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Ikonen der Globalisierung – Design auf der imm pure

Schon einmal den Taschenrechner des iPhone benutzt? Designkenner f√ľhlen sich von dessen Interface stark an die Klassiker der deutschen Elektroger√§te-Firma Braun erinnert. Womit nicht nur bewiesen w√§re, dass es eine einflussreiche, spezifisch deutsche Designtradition gibt.

Das Beispiel zeigt auch, wie sich heute unterschiedliche Weltregionen und Produktdisziplinen gegenseitig beeinflussen. Ein idealer Ort, diese Entwicklung zu studieren und in das eigene Angebot zu integrieren, ist die imm cologne.

Unter der Submarke „imm pure“ pr√§sentieren vom 19. bis zum 25. Januar 2009 mehr als 200 Designfirmen aus aller Welt ihre gestalterischen Antworten auf eine immer vernetztere Welt. Insgesamt 30 272 Fachbesucher aus den Bereichen Objektgesch√§ft, Design, Interior Design und Architektur besuchten im letzten Jahr die K√∂lner M√∂belmesse. Daf√ľr, dass das Fachpublikum in Halle 11 im Januar 2009 ein inspirierendes und – im positiven Sinne – irritierendes Produktangebot vorfindet, sorgt auch in diesem Jahr ein Kuratorium.

Kuratorium mit Biss
Kuratoriumsmitglied Bernd Hollin – von dem das eingangs genannte Beispiel mit dem iPhone stammt – freut sich, dass auf der kommenden Designschau Firmen vertreten sind, die wahrhaft Ungew√∂hnliches wagen. „Sinn einer Messe ist es ja nicht nur, die wirtschaftlich bew√§hrten Trends zu zeigen, die in immer neuen Varianten fortgeschrieben werden“, √§u√üert der Architekt vom Studio Hollin + Radoske, der zurzeit u. a. die First Class einer deutschen Fluglinie kreiert. „Es geht auch darum, diejenigen Vision√§re vorzustellen, deren Produkte f√ľr √ľbermorgen gemacht sind.“

Gemeinsam mit dem erfahrenden K√∂lner Einrichtungsh√§ndler Dieter Pesch, dem bodenst√§ndigen Stockholmer Architekten und Designer Thomas Sandell, dem puristischen Z√ľricher Produktgestalter Christophe Marchand und dem „creativen inneneinrichter“ Gerhard Wolf aus Darmstadt hat Bernd Hollin daf√ľr gesorgt, dass die Besucher der K√∂lner Designhalle 2009 „ganz und gar neue Dinge erleben“.

Wirtschaftsfaktor Design
Wer meint, die Designaktivit√§ten der imm cologne seien zwar glamour√∂s aber unwirtschaftlich, sollte einen Blick in Halle 11 wagen. Hier wird zwar, wie es sich f√ľr einen Design-Standort geh√∂rt, viel diskutiert. Aber es werden auch gute Gesch√§fte gemacht – mit steigender Tendenz. „Design bleibt nicht l√§nger dem Premium-Markt oder Ikea-Kunden vorbehalten. Design erreicht allm√§hlich die Mitte des Marktes,“ bilanzieren die BBE Retail Experts in ihrer Studie „market excellence: Home & Interior 2008“.

Auch der Verband der „creativen inneneinrichter“ l√§sst Zahlen sprechen: Im Jahr 2007 konnte der Zusammenschluss mittelst√§ndischer Einrichtungsh√§user des Premium-Design-Segments gegen den allgemeinen Branchentrend ein Umsatzplus von 9,6 % vorweisen. Die Tatsache, dass der lukrative Shop der S√ľddeutschen Zeitung jetzt eine exklusive Designkollektion vertreibt, ist ein weiterer Indikator f√ľr die Massenanziehungskraft von Design.

Internationaler Kreativpool Halle 11
Ein Unternehmen, das immer wieder zu faszinieren wei√ü, ist Cappellini. Mit der „Love Collection“ des Amerikaners Stephen Burks leistet die italienische Firma einen vielschichtigen Beitrag zum Thema „Nachhaltigkeit“: Burks Kleinm√∂bel werden aus recyceltem Papier von Kunsthandwerkern in ausgew√§hlten Regionen S√ľdafrikas hergestellt. F√ľr seine Kollektion und ihre neuesten Prototypen ist in Halle 11.1 eine Lounge geplant.

Ihre Erneuerungskraft bringen auch andere, teilweise erstmals ausstellende Designfirmen mit nach Köln. So freut sich das Kuratorium, dass einige vielversprechende Newcomer aus Berlin den guten Ruf des deutschen Designs stärken.

Auch aus Asien wird es „ambitionierte Aussteller mit sehr funktionalem und puristischen Design“ geben, wie Bernd Hollin formuliert.

Aus England und den Beneluxl√§ndern kommen starke Talente, die virtuos die Grenzen zwischen Design und Kunst ausloten und √ľberschreiten. Ihnen gelingt es, neben hoch gehandelten k√ľnstlerischen „Masterpieces“ jenseits aller wirtschaftlichen Rentabilit√§tsrechnungen auch neuartige, marktg√§ngige Produkte zu entwerfen.

Und was ist das Besondere am M√∂bel-Standort K√∂ln, Herr Hollin? „K√∂ln bietet den gro√üen √úberblick“, res√ľmiert der Architekt, „alle anderen Messen sind regionaler, oder spezieller“.