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Designgeschichte: Der Sessel F51 im Direktorenzimmer von Walter Gropius

© Tecta
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1923 für die „Große Bauhausausstellung“ entworfen, gilt das Direktorenzimmer von Walter Gropius als erste gesamtheitliche Raumkomposition der Moderne weltweit. Konzipiert wurde es als Schauraum eines idealen Arbeitszimmers, das eine Sitzgruppe sowie einen Arbeitsplatz mit Stuhl und Schreibtisch beherbergte. In dem mit 5 m3 streng kubistischen Raum wurde ein weiterer Kubus als „Ruhezone“ definiert und durch einen quadratischen Teppich sowie eine genau durchdachte Anordnung der Möbel markiert, die alle die kubische Form und den rechten Winkel aufnahmen. In der Höhe begrenzte eine Sofittenbeleuchtung den Raum im Raum. Über viele Jahrzehnte vergessen, hatte sich die Bauhaus-Universität im Zuge der Sanierung des Hauptgebäudes 1997 entschlossen das Zimmer zu rekonstruieren und als nutzbaren Arbeitsraum einzurichten.

Für die Einrichtung seines Zimmers entwarf Walter Gropius eine Serie formaler Gegenstände. Die Entwürfe folgten streng geometrischen Prinzipien: Linien und Streifen, Kuben und Quadrate. Als Urform des kubischen Möbels und Vorgänger des heutigen Freischwingers war der Sessel F 51 eines der wesentlichen Gestaltungselemente im Direktorenzimmer. Der Originalentwurf kombinierte voluminöse Polster mit einer völlig neuartigen Konstruktion: So wirkte der Sessel wie ein Würfel, in den der Sitzraum hineingeschnitten wurde. Erst auf den zweiten Blick offenbarte sich, dass er aus verschiedenen, unterschiedlich großen, rechtwinkligen Quadern zusammengesetzt wurde, die in sich verschränkt waren.

© Tecta
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Der kompakte Sessel ist hinterbeinlos, der Rücken erreicht also nicht den Boden. Besonders charakteristisch hierbei ist das Holzgestell, das den tragenden Kragarm bildet. Hierbei folgte Gropius vermutlich der Idee des Mäanders die auch im übrigen Gropiuszimmer deutlich zu erkennen ist. Im Rücken und unter den Armlehnen ist ein 5 x 5 cm starkes Rahmenprofil praktisch „doppelt“ nebeneinander und am Boden nur einfach die Füße umlaufend. Trotz der Kompaktheit und Massivität verleiht der Kragarmträger diesem Designermöbel einen fast schwebenden Charakter. Neben zwei Sesseln gehörte auch ein Sofa zur Sitzgruppe des Direktorenzimmers, die im Original mit gelbem, grobmaschigem Stoff bezogen waren.

In seiner werkgetreuen Reedition gestaltet Tecta die Ikone der Bauhaus-Schule farbenprächtig. Den ursprünglich farblich reduzierte Sessel gibt es nun in 141 Farben – von knalligem Smaragdgrün, Fuchsia oder Himmelblau, bis zu edlen Grauabstufungen, Purpur-, Pflaumen- und Tintentönen. Dazu stehen sieben verschiedenen Materialoberflächen zur Wahl, die von samtigen Baumwoll-Velours bis zu Schurwolle, Leder oder Kavallerietuch reichen.

Mehr über Walter Gropius erfahren Sie hier.

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