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(So lebt die Welt in) Istanbul: Erwachende Schönheit am Bosporus Teil II

Where Fashion meets Design. Istanbul in die Reihe der Fashion-Metropolen New York, Paris und Mailand einzugliedern und international ein Bewusstsein für seine Kreationen zu erzeugen, ist das gleichermaßen erklärte Ziel türkischer Designer, Organisationen und Labels. Zwei, die es schon geschafft haben und auf den Laufstegen dieser Welt für Furore sorgen, sind Hakan Yıldırım und Ümit Ünal. Doch da das Geschäft mit der Mode oft nur eine Eintagsfliege sein kann, darf starker und kreativer Nachwuchs nicht fehlen. Hier hat es sich der türkische Textil- und Bekleidungsverband „ITKIB“ auf die Fahne geschrieben, junge Talente gezielt zu fördern, auf die Fashionwelt vorzubereiten und Brücken zu schlagen zu anderen Koryphäen seiner Branche. So entstanden schon Zusammenarbeiten zwischen dem Glamour-Label „Vakko“ und New Yorks Ausnahme-Designer Zac Posen, sowie „Tween“, einer Modelinie für junge Leute, und David Bradshaw. Doch auch Istanbuls Möbel-Designer brauchen sich nicht hinter ihren Entwürfen zu verstecken. Während das Studio des Architekten-Duos „autoban“ schon mehrmals internationale Design-Preise entgegennehmen durfte, stehen Vater Aziz und Sohn Derin Sarıyer von „Derin Design“ in nichts nach. Sie waren es, die mit ihrem futuristischen, aber schlichten Möbel-Konzept den coolen Hotspot „360 Istanbul“ ausgestattet haben. Und die Inneneinrichtung des In-Restaurants „Müzedechanga“ stammt direkt aus der spritzig-lässigen Feder der Architektin Seyhan Özdemir und des Innenarchitekten Sefer Cağlar von „autoban“. Basis für die erfolgreiche Arbeit des Architektenteams ist sein unumstößlicher Grundsatz, dass Design immer ein emotionales Element braucht, damit es gestalterische Kraft freisetzen kann. Diese Überzeugung wird nicht zuletzt dadurch in die Tat umgesetzt, dass sich in den Entwürfen von Seyhan Özdemir und Sefer Cağlar regionale Werkstoffe, einheimische Symbolik und türkische Handwerkskunst wiederfinden lassen. Weitere Inspiration holen sie sich aus der Natur und dem Alltag, die ihnen dabei helfen, ihren Objekten ein Eigenleben einzuhauchen.

Autoban
Spider Lamp von autoban (picture by smwright)

Istanbul? Istancool! Karaköy, nur einen Katzensprung vom Goldenen Horn entfernt, ist Istanbuls derzeit angesagtestes Stadtviertel. War es in längst vergessenen Zeiten noch ein blühender Hafen, wurden im eher schwierigeren 20. Jahrhundert prächtige, kommerzielle Gebäude in Werkstätten umgewandelt. Erst die Eröffnung der „Istanbul Modern Art Gallery“ in 2004 trat eine Welle der Renaissance los, die in den letzten Jahren mehr und mehr an Dynamik gewonnen hat. Heute findet man hier Baumärkte, Seite an Seite mit Restaurants, Boutiquen und Galerien – die Schaffung eines dynamischen Mix aus urbaner Grobheit und elegantem Flair. Genau an derselben Stelle haben im Jahr 2009 – man könnte sie fast schon Power-Pärchen nennen – Demet Müftüoğlu-Eşeli und Alphan Eşeli „Istanbul ’74“ gegründet, eine blühende, internationale Kunst- und Kulturplattform. Mit Sitz der Kunst-Galerie und des Büros in Karaköy, organisiert und veranstaltet „Istanbul ’74“ regelmäßig Weltklasse-Ausstellungen, Workshops und Festivals. Ein ganz besonders spannendes Beispiel bietet hier „Istancool“, das Istanbul International Festival of Culture, das seit 2010 jeden Mai mit einem abwechslungsreichen, bunten Kulturprogramm und namhaften Besuch in die türkische Metropole lockt. So tummelten sich unter den mitwirkenden Kulturschaffenden schon prominente Gäste wie Gore Vidal, Tilda Swinton und Zaha Hadid. Intention des Festivals ist es, Literatur, Musik, Kunst, Film und Mode zu verbinden und türkische sowie renommierte internationale Kulturschaffende und Künstler an einen Tisch zu bringen.