Marke Braun seine reinste Umsetzung fand; der ihr zugrunde liegende Regelkatalog fĂŒhrte jedoch durch stupide Anwendung durch Designer und Industrie zu einer einfallslosen Standardisierung bzw. zu monotonen BĂŒrogebĂ€uden und ArbeitsplĂ€tzen.

Frog Design

Frog Design ist eines der bekanntesten internationalen GestalterbĂŒros. Frog Design wurde 1969 von Hartmut Esslinger in Altensteig im Schwarzwald zunĂ€chst als „Esslinger Design“ gegrĂŒndet. Mit seinem internationalen Durchbruch 1982 mit seinem mittlerweile legendĂ€ren Design fĂŒr den ersten Apple Macintosh folgte die Umbenennung in Frog Design. Das Akronym FROG ist eine AbkĂŒrzung von „Federal Republic Of Germany“. Aufgrund seiner weltweiten AktivitĂ€ten verlegte das expandierende Unternehmen seine Zentrale ins kalifornische Silicon Valley und spezialisierte sich auf die Verbindung von Produktdesign, Branding und Digitale Medien.
www.frogdesign.de

Form follows function

Form follows function (dt.: Die Form folgt der Funktion) ist ein Gestaltungsleitsatz aus Design und Architektur. Er fordert, dass die Form sich aus ihrer Funktion, d.h. ihrem Nutzzweck ableiten soll. Der Begriff ist Teil eines berĂŒhmten Zitats des amerikanischen Architekten Louis Henry Sullivan (1856-1924), der mit den ersten vielstöckigen BĂŒro- und KaufhĂ€usern in Skelettbauweise zu den BegrĂŒndern der modernen Architektur zĂ€hlt. In Deutschland wurde der Gestaltungsgrundsatz erstmals vom Bauhaus konsequent angewandt und in der Folge oftmals mit funktionalistischer Gestaltung identifiziert. Diese verzichtet auf jedes Dekor und wendet eine ausschließlich geometrische Formensprache an. Unbeachtet blieb Sullivans ganzheitlicher Gestaltungsgrundsatz, demzufolge jede Form, jeder Gegenstand und jedes strukturierende, dekorative oder typisierende GebĂ€udeelement auch eine semiotische Funktion hat — d.h., das Äußere wirkt zeichenhaft, erlĂ€uternd, identifizierend. Diese Funktion kann in Übereinstimmung mit Sullivans Theorien ebenso gut durch eine organische oder eine dekorative Formgebung erfĂŒllt werden.

Formensprache

Die Art und Weise, wie ein Gegenstand/Raum mithilfe von formalen Elementen einen bestimmten Ausdruck erzielt. RĂ€ume und GegenstĂ€nde kommunizieren hier nicht mithilfe von Worten, sondern durch die Art ihrer Anordnung und durch bildliche Verweise − etwa, wenn ein Griff geformt ist wie ein Blatt. Der Begriff „Formensprache“ nimmt das Bild auf, dass die einzelnen Elemente (Grundkörper, Linien, Farben etc.) durch die Art ihres Arrangements wie die Wörter einer Sprache einen bestimmten Ausdruck erzielen können: Ein Gegenstand kann daher weich oder aggressiv, expressiv oder konzentriert, dezent oder laut, minimalistisch oder skulptural wirken.

Form

Die Form (lat. Lehnwort von „forma“ = Ă€ußere Gestalt, Umriss) gibt einem Stoff bzw. einem Material Gestalt. Form definiert sich ĂŒber den Ă€ußeren Umriss eines Stoffes sowie ĂŒber das VerhĂ€ltnis der Einzelteile zueinander; sie definiert den Ă€ußeren Rahmen. Auch wenn die Formung keine WesensverĂ€nderung eines Materials bedeutet, hat sie dennoch eine (Ă€sthetische, kommunikative und praktische) Wirkung auf die Art und Weise, wie Menschen dieses Material wahrnehmen, konsumieren oder nutzen können.

Farbklima

Ein FĂ€cher von aufeinander abgestimmten Farben zur Erzielung eines unverwechselbaren Erscheinungsbildes oder eines bestimmten farblichen Ausdrucks (etwa eines Raumes). Im Corporate Design wird eine bestimmte Farbpalette festgelegt, die zur Gestaltung sĂ€mtlicher Publikationen, Signets und öffentlicher Auftritte (Messestand etc.) benutzt werden dĂŒrfen. Ein Farbklima schafft aber auch eine AtmosphĂ€re und emotionale Grundstimmung, die mehr oder weniger kĂŒhl oder warm wirken kann — daher wohl die Namensgebung „Klima“. Je nach Farbdominanz eines warmen oder kĂŒhlen Tons bzw. nach der Zugehörigkeit der Farbpalette zum warmen oder kĂŒhlen Spektrum (warm: z. B. Rot, Orange, Gelb; kĂŒhl: z. B. Blau, GrĂŒn, Violett) kann ein in einem bestimmten Farbklima ausgestatteter Raum kĂŒhl oder warm auf den Menschen wirken. Die subjektive Temperaturempfindung von RĂ€umen mit warmer oder kalter Farbpalette kann dabei bis zu sieben Grad Celsius schwanken.