Boontje, Tord

Sein Markenzeichen sind romantische Blumenmotive und Fabelwelten voller Einhörner, Hirsche, Rehe und Elfen: Tord Boontjes Design-Welt ist poetisch, farbenfroh und verspielt. Seine Muster entspringen allesamt seiner Fantasie, er nimmt jedoch bewusst Bezug auf Motive aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Durch diese Inspirationsquelle übersetzt Boontje alte Techniken in die heutige Zeit der industriellen Fertigungsweise. Er greift auf die Stilmittel verschiedener Künstler früherer Epochen zurück und gilt dadurch als Vertreter des Eklektizismus. So sind seine Muster kunsthandwerklichen Ursprungs, seine Methoden jedoch modern. 1968 in Enschede geboren, studiert Tord Boontje Industriedesign an der Eindhoven Design Academy und dem Royal College of Art, London. 1996 eröffnet er, gemeinsam mit seiner Frau Emma, sein erstes Design-Studio in London. Boontjes Werke werden in renommierten Museen, wie dem Institute of Modern Contemporary Arts oder der Tate Gallery in London, ausgestellt. Er arbeitet für bekannte Unternehmen wie Moroso, Swarovski und Alexander McQueen. www.tordboontje.com

bodenständig

Verwurzelt; Gegensatz zu abgehoben und überkandidelt; wird oft verwandt, um eine schlichte, grundsolide Qualität zu beschreiben. Gemeint sind damit auch Handwerkskunst, Tradition, bewährte Qualität und eine relative Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen (Mode, Technologie etc.). Negativ verwendet kann bodenständig auch beschränkt, konservativ oder in veralteten Traditionen verhaftet bedeuten. Bei einer positiven Verwendung dieses Begriffes ist deshalb immer auf den Kontext zu achten und eine eindeutig positive Haltung einzunehmen.

Bildsprache

Eine Bildsprache ist ein Weg mit Bildern anstelle von Worten zu kommunizieren. Benutzt werden realistische Bilder, aber auch stilisierte Bilder wie etwa Piktogramme: Sie weckt Assoziationen. Geeignet sind dafür etwa Bilder, die einen bestimmten Zusammenhang anklingen lassen — zum Beispiel Motive, die für Natur, Antike, Klassik oder Motorsport stehen. Eine Formensprache kann auch direkte Zeichenfunktion annehmen und auf die Art der Nutzung des Produkts oder Gebäudes hinweisen — etwa eine Würstchenbude in Form eins Hotdogs, das nach oben aufgeschwungene Dach eines Flughafen-Terminals, der Handgriff mit Mulden wie von Fingerabdrücken etc.

bildhaft

Anschauliche Darstellung oder Gestaltung anhand von Bildern; eine bildhafte Sprache enthält viele Vergleiche (ein Mann wie ein Baum) und zum Teil kräftige Ausdrücke. Auch ein Produkt kann bildhaft gestaltet sein, wenn es einen Gegenstand zum Vorbild nimmt und Assoziationen anklingen lässt.

Bauhaus

Das Bauhaus ist Deutschlands berühmteste Kunst-, Design- und Architekturschule der Klassischen Moderne, die von 1919 (Weimar) über den Neubau von Walter Gropius in Dessau (1925-1932) bis 1933 (Berlin) bestand. Von den Nationalsozialisten geschlossen, entwickelt die Schule über ihre in der ganzen Welt verstreuten Schüler einen großen Einfluss auf die internationale Architektur-, Kunst- und Designszene. Der „internationale Stil“ in der Architektur (auch „Neues Bauen“ genannt) und das moderne Produktdesign haben u.a. im Bauhaus ihre Wurzeln. Ursprüngliches Ziel von Gründer Walter Gropius war die Bildung einer neuen, zeitgemäßen Einheit von Kunst und Technik, um die Kunst im Volk zu verbreiten und zu einer Massenbewegung zu machen. Zu diesem Zweck wurden neu entwickelte, schlichte Formen und neue Materialien wie das Stahlrohr verwandt, die sich für die industrielle Massenfertigung eigneten. Einfache Geometrien und die Beschränkung auf das Grundfarbenspektrum in Kombination mit Schwarz, Grau und Weiß sind die klassischen Bauhaus-Stilmerkmale. Die funktionsorientierte Gestaltung wurde als Mittel zur Überwindung der Stile und zur Optimierung der industriellen Fertigung zugunsten bezahlbarer Produkte begriffen. Die neuen Möbel und hellen Bauwerke sollten der Arbeiterklasse eine moderne Lebenseinstellung vermitteln. Der Bauhaus-Funktionalismus entwickelte sich jedoch zum Stil einer kleinen, intellektuellen Elite. Wichtige Vertreter des Bauhauses waren, neben Gropius vor allem Mies van der Rohe, Marcel Breuer und Wilhelm Wagenfeld.

Barock

Gegensatz zu schlicht; eine barocke Formgebung bezeichnet die (zitierende) Verwendung von dekorativen, üppigen Formen und bauchigen Rundungen sowie rankender Ornamentik in Anlehnung an den historischen Stil des Barock (ca. 1580/1600 bis 1730/1750). Hier wurde die Form nicht als Ausdruck einer Funktion, sondern als ihre Verhüllung oder Verschönerung/Überhöhung begriffen. Der erst im 18./19. Jahrhundert geprägte Begriff leitet sich vom portugiesischen “barucca” oder italienischen “barocco” (schief, eigenartig) ab. Es gibt wieder eine Lust am Ornament. Im Zuge dessen werden wieder gerne barocke Formen zitiert, um sie mit der modernen Welt in Kontrast zu setzen.

Balance

Balance bezeichnet einen Zustand des Gleichgewichts und der Ausgewogenheit mehrerer Elemente. Wenn sich zwei formale Aussagen die Waage halten, kann man von einer Balance in der Gestaltung sprechen — etwa, wenn ein Material trotz schlanker Außenform solide wirkt oder organische Ausdruckskraft und geometrische Klarheit ein harmonisches Gesamtbild ergeben.