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Dick Spierenburg: „Es ist nicht möglich, jedes Jahr völlig neue Trends zu benennen.“

Dick Spierenburg studierte an der TU Delft Architektur und ist seit Ende der 70er-Jahre als Designer tätig. Als Mitbegründer des Nederlands Interieur Collectief unterstützt er die Zusammenarbeit von niederländischen Designherstellern und -importeuren. Nach seiner Mitarbeit beim Architektur- und Städtebaubüro Bo.2 betrieb er von 2001 bis 2008 zusammen mit Karel Boonzaaijer ein eigenes Designstudio. Er entwirft Möbel für den Wohnbereich und das Büro, etwa für Artifort, Arco oder Moroso und ist als Art Direktor für die Koelnmesse tätig. Im Interview spricht Spierenburg über die Begriffe Trends und Entwicklungen in der Interior Design-Szene.

Herr Spierenburg, welche Einrichtungstrends werden Ihrer Meinung nach die nächsten Jahre bestimmen?

Man kann viele Entwicklungen wahrnehmen, aber daraus gleich einen Trend abzuleiten … das ist mir zu kräftig. Es war schon schwierig, sich bei der Komplexität der Entwicklungen auf jeweils vier Trends zu fokussieren, die wir jährlich im Trendbook abgebildet haben. Es gibt immer auch mehrere Richtungen, die konstant bleiben: eher ruhigere, auf Schlichtheit zielende und eher lebhafte, die viele Farben und viel Material benutzen. Das wird es immer geben, weil es so viele unterschiedliche Menschen als Auftraggeber oder als Einrichter gibt. Aber es ist nicht möglich, jedes Jahr völlig neue und ganz unterschiedliche Trends zu benennen.

Aber es gibt doch ständig Impulse durch die Kreativen und die Konsumenten?

Ja, sicher, das passiert auf der Straße, es passiert durch junge Leute, es passiert aber auch, weil sich die Lebensumstände ändern. Mit wachsenden Unsicherheiten und vielen ökonomischen Herausforderungen ändern die Menschen ihre Art und Weise, wie sie etwas kaufen, was sie auswählen. Aber das sind in meinen Augen eher Entwicklungen als Trends.

Gibt es denn einzelne Designer, die Trends setzen können?

Es sind eher die Marken, von denen vieles abhängt. Moroso zum Beispiel kann ganz farbig und mit vielen Mustern arbeiten. Aber eine Marke wie Minotti funktioniert besser mit ruhigen Farben. Es wird schon deshalb immer mehrere Entwicklungen geben, weil die Firmen und die Designer selbst sehr unterschiedlich sind.

Aber welchen Anteil haben denn nun Designer und Architekten an den Entwicklungen?

Sie geben Richtungen vor und spielen Möglichkeiten durch. Zurzeit etwa stellen sich Architekten oder Einrichter immer häufiger die Frage nach der Ehrlichkeit: Mache ich etwas Gutes mit den Mitteln, die ich benutze? Mache ich etwas, das nicht nur für dieses Jahr, sondern auch für eine längere Dauer gut ist? Man denkt heute anders als in einer Zeit, in der alles möglich scheint, in der auch das Geld keine Rolle spielt. Man sieht derzeit deutlich, dass wieder viele Naturmaterialien und Naturprodukte genutzt werden, um das Ehrliche zu suchen, Materialien, die einen eigenen Wert haben und diesen auch behalten. Das ist, finde ich, eine wichtige Entwicklung.

Die Realisierung des Projektes „Das Haus“ erfolgt mit freundlicher Unterstützung von The Mix, RAL, NCS Colour und Erco.

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