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Willkommen in „Das Haus“ 2016!

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Die neue Ausgabe von „Das Haus – Interiors on Stage“ steht nicht nur in hartem Kontrast zu der kompakten Installation durch Neri&Hu auf der letzten imm cologne, sondern auch zu allen Wohnkonventionen. Es ist kreisrund, mehr oder weniger durchscheinend und weist so gut wie keine feste Wand auf. Nichtsdestotrotz verspricht Sebastian Herkners Haus ein sinnliches Erlebnis zu werden – ein Haus, das weich und duftend, farbenfroh und kommunikativ ist und seine Form chamäleonartig zu verändern vermag.

Ganz entfernt erinnert der Entwurf noch an Jurten oder traditionelle Ringarchitekturen im ländlichen China – nur, dass solche überlieferten Formen nicht aus durchsichtigen, farbig-opaken oder perforierten Folien, Industrietextilien und kostbaren Vorhängen bestehen, sondern einen massiveren Schutz gegen Wind und Wetter, Sonne und fremde Blicke bieten sollen. Nicht so „Das Haus“ 2016, das im Januar inmitten der Halle 2.2 der Kölner Messe errichtet und eingerichtet wird. Hier sind im Gegenteil alle eingeladen, zu schauen, einzutreten, zu fühlen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, Einblicke und Durchblicke zu gewinnen.

Ein Haus, das niemanden aussperrt
Von jedem Platz auf den unterschiedlichen Ebenen der runden Wohnstatt können panoramaartige Ausblicke in die umgebende Landschaft geöffnet werden. Stünde „Das Haus“ als Glasbau in einem Park, würden sich Assoziationen an japanische Pavillonarchitektur aufdrängen. Doch in Köln wird sich dem Besucher kein Ausblick auf Hügel, sondern auf die „Platforms“ bieten: eine neu gestaltete, offene Messelandschaft mit Inszenierungen von Möbeln und Wohnaccessoires.

Und das ist auch ganz im Sinne des Designers aus Offenbach, der mit seiner Vision vom offenen, freieren Wohnen auch ein Zeichen setzen will: eine Botschaft gegen die Tendenz zur Abschottung. „Die Transparenz von ‚Das Haus‘ ist ein Ausdruck für die Notwendigkeit, sich Veränderungen mit mehr Offenheit zu stellen“, kommentiert er sein Konzept vor dem Hintergrund der Flüchtlingsströme, die Deutschland aktuell vor große gesellschaftspolitische Herausforderungen stellen.

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Ein Haus mit vielen Vorhängen, aber ohne Gardinen
Sebastian Herkner hat eine weiche, fließende Architektur entworfen, die mit Licht und Perspektiven spielt und dabei alle Sinne anspricht. Eine bei der angedeuteten Bedachung ausgesparte Mitte, die Innenhof und Garten sein soll, nimmt in seinem Konzept eine wichtige Rolle ein: Sie ist die von Leben erfüllte Begegnungsstätte des Hauses und stellt den Kern der zwiebelartig von innen nach außen aufgebauten Architektur dar. Ein umlaufender schmaler Gang bildet die äußere Schicht, deren Außenseite eine Schmuckfassade aus Vorhängen bildet, eigens angefertigt von dem exklusiven deutschen Textilverlag Nya Nordiska, den Herkner und die Koelnmesse als Sponsor für dieses Projekt gewinnen konnten.

Das Innere des Hauses wird dominiert von Textilien und Mustern, Leuchten und Licht. Die Möbel, die Sebastian Herkner für das Interior Design ausgesucht hat – teils von ihm selbst, teils von anderen Designern entworfene Lieblingsstücke – stehen dabei frei im Raum wie auf einer Bühne. Schlafzimmer und Bad brechen als einziger etwas intim gehaltener, semitransparenter Raumkubus aus dem Rund heraus. Zahlreiche Prototypen, exklusive Entwürfe und erstmals präsentierte Neuheiten von Herkners Industriepartnern – darunter unter anderem eine Outdoor-Kollektion von Dedon, ein Paravent von Rosenthal, ein Stuhl von Linteloo und Leuchten von Pulpo – werden seine Idee von einem freieren Wohnen behaglich und anschaulich umsetzen.

