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Hans J. Wegner-Ausstellung im Vitra Schaudepot

Hans J. Wegner am Zeichentisch. Foto: Wilstrup

Y-Stuhl, Pfauenstuhl, Runder Stuhl: Die Namen der Entwürfe von Hans Jørgensen Wegner (1914–2007) sind einfach, aber plakativ, genau wie seine Werke selbst. Sie vereinen ausdrucksvolle Formensprache, praktischen Funktionalismus und dänische Handwerkskunst Nicht umsonst zählt der dänische Möbeldesigner zählt zu den wichtigsten skandinavischen Vertretern der Nachkriegsmoderne.

Die Ausstellung „Hans J. Wegner: Designing Danish Modern“ im Vitra Schaudepot zeigt noch bis zum 3. Juni diesen Jahres eine Auswahl seiner wichtigsten Entwürfe und beleuchtet die Hintergründe ihrer Entstehung sowie ihre Zeitgeschichte. Ergänzt wird die Ausstellung durch vielfältiges Bild- und Filmmaterial, das Wegners Entwurfsprozess sowie seine Gestaltungsprinzipien veranschaulicht. Auch Werke seiner Zeitgenossen sowie einige der historischen Objekte, die dem Designer teilweise als Inspiration für seine schöpferische Arbeit dienten, sind im Vitra Schaudepot zu sehen.

Skizze des Flaggleinenstuhls, © Hans J Wegners Tegnestue

Seine Ausbildung als Möbelmacher erhielt Hans J. Wegner an der Kopenhagener Kunstgewerbeschule. Neben Arne Jacobsen, Børge Mogensen, Finn Juhl und Poul Kjaerholm gehörte er zu einer Generation von Designern, die das skandinavische Design in die ganze Welt transportierten. Wegner schuf während seiner Laufbahn über 1000 Entwürfe, von denen etwa 150 noch heute hergestellt werden. Als produktivster Möbelmacher seiner Generation trug er maßgeblich zur Entstehung des Stils bei, der bis heute als skandinavisches Möbeldesign geschätzt wird.

Der Ressourcenknappheit der Nachkriegszeit begegnete er mit möglichst materialeffizienten Entwürfen streng nach dem Prinzip „nicht mehr als absolut nötig“. Wegner strebte jedoch nicht nach reiner Askese oder extremer Nüchternheit, sondern setzte als Vertreter der organischen Moderne auf expressive Formen. Er ließ sich von Klassikern der modernen Möbelgeschichte oder historischen Möbeltypen fremder Kulturen inspirieren und interpretierte sie in seiner eigenen Handschrift neu.

Sein internationaler Durchbruch gelang Wegner mit dem „Runden Stuhl“ (1950): Große Bekanntheit erlangte der Stuhl, als er 1961 von CBS für das erste live übertragene Fernsehduell zwischen den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy und Richard Nixon verwendet wurde. Die amerikanische Zeitschrift Interiors bezeichnete ihn daraufhin schlicht als „The Chair“. Das weltbekannte Design geht auf einen chinesischen Stuhl aus dem 18. Jahrhundert zurück. Ein weiteres Schlüsselwerk ist der Pfauenstuhl (1947) nach dem Vorbild des englischen Windsor-Stuhls« aus dem 19. Jahrhundert, der durch Wegners Neuinterpretation eine poetische, skulpturale Form erhielt.

Ebenfalls gezeigt wird der Faltstuhl JH512 (1949), der direkten Bezug auf Mies van der Rohes berühmten Barcelona Chair nimmt und durch seine Faltfunktion ursprünglich für kleinere Wohnräume gedacht war. Neben seinen eher klassisch anmutenden Entwürfen schuf der dänische Designer auch überraschende und radikale Möbel, etwa den UFO-artigen Flaggleinenstuhl (1950) oder den leuchtend roten dreibeinigen Schalenstuhl (1963), der wie eine skandinavische Antwort auf die Schichtholzmöbel von Charles und Ray Eames wirkt.

Vitra Schaudepot
Charles-Eames-Straße 2
79576 Weil am Rhein

Dauer der Ausstellung: bis 3. Juni 2018
Öffnungszeiten: täglich von 10 – 18 Uhr

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