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Knautschzonen in Lila und Leder – Polstermöbel auf der imm comfort

imm comfortWer sich informieren möchte, wie Menschen aller Nationen jenseits von durchgestylten Homestories wohnen, kann dies unter www.theselby.com oder www.stylespion.de. Es reicht aber auch ein Blick auf die Fotos von Immobilien, die noch nicht ausgeräumt wurden und im Internet zur Veräußerung stehen. Denn eins haben die Einrichtungen von Jean, Mariko und Frau Müller gemein: Am vorzeigbaren Traumsofa hapert es. Abhilfe schafft die internationale Möbelmesse imm cologne. Vom 19. bis zum 25. Januar 2009 zeigen Polstermöbelhersteller aller Kontinente in Köln ihre neuesten Einzelsofas, Funktionscouches, Liegen, Sessel, Ruhesessel, Sitzgarnituren, Wohnlandschaften und Schlafsofas.

Das Angebot
Unter der Submarke „imm comfort“ steht in den Hallen 5, 6 und 10 das gesamte Polsterspektrum vom Preiseinstiegs-Sofa bis zum hochwertigen Designprodukt zur Verfügung. Dirk-Walter Frommholz, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP), bringt das Angebot folgendermaßen auf den Punkt: „Ein derart umfassender Überblick über die neuen Trends der internationalen Polstermöbelindustrie sowie die Serviceleistungen und Vertriebskonzepte wird an keinem anderen internationalen Messeplatz in dieser Fülle geboten. Dem Segment Polstermöbel räumt man auf dieser Leitmesse den richtigen Stellenwert ein, das Flächenangebot macht immerhin 34 Prozent aus.“

Auch Jeroen Sanders, niederländischer Branchenvordenker und Inhaber der Firma Leolux, schätzt die imm cologne. Sein Standpunkt: „Was immer man auch behauptet über andere Möbelmessen – Köln bleibt die allerwichtigste Messe, wenn man sich im europäischen Markt etablieren will. Die internationalen Präsentationen und die Professionalität der Aussteller machen es möglich, fundierte Entscheidungen zu treffen und sich mit anderen Anbietern zu messen.“

Die Vermarktung
Wenn es um die wirtschaftliche Lage der deutschen Polstermöbelindustrie geht, nimmt Dirk-Walter Frommholz kein Blatt vor den Mund: „Die Situation ist nach wie vor sehr angespannt,“ informiert der Insider. Allein in den Monaten Januar bis Mai 2008 verzeichneten die deutschen Polsterproduzenten einen Umsatzverlust von -7,2%. Ursache hierfür ist nicht zuletzt der extreme Importdruck aus Billiglohnländern. „Deutsche Polstermöbler müssen sich konsequent neue Märkte wie den Export erobern, um zukunftsfähig zu bleiben,“ mahnt Frommholz dem entsprechend an. Wer in Deutschland fertige, habe letztendlich nur als hoch indiviueller, kreativer Nischenfertiger eine Chance. Ihre Kreativität stellen deutsche Polstermöbelhersteller im Januar 2009 auf jeden Fall wieder unter Beweis. Mit naturbelassenen Anilinlederbezügen – im Hochwertbereich extra dick oder vom Wasserbüffel – entsprechen sie dem Mega-Trend zu umweltfreundlichen Produkten.

Vermarktungsfähige ökologische Selbstverpflichtungen werden ebenfalls postuliert. Neuartige Polsterkollektionen für die „Silver Generation“, funkelnde Accessoires und Testimonials von Prominenten sind weitere Zutaten für frischen Wind im Einrichtungshandel – ganz zu schweigen von Weiterentwicklungen in der weltweit geschätzten einmaligen deutschen Funktions- und Polstersystem-Kompetenz.

Die Trends
Die heißesten internationalen Sofa-Trends lernen nur jene kennen, die zur imm cologne und zum Off-Programm kommen. Ein paar erwartbare Tendenzen seien jedoch vorab skizziert: Sichtbar knuffige, knautschige Sofas werden in der lebensfrohen Stadt am Rhein ebenso zu sehen sein wie grobe, unperfekte und absolut natürlich anmutende Oberflächen, asymmetrische Formen, recycelbare Bezugsmaterialien, Stoffcouches in allen Spielarten von Lila bis Violett und Blauviolett, feine poetische Akzente in Form und/oder Oberfläche, edle Spuren von Silber und Gold, kontrastreiche Kombinationen von knallbunten Farben mit Schwarz und Weiß, wiederentdeckte Design-Perlen, neue dynamische Sitzideen, starke Charaktersolisten und Objekte an den Grenzen zur Kunst.

Nimmt der Einrichtungshandel die Anregungen der Polstermöbelindustrie auch nur ansatzweise auf, sollte dem Traumsofa von Frau Müller und Mariko in der kommenden Saison nichts mehr im Wege stehen.