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Let’s work together:
COR gestaltet erstmals Möbel für Arbeitswelten

Foto: COR

Unsere Arbeitswelten sind im Begriff sich zu wandeln. Gearbeitet wird nicht mehr Nine-to-Seven, sondern zu flexiblen Zeiten. Eben dann, wenn die persönlich beste Leistungsfähigkeit vorherrscht. Immer mehr Co-Working-Studios entstehen, die das Netzwerken fördern und zu permanentem Austausch von Ideen und Wissen einladen. Stationäre Arbeitsplätze weiten sich aus zu digitalen Plattformen, in die man sich von überall einloggen kann. Gearbeitet wird nicht mehr nur im Büro, sondern auch zu Hause, im Café oder im Park. Doch auch die Arbeitsplätze wandeln sich, werden hybrider, wohnlicher. Der Wunsch nach Haptik, nach Wärme und Gemütlichkeit ist quasi die Reaktion auf das immer digitaler werdende Büro. Künftige Arbeitsarchitekturen müssen also Optionen bieten, müssen einen Rückzug in die Denk-Ecke ebenso zulassen wie den Austausch unter Kollegen am großen Gemeinschaftstisch. Doch lassen sich Digitalisierung, Vertrauensarbeitszeit und flache Hierarchien auch in ein schlüssiges Interieur übersetzen?

Um diese Frage zu beantworten hat COR einen Raum für Experimente geschaffen – ein COR LAB. Hier gestalten internationale Designerteams bestehend aus Uwe Fischer, Aust & Amelung, RelvãoKellermann und Pauline Deltour neue Möbel und Raumkonzepte für den Workspace. „Wir sind nicht die Ersten, die über das neue Arbeiten nachdenken“, sagt Geschäftsführer Leo Lübke. „Neu ist, dass hier mehrere Designer an einer großen Sache zusammenarbeiten. Wir vertrauten darauf, dass alle auf Augenhöhe miteinander reden, jeder Input gibt und alle aufeinander reagieren. Das hat etwas Experimentelles. Daher auch der Name: COR LAB. Wir sollten darüber nachdenken, wie das Kollaborieren in Zukunft funktioniert. Und dafür wollten wir die richtigen Tools entwickeln, die richtigen Werkzeuge.“

Dabei ist COR gar kein Experte für Arbeitsmöbel, sondern vielmehr für Polstermöbel im Wohnbereich. Dieses Wissen galt es jetzt auf einen neuen Bereich zu übertragen. Entstanden ist so eine Vielzahl kleinerer Möbel, die sich immer wieder neu zusammenstellen lassen, wie Nomaden – mobil und anpassungsfähig.

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Chart von RelvãoKellermann ist ein von zwei Seiten bespielbares Stellwandsystem aus zwei versetzt angeordneten Rechtecken, die sich durch einen festen Abstand zwischen den Wänden selbst stabilisieren. „Chart ist weder eine Wand, noch ein Regal, noch ein Raumtrenner“, führt Ana Relvão aus. „Es hält sich im Hintergrund“, ergänzt Gerhardt Kellermann, „funktioniert dabei wie eine Kulisse für eine vielfältige und situative Nutzung.“ Die vier verschiedenen Stellwände bieten unterschiedliche Funktionen: als Arbeitstisch, Regal, Garderobe mit integrierter LED-Beleuchtung oder als einfache Ablage.

Die konstruktiven Bestandteile von Chart, wie etwa die massiven Holzrahmen können den verschiedensten Anforderungen im Objektbereich angepasst werden. Gefüllt werden die Leichtbau-Stellwände mit einem Papierwabenmaterial. Feine Perforationen unterstützen eine gute Raumakustik. „Eingekleidet“ wird jede Wandfläche in einen textilen Polsterbezug. Stabilität und Belastbarkeit entstehen aus einem schlicht-genialen Konstruktionsprinzip: Die in den Zwischenräumen fest verschraubten Regalflächen geben den Holzrahmen Halt. Verstellbare Kunststofffüße an den Unterseiten sorgen zusätzlich für sicheren Stand und nivellieren Unebenheiten. Die Polsterbezüge wiederum werden an den Wandenden unsichtbar eingezogen und befestigt. Möglich macht dies die COR-Nut; ein Patent, das der Hersteller in vielen seiner Sitzmöbel verarbeitet.

