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Materialtechnologien neu gedacht:
Aufblasbares im 3D-Druckverfahren

Foto: BMW

Gemeinsam mit dem Self-Assembly Laboratory des MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat die Designabteilung von BMW Technologien für aufblasbare Materialien im 3-D-Druckverfahren entwickelt. Die Materialien können sich selbst verformen, anpassen und ihre Gestalt verändern. Ein Projekt, das sicherlich auch bei der Polstermöbelindustrie auf großes Interesse stoßen wird. Das Ergebnis ist nun erstmalig in der Ausstellung The Future Starts Here im V&A in London zu sehen.

Begonnen hat diese interdisziplinäre Zusammenarbeit bereits vor zwei Jahren mit dem Ziel, die Potenziale der Materialtechnologie grundlegend zu erweitern. Es galt Konzepte für Interieurs zu entwickeln, die sich nahtlos an unterschiedliche Anforderungen anpassen können. Ergebnis dieser Kooperation ist das erste Exemplar eines komplett in 3-D-Druck produzierten, aufblasbaren Materials, das in jeder Form und Größe maßgefertigt werden kann. Eine pneumatische Steuerung im System sorgt dafür, dass das gedruckte Gebilde eine Vielzahl von Formen, Funktionen und Festigkeitsstufen annehmen kann.

„Das Resultat unserer Zusammenarbeit macht deutlich, dass eine neue Ära des Materialdesigns unmittelbar bevorsteht“, glaubt Martina Starke, Leiterin der Bereiche BMW Brand Vision und BMW Brand Design bei der BMW Group. Gegenwärtige Konzepte für Auto-Interieurs sollen grundlegend revolutioniert werden. So sollen etwa konventionelle Ansätze wie etwa Vorder- und Rücksitze künftig kaum mehr eine Rolle spielen. „Es ist nicht mehr nötig, das Auto der Zukunft in eine bestimmte Form zu pressen. Innenräume könnten auch formbare, baukastenähnliche Strukturen annehmen“, so Starke weiter. Aus diesem Grund konzentriert sich die Studie derzeit auf technologische Dimensionen und Materialeigenschaften.

Foto: BMW

Zunächst stand die Frage im Raum, wie ein visionäres Interieur Gestalt annehmen könnte. Die Lösung fanden die Experten des Self-Assembly Lab im Liquid-Printing-Verfahren, das es ihnen ermöglicht luft- und wasserdichte Objekte zu drucken, also quasi maßgefertigte druckbare Ballons zu generieren. Diese Technologie ermöglicht es, komplexe Schläuche, Stränge und Kammern zu produzieren, die ihre Form selbst verändern können. Skylar Tibbits, Gründer des Self-Assembly Lab, erklärt: „Wir haben einige der neuesten Technologien kombiniert, wie etwa Rapid-Liquid-Printing und Techniken aus dem Gebiet der Soft-Robotik, um diese anpassbare Materialstruktur zu generieren. Früher benötigte man oft komplizierte, fehleranfällige elektro-mechanische Geräte oder aufwändige Form- und Werkzeugarbeit, um aufblasbare Materialien zu produzieren. Heute sind wir in der Lage, komplizierte aufblasbare Strukturen mit unterschiedlichem Festigkeitsgrad und in beliebiger Ausführung zu drucken.“

Im V&A ist nun ein dreidimensionales dynamisches Objekt zu sehen, das sowohl seine Form als auch seine Funktion verändern kann. Das etwa einen Meter große Gebilde kann durch ein pneumatisches System mit sieben autonomen Kammern verschiedenste Bewegungsmuster erzeugen und besitzt so eine fast roboterähnliche Wandlungsfähigkeit. „Diese anpassungsfähige Materialtechnologie“, erläutert Starke, „verweist auf eine Zukunft, in der veränderbare Oberflächen für Komfort, Polsterung und auch Aufprallsicherheit sorgen, angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse der Insassen“.

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