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Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit: Interview mit Ben van Berkel

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Ben van Berkel
© Inga Powilleit

Entw√ľrfe von Ben van Berkel finden sich regelm√§√üig auf der imm cologne. Sp√§testens seit seiner Neugestaltung der Halle 11 im Jahr 2008 ist der niederl√§ndische Architekt und Designer der Messe verbunden. Wir sprachen mit ihm √ľber die M√∂glichkeiten heutiger Produktgestaltung und das zunehmende Verwischen der Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

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Seating Stones
© HG Esch

Ben van Berkel, die Arbeit des von Ihnen gegr√ľndeten B√ľros UNStudio reicht von komplexen Stadtplanungs- und Architekturprojekten √ľber die Innenarchitektur bis hin zum Design. Kann Produktgestaltung in diesem Zusammenhang als eine Art Experimentierfeld f√ľr Materialien, Formen, aber auch strategische Ans√§tze dienen?
Absolut. Die Geschwindigkeit, mit der heute Prototypen von Produkten hergestellt werden k√∂nnen sowie die Forschung zu Eigenschaften und Leistungsf√§higkeit bestimmter Materialien er√∂ffnen ein weites Versuchsfeld mit fantastischen M√∂glichkeiten. Im Bereich des Produktdesigns werden viele Experimente zu Materialien und deren Verwendung durchgef√ľhrt. Bestimmte Produktionstechniken erlauben uns interessante Einblicke, wie wir diese auf k√ľnftige Architekturprojekte anwenden k√∂nnen. Somit liefert Produktdesign nicht nur viele Ideen f√ľr Materialien, sondern auch Ideen, wie diese auf geometrische Konstruktionen angewendet werden k√∂nnen.

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Soho Hailun Plaza
© UNStudio

Die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit verschwimmen immer mehr. Was l√§sst sich aus Wohn- oder auch Hotel- und Restaurantprojekten f√ľr das Entwerfen von B√ľror√§umen lernen ‚Äď und umgekehrt?
In der Tat existieren viele √úberschneidungen. Wir lernen eine Menge aus der Arbeit an verschiedenen Typologien und verkn√ľpfen und kreuzen die gewonnenen Informationen f√ľr unsere Entw√ľrfe. So k√∂nnen Sie beispielsweise aus Infrastrukturprojekten viel √ľber Wegeleitsysteme lernen und dieses Wissen dann auf die Wegef√ľhrung in einzelnen Geb√§uden wie Museen oder B√ľroh√§usern anwenden. Das Gleiche gilt f√ľr Kenntnisse √ľber Installations- und Bautechniken.

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Singapore University
© HuftonCrow

Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang ein interdisziplinärer Ansatz?
Dieses Verkn√ľpfen von Wissen wird uns als Entwerfern so nicht beigebracht. Es sollte aber Teil der Architektenausbildung werden ‚Äď vom Ingenieurswissen bis hin zu Kenntnissen √ľber die hinter der √§u√üeren H√ľlle verborgene Technik, die ja einen ma√ügeblichen Einfluss auf unsere Entw√ľrfe haben kann. Es sind n√§mlich nicht nur die unterschiedlichen Typologien, die einander beeinflussen, sondern auch die technische, konstruktionsbezogene Seite der Architektur, die sehr wichtig ist.

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W.I.N.D. House
© Inga Powilleit

Sie arbeiten mit Unternehmen zusammen, die auf Messen wie der imm cologne pr√§sent sind. Welche M√∂glichkeiten bieten solche Messen f√ľr Sie als Planer?
Wir nutzen diese Events auf sehr effiziente und dynamische Weise. Ohne solche Veranstaltungen w√ľrde es oft Monate dauern, bis wir unsere Kunden und die Menschen treffen k√∂nnten, mit denen wir ins Gespr√§ch kommen wollen. Aber auf Veranstaltungen wie der imm cologne k√∂nnen wir das alles an einem Tag erledigen, denn viele unserer Gesch√§ftspartner sind vor Ort auf der Messe.

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Theatre De Stoep
© Jan Paul Mioulet

√úber Ben van Berkel:
Ben van Berkel absolvierte ein Architekturstudium an der Rietveld Academie in Amsterdam und der Architectural Association in London. Im Jahr 1998 gr√ľndete er zusammen mit Caroline Bos das B√ľro UNStudio (United Net), das sich selbst als Netzwerk von Spezialisten aus den Bereichen Architektur, Stadtentwicklung und Infrastruktur versteht. Zu den international bekanntesten Projekten von UNStudio geh√∂rt das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Design von Ben van Berkel f√ľr Aussteller wie Walter Knoll oder Carpet Concept wird regelm√§√üig auf der imm cologne pr√§sentiert.

Das Gespr√§ch f√ľhrte Broekman+Partner.

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