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Designer’s Voice: Defne Koz über Trends, Qualität, Design und neue Ideen

Defne Koz. (Foto: Koelnmesse)
Defne Koz, Mitglied des Trendboards der imm cologne 2011 im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Was war für Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Es ist immer interessant und wichtig, über das zu reflektieren, was wir tun, und uns über unsere Designideen auszutauschen. Mir gefällt auch, dass die Trendboard-Initiative unseren gemeinsamen Gedanken eine Struktur zu geben vermag, die für andere Designer brauchbar und hilfreich sein könnte.

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stärksten Einflüsse auf das Produkt- und Interior Design?
Für einen Designer gibt es immer vielfältige Einflüsse. Ich persönlich bin neugierig auf Kunst und Architektur, aber meine Inspiration beziehe ich hauptsächlich aus dem Verständnis der Menschen, aus der Art, wie sie leben und wie ihr Verhalten sich ändert. Das ist die Wurzel neuer Ästhetik.

Stimmt es wirklich, dass die Design- und Einrichtungsbranche immer schnelllebiger wird?
Es ist wahr, dass sich die Dinge schneller bewegen, aber ich würde das nicht auf das Design beschränken. Nicht nur Produkte, sondern auch Ideen verbreiten sich so schnell wie nie zuvor, und daher empfinde ich es nicht so, als ob Designer darum kämpfen müssten, mit der Entwicklung neuer Produkte ‚mitzuhalten‘. Wir lernen, schneller zu denken und unsere Ideen schneller miteinander zu teilen – und das ist sehr aufregend. Auch, wenn das nicht immer umgesetzt wird, ist es für den Designer wichtig, dabei seine Identität zu bewahren inmitten der vielen Produkte, die entwickelt werden, und einen Raum zu finden und die Zeit, um darüber nachzudenken, was wir tun.

Wie ist ein Instrument wie das Trendbook einzuordnen in einer Zeit, in der es angesichts vieler gleichzeitiger Strömungen kaum noch eindeutige Trends gibt?
Vor einiger Zeit hat man sich Trends angesehen, um die vorherrschende Richtung zu erkennen, in die Design, in die die Welt sich entwickelt. Heute gibt es keine eingleisigen Signale mehr, aber es gibt immer noch den Wunsch, diese Signale in konsistente Tendenzen zu gruppieren. Ich sehe in Trends weniger einzelne Pfade als Konstellationen: Am Himmel stehen viele Sterne, die nicht unbedingt in dieselbe Richtung weisen, aber wenn man sie in Sternenbildern vereint sieht, sind sie besser zu begreifen und man erhält eine einfachen Bezug, der einem bei der Navigation durch komplexe Routen helfen kann.

Gibt es einen Interior Trend, der besonders einflussreich oder aussagekräftig ist für die Einrichtungsbranche und die Einrichtungskultur?
Wenn es um Trends in der Einrichtungsbranche als Industriezweig geht, so finde ich es interessant, dass Design die Fähigkeit besitzt, über die gesamte Bandbreite vom billigen Massenprodukt bis zum Premium-Luxusprodukt Differenzierungen zu ermöglichen – und damit eine bedeutende Wirtschaft unterstützt.

Wenn Sie Trends im Sinne einer Designsprache verstehen, so sehe ich keine einzelne neue Sprache hervortreten. Ich sehe viele interessante Dinge, aber ich finde es schwer zu unterscheiden, ob es sich dabei wirklich um neue Ideen oder um Wiederholungen eines Stils handelt.

Welche Entwicklung sehen Sie besonders positiv?
Qualität: Die Qualität des Designs wie auch die Produktionsqualität sind enorm gestiegen. Es ist schwer, heute noch ein Produkt zu finden, das schlecht hergestellt oder hässlich ist.

Welche Entwicklung sehen Sie besonders negativ?
Quantität: Selbst Produkte höchster Qualität können unser Lebensumfeld belasten, wenn sie in großen Mengen produziert werden. Immer wieder neue Produkte und Designs zu schaffen ist nur akzeptabel, wenn all diese ‚neuen‘ Dinge auch neue Ideen, neue Geschichten, neue Emotionen und neue Wünsche transportieren.

Weitere Informationen:
www.defnekoz.com