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Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation vom 14. Januar bis 21. April 2013 im Museum für angewandte Kunst

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Studio Makkink & Bey, Birdwatch cabinet (for girl), 2006. (Foto: © Studio Makkink & Bey)

Romantik bezeichnet in Literatur, Musik und Kunst eine kulturgeschichtliche Epoche vom späten 18. bis weit ins 19. Jahrhundert. Heute verbindet man mit dem Begriff Attribute wie schwärmerisch, verträumt, phantasievoll, poetisch aber auch kitschig und wirklichkeitsfern. Aber was hat gerade Romantik mit Design der Gegenwart zu tun?

Die Ausstellung „Isn’t it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation“ versucht, sich unserem heutigen Verständnis von Romantik zu nähern und die neue Sehnsucht nach Romantik in der Gegenwart zu ergründen. Diese Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie oder nach einem Ort der Erfüllung lässt sich als Gegenentwurf zur Moderne verstehen, die unsere heutige Gesellschaft maßgeblich geprägt hat.

Der zunehmenden Globalisierung, Mobilität, der allgegenwärtigen Informationsflut, zunehmender Entfremdung und der absoluten Transparenz der Privatsphäre werden neue Werte wie Individualität, Sinnlichkeit, Unverwechselbarkeit und Naturverbundenheit entgegengesetzt. Vor diesem Hintergrund ist im zeitgenössischen Design eine Veränderung zu beobachten, die in ihren Motiven und Zielen mit denen der historischen Romantikbewegung vergleichbar ist.

Im Gegensatz zu den Positionen des Designs in den 1960er und 1980er Jahren ist die aktuelle Bewegung jedoch weniger radikal oder politisch. Im Vordergrund stehen nicht die radikale Ablehnung des allgemein anerkannten Designverständnisses und die damit verbundenen Begriffe wie Perfektion, Funktionalität und Reduktion der Form, sondern die Synthese von Romantik und Moderne sowie die Verschmelzung von Rationalität und Irrationalität, die aktuell im Design zum Ausdruck kommen.

Romantische Tendenzen zeigen sich unter anderem an Mustern, Materialien und Verarbeitungsmethoden, aber auch an Konzepten, die poetische, ironische und sogar abgründige Prinzipien der Romantik aufgreifen und neu interpretieren. Diese Ausprägungen sind in der Ausstellung durch beispielhaft ausgewählte Arbeiten von international bedeutenden Designerinnen und Designern vertreten. Dazu gehören etwa Philippe Starck, Ronan und Erwan Bouroullec, Patricia Urquiola, Hella Jongerius, Martino Gamper, Doshi Levien, Tord Boontje sowie Jaime Hayon und konzeptionelle Arbeiten von Designerstudios wie Formafantasma, Makkink & Bey, Robert Stadler, Julia Lohmann und Pieke Bergmans.

Die Sonderausstellung „Isn’t it romantic?“ startet traditionsgemäß als Auftakt zur Internationalen Möbelmesse in Köln (imm cologne). Während der Messewoche werden mehr als 5000 internationale Besucher erwartet. Zu der Ausstellung entsteht ein repräsentativer zweisprachiger Katalog mit Beiträgen international renommierter Designexperten. Zudem ist ein spannendes Rahmenprogramm geplant. So wird zum Beispiel am 15. Januar 2013 Lidewij Edelkoort mit dem Vortrag „Romanticism or the way we feel” und dem Trendseminar „Nomadism on the road to fashion” zu Gast im MAKK sein. Lidewij Edelkoort gilt als eine der einflussreichsten Trendforscherinnen unserer Zeit. Sie berät seit 1975 weltweit Unternehmen in Sachen Trends, Farben und Lifestyle.

MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln
An der Rechtschule
50667 Köln
Tel. +49(0)221.221-23860
Fax. +49(0)221.221-23885

Öffnungszeiten
Di bis So 11-17 Uhr
1. Do im Monat 11-20 Uhr
Mo geschlossen

Öffnungszeiten während der imm cologne (14. bis 20. Januar 2013):
Mo-So 11-21 Uhr

Freier Eintritt von 17 bis 21 Uhr in die Ausstellung „Isn’t it romantic?“ und in die Design-Abteilung.

Weitere Informationen: www.makk.de

Autor: Frank Huber