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Ein ungestörtes Meeting abhalten oder sich einfach mal zurückziehen, sich ausklinken. Das Sofasystem mit hohem oder niedrigem Rücken, das vom 1-Sitzer bis zum 3-Sitzer wachsen kann, wird zum Rückzugsort im Büro. Mit den frei wählbaren Modulen, Boxen unhd Einschüben aus Esche oder Eiche wird Floater zu einem vollwertigen Arbeitsplatz. Die zusätzlichen Ablagen schaffen Platz für Notebooks und Pads, für die es einen eigenen Stromanschluss gibt. Floater ist eben mehr als ein Sofa, es ist ein frei konfigurierbares Tool für das gemütliche Arbeiten im modernen Büro, in dem es auch gerne gemütlich sein darf.

„Als variabel konfigurierbare Worklounge mit frischer Optik und Haptik lädt Floater zur komfortablen Nutzung ein“, erklärt Designerin Pauline Deltour ihren Entwurf. Die klare Formensprache des Sofas steht für Modernität. Nichts wird kaschiert, alle formalen Elemente und deren spezifische Funktionen werden sichtbar gemacht. Dabei werden kontrastierende Farben und Materialien, Hölzer und Stoffe eingesetzt. Das lebhaft gestaltete Gesamtkonzept signalisiert die verschiedensten Funktionen wie Sitzen, Kommunizieren, Arbeiten und Aufbewahren. „Grundsätzlich ‚übersetze’ ich typische Attribute von COR in ein neues Möbelkonzept für temporäres Sitzen“, betont die Designerin.

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Mit Drop stammt gleich eine ganze Familie aus der Feder von Pauline Deltour, mit mobilem Rollhocker, stapelbarem Hocker und großem Pouf. Ein runder, gut sichtbarer Stahlrahmen umfängt dabei die jeweiligen Polsterzylinder. Der kleine Alleskönner wird in einer Höhe von 47 cm angeboten, übernimmt je nach Bedarf diverse Funktionen. Kleinere Ausführungen mit 36 cm Durchmesser sind als Solo-Sitzer gedacht. Deren größere „Geschwister“, Poufs mit einem Durchmesser von 79 cm, können von mehreren Personen besetzt werden oder dienen als niedriger Tisch.

Vier Beine mit Rollen machen den kleinen Hocker zu einem Flitzer im Büro. Als stapelbarer Hocker ist er ein praktischer Helfer und wird durch den Entwurf der französischen Designerin sogar salonfähig. Bis zu sechs Elemente lassen sich übereinander errichten und entfalten dabei eine skulpturale Wirkung. Die Abmessungen der Stahlrohrrahmen nehmen jedes Element beim Turmbauen passgenau auf. Harte und weiche Komponenten, Stahl und Polster, monochrome oder bunte Farben: Alles soll sich zu Kaleidoskop-ähnlichen Bildern verbinden. Drop will in jeder Konfiguration überzeugen, als Einzelmöbel, kleines Ensemble oder gruppiert um einen Pouf im Zentrum.

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Auch die Tischserie des Designduos Aust & Amelung steht für Mobilität im Büro. Rollbare und höhenverstellbare Laptoptische, Trolleys, Beistelltische und ein Servierwagen mit Ledereinlage werden ergänzt durch unterschiedliche Schalen für Arbeitsutensilien und ein Flaschenblech. „Unser Ziel war es, besonders flexible Möbel zu gestalten“, sagen Miriam Aust und Sebastian Amelung. „Jeder Teil der Familie übernimmt eine eigene Funktion und kann wie ein Werkzeug benutzt werden.“ Die beiden Gestalter sind dafür bekannt, puristisch und systematisch zu arbeiten, aber auch mit originellen Ideen zu überraschen. „Dieses spielerische Element hat uns gereizt, weil es dem Kreis der jungen Designteams eine weitere Facette hinzufügt“, erinnert sich Uwe Fischer, dem das COR-Lab wesentliche Impulse verdankt.

