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Pure Talents Contest-Nominee Susanne Tesche: „Kreatives Chaos funktioniert für mich nicht.“

Foto: Susanne Tesche
Foto: Susanne Tesche

Susanne Tesche studiert Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel. In einem Tischlermaschinenlehrgang erwarb die Wuppertalerin Grundkenntnisse in der Metall- und Kunststoffverarbeitung, Modelbau und konzeptionellem Denken. Bereits vor ihrem Studium sammelte sie in mehrjährigen Auslandsaufenthalten in Orlando, Florida (Academic High School Exchange) und Australien (Work and Travel) wichtige Erfahrungen. Im Interview spricht die Pure Talents Contest-Nominierte über die Berufsfelder von Designern, ihre Teilnahme am Wettbewerb und über Ruhe.

Warum bist du Designerin geworden?
Ich studiere Design, weil ich zu einer Verbesserung der Kommunikation zwischen Objekt und Umwelt beitragen möchte. Durch meine Entscheidung Produktdesign zu studieren, wollte ich mehr als nur Entwerferin schöner Produkte werden. Ich möchte einen Einfluss auf die Gestaltung unserer Umwelt und der Gegenstände, die wir täglich gebrauchen, nehmen.

Was war der ungewöhnlichste Ort, an dem dir schon mal etwas Gutes eingefallen ist?
Gute Geistesblitze kommen mir oft, wenn ich Abstand zu meinem Projekt habe und nicht bewusst darüber nachdenke. So sind mir schon bei Tätigkeiten wie Putzen oder beim Kellnern gute Lösungen eingefallen.

Braucht ein Designer heute noch einen Bleistift?
Ja.

Hast du ein Vorbild?
Nein. Es gibt bestimmte Designer(innen) mit deren Produkten ich mich mehr identifizieren kann, als mit anderen. Aber letztendlich finde ich es wichtig, möglichst unvoreingenommen seinen eigenen gestalterischen Weg zu finden. Natürlich wird man dabei immer mehr oder weniger von seiner Umwelt inspiriert und unterbewusst beeinflusst.

Macht Design glücklich?
Auf diese Frage lässt sich keine allgemein gültige Antwort geben. Sie muss jeder nach seiner eigenen Definition von Glück beantworten. Meiner Meinung nach trägt eine intelligent gestaltete Umwelt dazu bei, den Alltag zu erleichtern, was wiederum das Wohlbefinden beeinflusst.
„Die Qualität der Entwürfe ist die Qualität der Welt“ – Otl Aicher

Die Tischleuchte focus lädt zum spielerischen Umgang mit Licht ein. Foto: Susanne Tesche
Die Tischleuchte focus lädt zum spielerischen Umgang mit Licht ein.
Foto: Susanne Tesche

Was findest du am Designberuf befriedigend bzw. unbefriedigend?
Als Studentin denke ich, dass der Designberuf eine befriedigende Tätigkeit ist. Man hat im besten Fall einen geregelten Arbeitsalltag, der aber selten langweilig wird, wenn man stetig mit unterschiedlichen Kunden und Projekten arbeitet. Hinzu kommt, dass man sich als Gestalter(in) kreativ ausdrücken kann. Unbefriedigend empfinde ich, dass in der Branche oftmals gut ausgebildete Leute wie auch Praktikant(innen) für wenig oder gar kein Geld arbeiten müssen, da kreative Berufe immer noch eine zu geringe Wertschätzung erfahren.

Gibt es eine Designwelt jenseits der Serienproduktion, und wenn, wie wichtig ist sie für dich?
Design findet in viel mehr Bereichen als der Serienproduktion statt. Das Spektrum, in dem sich Design bewegt, weitet sich stetig aus. Heutzutage findet man Designer(innen) abseits der Produktionswelt in renommierten Galerien in denen experimentelle und konzeptionelle Designansätze vermittelt werden, bis hin zur IT-Branche, wo an der Schnittstelle Mensch-Maschine gestaltet wird oder in sozialen Feldern, wo an Systemen und Konzepten für ein gemeinsames Miteinander gearbeitet wird. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die interdisziplinäre Arbeit von Designer(innen) in andere Bereiche übergreifen und somit ein breiteres Beschäftigungsfeld bilden.

Worauf kannst du beim Arbeiten auf keinen Fall verzichten?
Um meine Gedanken zu bündeln und mich zu konzentrieren, brauche ich unbedingt einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Kreatives Chaos funktioniert für mich nicht.

Was müsste dringend einmal erfunden werden?
Geräuschlose Laubbläser.

Was bedeutet der Auftritt auf der imm cologne für dich?
Er bedeutet für mich eine Chance viele interessante Kontakte zu knüpfen, in einen Austausch mit anderen Nachwuchsdesigner(innen) und Designbüros zu kommen und andere Designstandpunkte kennenzulernen, sowie das Messeleben als Ausstellerin zu erfahren.

Hier gibt’s mehr Infos zu den Teilnehmern des Pure Talents Contest und ihren Projekten.

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