Discover interior ideas » Events » Pure Talents Contest

Pure Talents Contest:
Die Trendschau der imm cologne 2015

Pure111_2015_Pure-Talents-Contest

Die Talentschau Pure Talents ist eine feste Größe für Designinteressierte und für die Fachbesucher der imm cologne bzw. LivingKitchen. Insbesondere die Ausstellung der Gewinnerbeiträge des internationalen Nachwuchswettbewerbs Pure Talents Contest gilt als Highlight für alle, die zwischen der enormen Auswahl an marktkonformen und High-End-Produkten das Ausgefallene, noch nicht ganz glatt Geschliffene suchen: Prototypen, Experimentelles, Unkonventionelles, vorgestellt von den jungen Designern selbst.

D3-Contest-Teilnehmer KIMU: „Wir lassen Objekte miteinander kommunizieren.”

Foto: Kimu

Obwohl sie meist von unterschiedlichen Ländern aus arbeiten, sehen sich Lin Yi Hsien, Shih Hsiao Chun und Yeh Ting Wei vom Designstudio KIMU aus Taiwan als Team. Sie sind Perfektionisten, zerstreute Chaoten, Künstler und Forscher – anscheinend liegt ihre Kreativität im Spannungsfeld ihrer Charaktere. Es macht ihnen einfach mehr Spaß, zusammen zu arbeiten als alleine. Kommuniziert und „gelebt“ wird übers Internet. Denn „drei Köpfe sind immer besser als nur einer“, lautet ihr gemeinsames Statement.

D3 Contest-Teilnehmerin Tina Schmidt: „Manche Freunde denken, ich mache das Innere von Ü-Eiern.“

Foto: Tina Schmidt

Die besten Ideen kommen Tina Schmidt in ihrer Werkstatt oder im Schlaf. Gut möglich, dass ihr der Einfall zu ihren Objekten „Tilt“, die sie im Rahmen des D3 Contests auf der imm cologne präsentiert hat, auch im Traum erschienen sind. Die perspektivischen Grafiken ihrer Entwürfe verwandeln sich zu dreidimensionalen Objekten im Raum. Die Würfelgrafik lässt sich zu einem temporären Tisch ausklappen, der Quader zu einem stummen Diener.

D3 Contest-Teilnehmerin Ellen Heilmann: „Würden wir nicht weiter gestalten, würde kulturell viel fehlen.“

Foto: Ellen Heilmann

„Die Dinge, die ich gestalte, sind oft solche, die ich selbst gerne hätte oder die mir fehlen.“ Wenn viele andere Menschen ihren Wunsch teilen, ist das nicht der schlechteste Antrieb, um Designerin zu werden. Die D3-Contest-Teilnehmerin Ellen Heilmann hat Spaß daran, kreativ zu arbeiten und Ideen umzusetzen. Ein erster Erfolg ist die Realisierung und Markteinführung eines Sport- und Spielgerätes, das sie als Diplomarbeit entwickelt hat und das sich gut für therapeutische Zwecke einsetzen lässt. Den Großteil ihres Lebensunterhalts verdient die ausgebildete Ergotherapeutin und selbständige Designerin allerdings noch in ihrem alten Beruf. Das könnte sich durch die Teilnahme am D3 Contest der imm cologne aber bald ändern.

Jenny Ekdahl, D3 Contest: „Design zu hinterfragen, ist wie die Dinge aussehen und funktionieren.“

Foto: Jenny Ekdahl

Den Stellenwert von Design in Schweden schätzt die junge Designerin Jenny Ekdahl nicht so hoch ein, wie oft angenommen. „Es ist ziemlich schwer, die Öffentlichkeit für neues Design zu erreichen“, erklärt sie. Daher freut sie sich umso mehr über ihre Teilnahme am D3 Contest, bei dem sie mit ihrer Arbeit ein breites Publikum in einem weiten Kontext neuen Designs erreicht hat. Vorgestellt hat sie den „Dear disaster“, einen Schrank mit beweglicher Oberflächenstruktur. Die 2.000 kleinen hölzernen Schuppen an seiner Front können einzeln zu unterschiedlichen Mustern umgedreht werden.

D3-Teilnehmer Rasmus Fex: „Es wird Zeit, dass eine neue Generation übernimmt.”

Foto: Rasmus Fex

Rasmus Fex bezeichnet die Umstände, die ihn zum Möbeldesign geführt haben, als Unfall. Bevor der Däne über das Interior Design zum Produktdesign kam, war er im Bereich Bühnenbildgestaltung künstlerisch aktiv. Die Ideen für seine Kreationen kommen ihm oft während der Sauna oder wenn er im Bett liegt: „Oft hat man die besten Ideen, wenn man etwas ganz anderes macht.” Inspirieren lässt er sich von konzeptioneller Kunst, Dadaismus und Designern wie Marcel Duchamp, De Stijl oder auch Gerrit Rietveld, über den er sagt: „Seine Möbel sind Kunst und Design zugleich. Sie sind skulptural und funktional.”

D3-Contest-Teilnehmer Julian Sterz: „Ich wollte immer schon mal was zersägen.“

Sterz-Portrait_2

Der Weg zum Design kam für Julian Sterz über Umwege. Bei seiner Ausbildung zum Industriemechaniker hat er nach einer Verbindung zwischen Technik und seinem Interesse an Graffiti und Kunst gesucht. Industrial Design schien ihm da der beste Weg. Den künstlerisch-konzeptionellen Ansatz sieht man seinen Entwürfen allerdings auf den ersten Blick an. Auf der imm cologne hat der Nachwuchsdesigner dem Messepublikum seinen Entwurf des ¾-Platzhalter-Stuhls vorgestellt.