„Die Formensprache von Bond ist grafisch und erinnert in ihrer Linienführung an schlichte Icons“, erklärt Miriam Aust. „Unter funktionalen Aspekten hat uns die Idee eines fahrbaren Trolleys inspiriert.“ Dabei übertragen die Gestalter den Trolley aus der Welt des Reisens in die Welt des Wohnens und Arbeitens: „Mobilität prägt den Zeitgeist, wir entscheiden heute flexibel, wo wir sitzen, kommunizieren, arbeiten oder zusammenkommen“, ergänzt Sebastian Amelung. Die vier Einzelmöbel basieren auf filigranen Stahlrohrkonstruktionen mit Griffen, Rollen oder festen Standbeinen, wobei die Unterkonstruktionen die antennenähnlichen Griffe formal aufnehmen. Je nach Funktion des Möbels wird dann ein Tablett, eine Arbeitsfläche oder eine Tischplatte dem konstruktiven Grundgerüst eingepasst.

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Level, gestaltet von Uwe Fischer, ist eine Familie höhenverstellbarer Arbeitstische, die sich ganz unprätentiös der Idee einer Werkbank verschrieben haben. Mit seinen „bockartigen Unterbauten“ steht Level ganz in der Tradition der Moderne – ein Tisch ohne große „Geste“, sondern eher ein leicht wirkendes, transportables Möbel. Level hat Signalfunktion und will mit traditionellen Statussymbolen konventioneller Büroeinrichtungen brechen: An diesem Tisch lässt man sich nicht passiv nieder, er ist Arbeitstisch und Treffpunkt. Er verbindet Stahl und Holz, und er verbindet Menschen, schreibt ihnen aber nicht vor, wie sie miteinander umgehen sollen. So wird der Besprechungstisch zum Bistrotisch – und verwandelt sich wieder zurück. Der Wechsel wird zur eigentlichen Konstante.

Mit Level entwickelte Uwe Fischer deshalb einen funktionalen Tisch, bei dem ein Stativ als Unterkonstruktion mit einer kunstharz- oder pulverbeschichteten Arbeitsplatte kombiniert wurde. Neben der leichten Höhenverstellung mittels eines Schnellspannsystems ermöglichen es einfache Verschraubungen, Tischplatte und -böcke schnell zu trennen, der Tisch steht immer dort, wo er gerade gebraucht wird. „Im Vergleich mit der bestehenden Kollektion ist der Werktisch ein Experiment“, erklärt Fischer, „etwas untypisch in der Formensprache, typisch in der Individualisierbarkeit und hochwertigen Ausführung.“

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Bänke sind generell kommunikationsfördernde Möbel. Allein stehend oder gruppiert um einen Tisch, aufgestellt im Büro, Bistro oder Foyer, bilden sie einladende Zonen, die wechselweise besetzt werden. Doch Bridge will mehr sein, als nur eine gepolsterte Bank. Sie will als Sitzmöbel Teil eines modernen Büros sein, ein Platz für informelles Arbeiten. Denn die meisten Informationen werden in zwangloser Runde ausgetauscht. Bridge soll diese Interaktion fördern. Die rückenfrei gestaltete Bank erlaubt dabei auch Perspektivwechsel.

Mit ihrer lang gestreckte Form, den klaren Linie und einfachen Werkstoffe – Holz und Stoff oder Leder – will Bridge Leichtigkeit vermitteln. „Wer heute mit dem Skateboard oder Rennrad zur Arbeit fährt, wird bei den breiten Polsterflächen mit ihren tiefen Einzügen sofort an Tragflächen, vielleicht sogar an eine Luftmatratze denken“, kommentiert Uwe Fischer. Reiht man einzelne Bänke aneinander, lassen sich Sitz-Seriografien für größere Räume bilden. Ausführungen mit einer größeren Breite von 80 cm wiederum erlauben es auch, Rücken an Rücken zu sitzen. „Funktionalität ohne zu viel Designattitüde“ hatte Uwe Fischer im Sinn, und damit eine Sprache, die sowohl im Wohn- als auch im Arbeitsumfeld zu verstehen ist.

Weitere Infos über das COR Lab gibt es hier.

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