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Aktuelle Einrichtungstrends: die vier imm cologne Interior Trends 2011 im Überblick

Die Designerinnen Patricia Urquiola (Mailand) und Defne Koz (Chicago/ Mailand/Ankara) trafen sich Anfang Juni mit Designer Harald Gründl (EOOS, Wien), Textildesigner Martin Leuthold (Jakob Schlaepfer, St. Gallen) und Redakteur Marco Velardi („apartamento“, Mailand/Barcelona) zu dem zweitägigen imm cologne Trendboard Workshop in Köln.

Hier wurden vier der wichtigsten Trends im Möbel- und Interior Design herausgefiltert, die für die unterschiedlichen Stilebenen und Lebensentwürfe repräsentativ sein sollen. Mit sprechenden Namen, Produktbeispielen und aufwändig fotografierten Inszenierungen werden diese vier Interior Trends auch dieses Jahr wieder für die imm cologne in einem Trendbook „Interior Trends 2011“ auf den Punkt gebracht.

Im Januar 2011 sollen die vier Interior Trends auf der imm cologne in Form von Installationen für das Publikum Gestalt annehmen. Sie werden von Trendboard-Mitglieder in vier Ausstellungs-Kuben des noch jungen Messeformats Pure Village in Szene gesetzt.

Trend 1: Emotional Austerity
Süß und streng wie Zartbitterschokolade
Herbe Schönheiten: Eine schlichte, klare Ästhetik bestimmt das elegante Ambiente. Doch dabei wirken die Formen und Linien bei aller Strenge nicht kühl, sondern verraten die Leidenschaft der Macher und Besitzer für Details und Qualität. Auf der Suche nach dem Wesen der Dinge stoßen die Gestalter auf klassische und altbewährte Formen, die mit neuen Funktionen ausgestattet und mit Hightech produziert werden. Die spielerische Mischung mit neuen Technologien und das Zusammensetzen von alten und neuen Details sind symptomatisch für die hier besonders starke Lust am Auseinandernehmen und Re-Arrangieren: Die Karten werden neu gemischt. Filigrane Formen und weiche Farben sprechen nicht nur unseren Kopf, sondern auch unser Herz an. Daneben stehen hübsch bescheiden kastige oder runde Grundformen.

Farbe und Materialien sind von der Natur dominiert: Holz, Leder, Filz und Pflanzenfasern werden durch technische Gewebe ergänzt; ein erdiges Olivgrün dominiert vor einem saftigen und einem blassen Grün, daneben stehen Pudertöne von Rosé bis Braun.

Trend 2: Surprising Empathy
Ein überraschend warmes Willkommen

Ohne Ballaststoffe: Wer sagt denn, dass die Zukunft nicht sinnlich ist? Neue Formen und neue Materialien lehren uns neu zu sehen. Was leicht wirkt, entpuppt sich als schwer und belastbar, was schwer und massiv aussieht, betört durch seine Leichtigkeit. Das gilt für Formen und Materialien. Volumen erscheinen luftig oder werden bis auf ihren Umriss reduziert, während zweidimensionale Flächen durch wabige und geflochtene Strukturen Tiefe gewinnen Leichte und fließende Materialien bilden einen Kontrast zu schweren und kalten Werkstoffen. Insgesamt bestimmen kantige und gefaltete Strukturen die Ästhetik.

Farblich dominiert ein kaltes Grau begleitet von Aschegrau und Schwarz, aufgehellt durch leuchtende Akzente in Zitrusgelb und Mandarinenorange. Ein leichtes Taupe vermittelt zwischen Grau und Weiß und sorgt für etwas
Weichheit in der Farbskala.

Trend 3: Re-Balancing
Die Welt neu zusammensetzen
Möbel, die was auf dem Kasten haben: Ausgerechnet in der tendenziell beschaulichen Welt harmoniebetonter Familientypen wird die Kiste als Universalmöbel zum Symbol für die Suche nach persönlichen, sinnvollen Möbeln, die von wirklich praktischen Dingen bevölkert werden – Ikonen des Alltags. Was nicht passt, wird passend gemacht, und wo die Menschen sich selbst genug sind, sollten auch die Möbel selbstgenügsam sein. Auch aus eckigen und einfachen  Einzelstrukturen lassen sich runde und erstaunlich bequeme Rückzugsmöglichkeiten schaffen – eine weiche Polsterung oder ein Schaffell sorgen für ein Luxusgefühl. Naturmaterialien werden bevorzugt. Oberflächenstrukturen zeigen sich gestrickt oder gewoben, vereinzelt auch handgesponnen.

Ein warmes Rhabarberrot sorgt für positive Energie und Wärme; es wird mit Crème-Weiß, Maisgelb und hellen, bis ins Terrakotta gehenden Brauntönen kombiniert.

Trend 4: Transforming Perspectives
Einfache Formen für komplexe Dinge
Material als Experiment: Wie in der Kunst der Performance geht es in diesem Interior Trend weniger um eine Langzeitbeziehung (wie in “Emotional Austerity”) – als um eine Momentaufnahme, eine Reaktion auf den Naturkult, den Hype um Kultobjekte oder „grünes Design“. Man sucht die neu gewonnenen Einsichten mittels archaischer Formen, simpler Lösungsvorschläge und klischeehaft überzeichneter It-Produkte zu vermitteln. Es wird viel Wert auf Materialausführungen, auf poliert oder matt ausgeführte Oberflächen gelegt. In der Experimentierwerkstatt von „Transforming Perspectives“ wird vorwiegend mit geschäumten Metallen, Mineralverbundstoffen, Glas- und Metallgeweben gearbeitet.

Ein dunkles Pflaumenblau bildet den dominanten Hintergrund für einen künstlichen Lavendelton sowie ein ins Violett schimmerndes Taubengrau. Akzente setzt ein metallbraun glänzender Caramelton.

Hersteller- und Quellenangaben zu den auf den Fotos gezeigten Produkten finden Sie im Trendbook Interior Trends 2011.

Trendbook: Nachschlagewerk für die Zukunft
Das 72-seitige Trendbook ist eine Darstellung dieser Trends anhand von einfühlsamen Textskizzen zu den formalen und emotionalen Motiven, ausgestattet mit aufwändig inszenierten Fotos und detaillierten Informationen zu den Farbwerten und Materialcollagen. Mit seiner Veröffentlichung im Herbst zieht das Trendbook eine Zwischenbilanz zu den Frühjahrspräsentationen und gewichtet die Entwicklungen, die es bis auf die erste große Einrichtungs- und Ordermesse des Jahres, die imm cologne 2011 schaffen werden, nach ihrem Potenzial für das Interior Design der Zukunft. Das gegen eine Schutzgebühr von 50,- Euro erhältliche Standardwerk für die Einrichtungsbranche gibt einen kompakten Überblick zum aktuellen Geschehen in der Designszene und bietet Orientierung für Aussteller, Fachbesucher und Journalisten.

Weitere Informationen: www.imm-cologne.de