Interview mit Ben van Berkel: Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit

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Ben van Berkel
© Inga Powilleit

Entwürfe von Ben van Berkel finden sich regelmäßig auf der imm cologne. Spätestens seit seiner Neugestaltung der Halle 11 im Jahr 2008 ist der niederländische Architekt und Designer der Messe verbunden. Wir sprachen mit ihm über die Möglichkeiten heutiger Produktgestaltung und das zunehmende Verwischen der Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

Ein Blick zurĂĽck: Die imm cologne in den 50ern

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Die imm cologne in den 50ern
© Koelnmesse, Walter Knoll, Vitra, Cassina

Vieles von dem, was unsere Einrichtung heute prägt, wurde in der Vergangenheit entworfen. Besonders beliebt ist heute die Formensprache der 1950er-Jahre, die als Mid-Century-Moderne für eleganten Lifestyle steht. Vom Ohrensessel bis zum Nierentisch werden bewährte Möbel der Nachkriegszeit neu aufgelegt und an heutige Bedürfnisse angepasst. Doch wo liegen die Ursprünge dieser Gestaltung? Ein Blick zurück auf die Anfänge der imm cologne und das langlebige Design ihrer Aussteller.

Mid-Century-Design: Designklassiker aus Brasilien

 Mole Chair von Sérgio Rodrigues, 1957; Foto: mit freundlicher Genehmigung von R&Co.

Mit seinen dicken Kalbsleder-Kissen, verstellbaren Lederriemen und einem lackiertem Rahmen aus Jacaranda-Holz ist der brasilianische Designklassiker „Mole Chair” richtig bequem. Aber nicht nur das: In seinem aktuellen Buch „Brazil Modern: The Rediscovery of Twentieth-Century Brazilian Furniture“ plädiert Designexperte Aric Chen dafür, dem „Mole Chair“ sowie seinen Mid-Century-Brüdern endlich den wohlverdienten Platz in der Ehrengalerie des Landes einzuräumen, Seite an Seite mit anderen Kulturgütern wie der Copacabana, dem Samba, dem Amazonas und der Paranuss. Einige dieser zu lang verkannten Designikonen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Noch Trend oder schon Standard: Offene Wohnbereiche

Die Idee vom offenen Wohnbereich betrifft meist die wichtigsten Lebensbereiche einer Wohnung, also KĂĽche, Wohn- und Esszimmer. Die Bereiche gehen flieĂźend ineinander ĂĽber, es gibt weniger Innenwände und weniger Räume, die im traditionellen Sinn individuell und abgeschlossen sind. Bernhard Kurz vom MĂĽnchener ArchitekturbĂĽro IFUB sieht in Deutschland „eine starke Tendenz zum offenen Wohnbereich. Bei fast allen unserer Renovierungsprojekte wĂĽnschen sich die Kunden diese Wohnform.“

Einblicke: Haus Benz von der Ippolito Fleitz Group

House Benz is a residential design by Ippolito Fleitz Group.
Haus Benz, Wohnbereich
© Zooey Braun/Ippolito Fleitz Group

Wie wohnen eigentlich Menschen, die sich den ganzen Tag mit hochwertigen Möbeln beschäftigen? Wir werfen einen Blick in das Haus von Markus Benz, Firmenchef unseres langjährigen Ausstellers Walter Knoll. Für das Gebäude aus den 1920er-Jahren oberhalb von Stuttgart gestaltete die Ippolito Fleitz Group ein form- und farbintensives Ambiente.

Geometriker – Funktionalist – Purist:
Peter Maly wird 80

Peter Maly © Jürgen Metzendorf
Peter Maly © Jürgen Metzendorf

Er gilt als Protagonist der Langlebigkeit; seine Entwürfe sind puristisch, geometrisch elementar und verkörpern Klarheit und Funktionalität. Am 19. August 2016 wird Peter Maly achtzig Jahre: „Eine Zahl, die ich kaum glauben kann“, wundert sich der Designer, „ich sehe sie als Meilenstein im Schaffensprozess, an Stillstand ist nicht zu denken.“

Eine rote Couch tourt durch NRW

Die vorbeikommenden Fußgänger staunten nicht schlecht und zückten prompt ihre Handykameras, während Horst Wackerbarth (re.) die Couch samt Bierfass und Köbes ins rechte Licht rückte.  © VDM
Die vorbeikommenden Fußgänger staunten nicht schlecht und zückten prompt ihre Handykameras, während Horst Wackerbarth (re.) die Couch samt Bierfass und Köbes ins rechte Licht rückte. © VDM

Was macht eine rote Couch in einer Tropfsteinhöhle, auf einem Militärgelände oder, wie hier, auf dem Dach der urkölschen Gaststätte Lommerzheim in Köln-Deutz? Für sein aktuelles Projekt „heimat.nrw“ reist der Düsseldorfer Fotograf Horst Wackerbarth durch Nordrhein-Westfalen, um dessen Menschen, Sehenswürdigkeiten und Schicksale fotografisch einzufangen – immer gemeinsam mit der roten Couch.

Starke Messekooperation:
imm cologne at Dwell on Design Los Angeles

Arne Petersen, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse GmbH, Dana Teague, Vice President Informa Global Exhibitions, Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH und Amanda Dameron, Chefredakteurin Dwell - © Koelnmesse
Arne Petersen, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse GmbH, Dana Teague, Vice President Informa Global Exhibitions, Gerald Böse, Vorsitzender der GeschäftsfĂĽhrung der Koelnmesse GmbH und Amanda Dameron, Chefredakteurin Dwell – © Koelnmesse

Mit ihren hochwertigen Sortimenten findet die europäische (und insbesondere die deutsche) Möbel- und Einrichtungsindustrie Wachstumsmöglichkeiten vor allem im Exportbereich. Die USA stellen einen der größten und für die europäische Einrichtungsindustrie noch längst nicht zur Gänze erschlossenen Absatzmärkte dar. Mit der wirtschaftlichen Solidierung und einem wieder steigenden Leitzins ist in den nächsten Jahren mit nachhaltigen Wachstumsimpulsen in diesem riesigen Markt zu rechnen.

imm cologne 2016:
Branche startet erfolgreich ins neue Jahr

© Koelnmesse, Constantin Meyer
© Koelnmesse, Constantin Meyer

Vom 18. bis 24. Januar 2016 zeigten zur imm cologne und LivingInteriors 1.185 Unternehmen aus 50 Ländern die Einrichtungstrends des kommenden Jahres. Entscheidungsrelevante Einkäufer aus dem Handel sorgten während der ersten fünf Tage für einen dynamischen Messeverlauf. Mit rund 80.000 Fachbesuchern aus 128 Ländern verzeichnete die Veranstaltung einen leichten Zuwachs (4,8 Prozent) bei den Fachbesuchern im Vergleich zu 2014.