„Mir ist wichtig, dass ‚Das Haus‘ wirklich für jeden offen ist“, erläutert der Designer seine Entscheidung für ein rundes und barrierefreies Haus, in dem die Wände durch bewegliche Vorhänge ersetzt werden. „Es gibt keine Grenze, keine Barriere, keine Ecke, an der man sich stoßen oder hinter der man sich verstecken könnte. Das Ergebnis ist ein kompromisslos rundes und offenes Haus, in dem die unterschiedlichen Ebenen über einen Rundgang erschlossen werden. Das war der Ansatz: ein (fast) unendliches Haus.“

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Sebastian Herkner – das neue Gesicht des deutschen Designs
Sebastian Herkners außergewöhnliches Gefühl für das Material und seine originellen, trotz ihrer Schnörkellosigkeit seltsam verführerischen Formlösungen haben dem 34-Jährigen schnell hohes internationales Ansehen eingetragen. Als Viel-Reisender sammelt er Eindrücke, Alltagsgegenstände und Handwerkstechniken. Marken wie Moroso, Fontana Arte, Sitzfeldt, Very Wood, Sancal, Böwer, Gubi, Leff Amsterdam, Carl Mertens, Pulpo, La Chance, De Vorm, Rosenthal oder Nya Nordiska betrauen ihn mit Entwürfen für Möbel, Leuchten, Tableware und Showrooms. Er versteht es, Wertigkeit und Charakter des Materials herauszustellen und dabei Handwerk und Hightech sinnvoll zu kombinieren. Viele seiner Entwürfe, die zunächst vor allem in der Galerie-Szene für Aufmerksamkeit sorgten, entfalten ihre Qualität erst durch traditionelle Handwerkstechniken – wie etwa der Tisch Bell Table (Classicon), dessen farbiger Glasfuß in Deutschland noch per Hand gefertigt wird.

Der in Bad Mergentheim geborene und an der HfG Offenbach ausgebildete Designer gründete 2009 sein eigenes Studio in Offenbach. Seinen Sinn für Details schärfte er während eines Jahrespraktikums bei dem Mode-Label Stella McCartney in London. Seit seiner erfolgreichen Teilnahme am [d3] design talents contest bei der imm cologne 2008 und 2010 erhielt er zahlreiche Preise von Magazinen wie Elle Deco und Wallpaper, den red dot design award, den Designpreis Deutschland, den German Design Award sowie jüngst – wieder von der imm cologne – den Interior Innovation Award.

Die Koelnmesse lädt jedes Jahr einen jungen, erfolgreichen Designer zu einer sehr persönlichen Interpretation des Interior Design-Formats „Das Haus“ ein. „Wir sind mit dem Konzept für ‚Das Haus‘ weit gereist in den letzten Jahren und haben damit ein wirklich internationales Spektrum zeitgenössischer Gestaltung durch aufstrebende, ungewöhnliche Designer und Architekten nach Köln geholt“, kommentiert Dick Spierenburg, Creative Director der imm cologne, selbstbewusst die Erfolgsgeschichte der 2012 eingeführten Experimentierplattform. Der Niederländer weiter: „Nach unserem großen Schritt nach China im letzten Jahr konnten wir an einem Talent wie Sebastian Herkner nicht mehr einfach vorbeigehen, nur weil er quasi um die Ecke wohnt. Das Haus von Herkner wird spektakulär, weil es wieder ganz anders sein wird: perspektivenreich, ausgefallen und sehr, sehr sinnlich. Ich verspreche mir davon ein Event, das nicht nur in der Fachwelt, sondern auch an den Publikumstagen Aufmerksamkeit erregt.“

Fotos: Lutz Sternstein

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