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Portrait Neri&Hu: Aus der Erinnerung des Vergangenen die Zukunft erkennen

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Neri&Hu Design and Research Office ist ein interdisziplinär arbeitendes Studio für Architektur, Produktdesign, Interior Design und Graphikdesign mit Sitz in Shanghai. Das 2004 von den Partnern Lyndon Neri und Rossana Hu gegründete Büro ist weltweit tätig. Die kreative Dynamik und das Wachstum der Stadt spiegeln sich in der Produktivität, der Programmatik und der flachen Hierarchie des mittlerweile etwa 100-köpfigen Teams wider. Schon lange befasst such das Studio nicht mehr nur mit der Architektur, sondern mit der ganzen Gestaltungsaufgabe Mensch-Produkt-Architektur-Stadt. Vielleicht auch deshalb gehören Lyndon Neri und Rossana Hu heute zu den einflussreichsten Kräften im chinesischen Design.

Beide Architekten begannen ihr Studium in Berkely, Kalifornien. Neri setzte seine Ausbildung zum Master in Harvard fort. Über zehn Jahre lang war er Partner und Projektleiter für Asien bei Michael Graves & Associates in Princeton und arbeitete für verschiedene New Yorker Architekturbüros. Hu setzte ihr Studium mit einem Master in Architektur und Stadtplanung in Princeton fort und arbeitete ebenfalls für das Architekturbüros von Michael Graves & Associates. Darüber hinaus war sie bei Ralph Lerner, Skidmore, Owings and Merrill in New York City und der Architects Collaborative in San Francisco tätig.

Die beiden Architekten sind auch als Designer erfolgreich und entwarfen schon Produkte für mehrere europäische Firmen wie Moooi, Lema, BD Barcelona, Classicon, Gandia Blasco oder Meritalia. Auch für ihre eigene unter dem Namen Neri&Hu herausgegebene Produktlinie haben sie schon diverse internationale Auszeichnungen erhalten. Beide Partner haben Lehraufträge an den Universitäten von Hong Kong, Princeton oder Harvard übernommen und engagieren sich beim Diskurs um die städteplanerischen Herausforderungen chinesischer Großstädte, die auch Thema ihres Buchs Persistence of Vision sind.

Ihre Architektur wirkt wie eine Synthese aus traditionellen Elementen und Raumkonzepten der klassischen Moderne, die auch in Zitaten wie chinesischen Holzfenstern oder Stützen à la Mies van der Rohe anklingen. Ein zentraler Meilenstein in ihrem Werk ist das 2010 fertiggestellte Waterhouse Boutique Hotel im South Bund District von Shanghai. Es liegt direkt an den neu gestalteten Docks und wurde in ein historisches Gebäude – ein Verwaltungsgebäude der japanischen Armee aus den 1930er-Jahren – integriert, das innen völlig neu ausgestattet wurde.

Angesichts des Problems des planlosen Baubooms in China und insbesondere in Shanghai, in dessen Zuge Altes bedenkenlos durch identitätslos Neues ersetzt wird, plädieren Neri & Hu für einen bewussteren Umgang mit Architektur und Design. In ihren Projekten suchen Sie gezielt die Auseinandersetzung mit Design in Praxis und Theorie. In allem, was sie tun, spürt man den Willen zu kommunizieren, um eine gemeinsame Basis für den Austausch über Design schaffen.

Daher dürfte „Das Haus – Interiors on Stage“ für Neri&Hu die ideale Plattform sein, um dem Diskurs, der bislang hauptsächlich vom Westen geführt wurde, eine östliche Perspektive zu verleihen. Dabei steht der individualistische Westen für Neri&Hu für den bewussten Umgang mit traditionellem wie innovativem Design, aber auch für die Bürokratisierung kreativer Prozesse. Das in Shanghai herrschende Chaos wiederum, das in ihren den Werken verarbeitet erscheint, wirkt inspirierend und birgt große Chancen der Erneuerung für beide Welten.

Weitere Informationen:
www.neriandhu.com
Foto: Neri&Hu, koelnmesse

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