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The World@Home:
Interview mit Park Associati

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Filippo Pagliani and Michele Rossi, founders of Park Associati
© Park Associati

Ein Gespräch mit Michele Rossi, Partner beim italienischen Architekturbüro Park Associati, über Räume, die verschiedene Bedürfnisse erfüllen, und über Design als Mittel der Kommunikation.

Herr Rossi, mit Park Associati arbeiten Sie an sehr unterschiedlichen Projekten, von Wohngebäuden bis zu Einzelhandelsflächen, vom Produktdesign bis zu Bürogebäuden. Wie würden Sie Ihren Ansatz allgemein beschreiben?
Seit unserem Start als Park Associati im Jahr 2000 haben wir versucht, an Projekten verschiedener Maßstäbe zu arbeiten und eine Spezialisierung zu vermeiden. Das ist übrigens ein ziemlich typischer Ansatz für Italien, wo Architekten unserer Generation als Architekten, Innenarchitekten und Möbeldesigner an der gleichen Fakultät ausgebildet wurden. Unabhängig vom Maßstab oder der Typologie bleibt unser Ansatz der gleiche: eher ein Prozess als eine ästhetische Philosophie. Die Stärke eines Projekts resultiert aus vielen Ideen, die miteinander kombiniert und dann analysiert werden. Es ist jedes Mal so wie ein großer Schwamm, der dann getrocknet wird, um eine Synthese zu erstellen. Wir vermeiden so etwas wie einen bestimmten Stil oder Wiederholungen: Wir versuchen immer, das zu geben, von dem wir glauben, dass es das richtige Projekt für den jeweiligen Kunden, Bauplatz oder Auftrag ist.

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Park Associati: Salewa Headquarters, Bolzano, Italy
© Oskar Dariz, courtesy Stahlbau Pichler and Park Associati

 

Tatsächlich unterscheiden die Lebensweisen von heute nicht mehr so sehr zwischen verschiedenen „Sphären“ unseres Lebens – Arbeiten, Wohnen und Freizeit verschwimmen miteinander. Wie können beispielsweise Entwürfe für Büros von Wohngebäuden oder von Projekten im Hotelbereich profitieren – und umgekehrt?
Unsere Welt ist immer weniger eine geteilte Welt. Flächen werden in zunehmend unkonventioneller Weise genutzt und sie müssen in der Regel mehr als nur einer Funktion entsprechen. Unsere Aufgabe ist es also, Räume zu entwerfen, die unterschiedlichen Anforderungen genügen; Räume, die nicht nur flexibel in Bezug auf ihre Anordnung sind, sondern auch in ihrer atmosphärischen Wirkung. Wir sind davon überzeugt, dass es ein großer Vorteil für uns ist, in den letzten Jahren an so einer großen Bandbreite von Projekten gearbeitet zu haben. So haben wir beispielsweise ein Bürogebäude entworfen, in dem auch eine Kletterwand und ein Restaurant untergebracht sind – oder ein Restaurant, das gleichzeitig ein Konferenz-/Tagungsraum ist.

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Park Associati: Nestlé Italy Headquarters, Assago (MI), Italy
© Andrea Martiradonna, courtesy Park Associati

Für Electrolux haben Sie The Cube entworfen – ein mobiler Restaurant-Pavillon, den man zuerst in Brüssel und dann in anderen europäischen Städten gesehen hat. Könnte ein solches Projekt beispielhaft sein für Unternehmen, um auf zeitgemäße Weise in Kontakt mit den Menschen zu treten?
Der Cube war ein großes Abenteuer – und ist ein wunderbares Konzept, eine Marke über Design zu bewerben. In diesem Jahr folgte dem Cube dann Priceless: dasselbe Konzept, anderer Kunde. Zuerst war es Electrolux, dann Mastercard, die an die Kommunikation einer Marke durch eine provisorische, mobile Struktur geglaubt haben, die reist und temporär auf Gebäuden und an öffentlichen Plätzen in den großen europäischen Städten aufgebaut wird. Unternehmen müssen neue Wege in der Kommunikation gehen, ihre Kunden anzusprechen, und wir glauben, dass neue Konzepte, neue Visionen wirklich dabei helfen können, dies zu tun.

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Park Associati: Brioni international boutiques – new Brioni Concept Store worldwide
© Andrea Martiradonna, courtesy Park Associati

Im Rahmen des Konzepts für die neuen, weltweiten Boutiquen von Brioni haben Sie für Driade einen Kronleuchter entwickelt. Wie wichtig ist es für Sie, bis hinein ins kleinste Detail zu arbeiten? Und wie fangen Sie an, wenn sie Objekte entwerfen, wie wichtig ist der architektonische Raum um diese herum?
Wenn wir an einem Projekt arbeiten, ganz egal in welchem Maßstab, widmen wir den Details immer große Aufmerksamkeit. Wir entwerfen vielfach Möbel auf Maß, zugeschnitten auf unsere Projekte. Und vielleicht haben einige davon dann das Potential, Serienprodukte zu werden. Wir lieben es, Möbel zu entwerfen, vor allem Lampen, aber es ist uns auch immer etwas peinlich, wenn wir anfangen, über ein neues Objekt für den Markt nachzudenken: Es gibt doch schon so viele Stühle, Tische und Leuchten. Daher fühlt sich die Arbeit an einem Möbelstück natürlicher an, wenn wir von einem Architektur- oder Innenarchitekturprojekt ausgehen. Das, was wir versuchen, im Architekturprojekt zu erreichen, wird dann zur Referenz und zur Inspiration für die Gestaltung des Objekts.

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Park Associati: House in Val Tidone, Italy
© Andrea Martiradonna, courtesy Park Associati

Wie wichtig sind für Sie als Architekten, die mit auf der imm cologne ausstellenden Unternehmen zusammenarbeiten, die Möglichkeiten, die ein solches Ereignis bietet?
Für uns – als Architekten und auch als Designer – ist die Messe immer eine besonders wertvolle Gelegenheit, interessante Leute zu treffen und neue und spannende Dinge zu sehen. Und sie ist natürlich auch eine großartige Möglichkeit, Freunde wiederzutreffen, die über die ganze Welt verstreut leben.

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Park Associati: House in Val Tidone, Italy
© Andrea Martiradonna, courtesy Park Associati

Profil
Michele Rossi und Filippo Pagliani gründeten im Jahr 2000 das Architekturbüro PARK ASSOCIATI in Mailand. Die Arbeiten von PARK umfassen alle Maßstäbe und Typologien, von großen städtebaulichen Projekten bis zur Gestaltung von Möbeln und Objekten, die oft auf Architekturkonzepten basieren. PARK ASSOCIATI haben sich mit ihren vielfach veröffentlichten Projekten internationales Ansehen erworben. Neben ihrer praktischen Arbeit als Architekten lehren sowohl Michele Rossi als auch Filippo Pagliani als Professoren am Mailänder Polytechnikum.

Das Gespräch führte Broekman +Partner

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