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Für Möbel mit inneren Werten

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Die Weltleitmesse interzum gilt als Innovator und Treiber für Neuerungen der Möbelbranche. Besonders spannend sind dabei die unsichtbaren Innovationen, die sich in den Möbeln verstecken. Dazu zählen Beschläge ebenso wie neue und neuartige Funktionen – eben die inneren Werte.

Das Thema „grifflos“ beschäftigt die Möbelbranche bereits seit einigen Jahren. Wie bei vielen Innovationen, die mit Öffnen und Schließen zu tun haben, war die Küche hier Vorreiter, bevor sich grifflose Türen in anderen Wohnzonen etablierten. Als problematisch galt hier bisher allerdings die Kombination von mechanischer Öffnungsunterstützung und gedämpftem Schließen. Die Lösung dieses Problems war eines der großen Themen der diesjährigen interzum. Dazu beigetragen hat etwa der österreichische Beschlagspezialist Blum. Mit Tip-On Blumotion lässt es sich prima grifflos öffnen und ebenso sanft schließen – und das rein mechanisch. Eine Nummer größer macht es der polnische Hersteller Komandor, der für sich reklamiert, mit der Kombination von Push-to-Open und Softclose Vorreiter im Bereich Schiebetüren zu sein.

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Auch das Stichwort Light-Weight-Design ist ein mittlerweile wichtiges Thema im Möbelbau. Mit fortschreitender Entwicklung alternativer Technologien und der Verfeinerung bestehender Fertigungsmethoden lassen sich immer leichtere Werkstoffe entwickeln bzw. Materialien immer dünner verarbeiten. Dabei ist Materialeinsparung nicht bloß ein gestalterischer Aspekt, sondern auch unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten relevant – und somit auch oder gerade für die Zulieferindustrie. Denn oftmals setzen deren Neuerungen Trendentwicklungen erst wirklich in Gang. Dem will etwa auch der österreichische Hersteller Grass Rechnung tragen. Die Scharniere der Serie Tiomos beispielsweise ermöglichen für Möbeltüren die Verwendung verschiedener Werkstoffe mit einer Materialstärke bis hinunter zu 6 mm. Dabei muss laut Hersteller auf Komforts wie Dämpfungstechnologie, dreidimensionale Verstellbarkeit mit stufenloser Höhenverstellung oder Kinematik keinesfalls verzichtet werden.

Einen eigenen Beitrag zur Leichtbau-Thematik leistet Grass mit Pro Nova Scala – einem doppelwandigen Auszugssystem. Ziel der Grass-Entwickler war es, den umbauten Raum für die Führungstechnologie auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Denn weniger Volumen bedeutet weniger Materialeinsatz, weniger Gewicht und weniger Energieaufwand. Doch nicht nur das. So soll etwa die großflächige, schwebend leicht wirkende Glaslösung Crystal Plus Designern zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten im Möbelinnern eröffnen.

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Mit einem anderen Aspekt der Gewichtsproblematik beschäftigt sich die Firma Hettich. Der ostwestfälische Beschlagspezialist hat sich Gedanken über große, schwere Polstermöbel gemacht und mit CoFix einen speziellen Verbindungsbeschlag entwickelt, der unsichtbar in die Polster integriert wird. Damit können Sofas und Sessel komplett zerlegt, in Einzelteilen transportiert und vor Ort einfach wieder zusammengesteckt werden. Platzraubender Transport und zu enge Treppenhäuser für das Wunschmöbel sollen somit der Vergangenheit angehören – gerade bei Trends wie Urbanisierung und häufigeren Wohnungswechseln ein gewichtiges Argument.

Das Gewicht spielt auch bei dem Funktionsbeschlag Chelan von Kintec Solution für ausziehbare Sofas eine Rolle. Durch ein integriertes Klicksystem lässt sich die Sitzeinheit vom Grundgestell trennen. So soll ein optimales Handling von der Polsterung bis zum Transport gewährleisten werden. Doch auch optisch will Chelan einen leichten Eindruck vermitteln. Kintec Solutions ist es nach eigener Aussage gelungen, erstmals eine Wallaway-Funktion ohne sichtbare Scherenmechanik zu entwickeln. Das besondere Augenmerk bei dieser Mechanik lag auf der Vermeidung von offenen Quetsch- und Scherkanten. Eine Entwicklung, in die das Unternehmen 5 Jahre und 1,3 Millionen Euro investiert hat.

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Doch nicht nur optische Leichtigkeit ist derzeit schwer angesagt, unsere Einrichtungsgegenstände sollen auch möglichst individuell aussehen. Sondermaße oder persönliche Oberflächen lassen Möbel einzigartig erscheinen. Und so macht sich individuelle Gestaltung auch zunehmend im Möbelinneren breit. Hersteller Woodbox etwa bietet einen Hybridschubkasten an, bei dem die Seitenteile aus zwei verschiedenen Materialien bestehen: innen diverse Holzdekore oder Kunststoffe, außen zusätzlich noch echtes Metall wie etwa Kupfer oder Edelstahl. Darüber hinaus können von Kunden spezielle Dekore reserviert werden, die dann für den restlichen Markt geblockt werden.

Einen anderen Ton der Individualisierbarkeit schlägt Häfele an, indem er Musik ins Möbel bringt. Musik wird heute mehr und mehr digital transportiert und konsumiert, sei es von einem Portal oder per Online-Streaming heruntergeladen. Dabei fallen CD-Player und Verstärker weg – bleiben also nur die Boxen. Mit seinen Soundsystemen 105 und 420 will Häfele das Möbel selbst zum Lautsprecher werden lassen und Schrank, Sideboard oder Tische ganz unsichtbar in ein Entertainment-Center verwandeln. Mit einem Bluetooth-Empfänger und bis zu vier Körperschallwandlern (Exciter) ausgestattet, wurden die Soundsysteme speziell für den Einbau auch in industriell gefertigte Möbel entwickelt. Die Exciter verwandeln jede harte Oberfläche wie Holz, Glas oder Metall in einen Resonanzkörper, der Musik und Sprache in erstaunlicher Klangqualität hörbar machen soll. Musikauswahl und Lautstärke lassen sich dann ganz bequem mit Smartphone, Tablet oder Laptop kabellos via Bluetooth steuern. Bleibt nur noch abzuwarten, welche dieser inneren Möbelwerte bereits auf der imm cologne 2016 bestaunt werden können.

Weitere Informationen:
www.blum.com
www.komandor.de
www.grass.at
www.hettich.com
www.kintec-solution.com
www.woodbox.at
www.haefele.de

Fotos:
Blum
Grass
Häfele

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